180 Grad – Die stille Revolution

Trotz nachlassendem Vertrauen in die Mainstream-Medien, erscheint in der Ausgabe Nr. 88 des Handelsblattes vom 8. – 10.05.2015 ein sehr mutig formuliertes Essay von Gabor Steingart: „Die Stille Revolution – Wie selbstbewusste Bürger Wirtschaft, Politik und Medien verändern“.

Daraus einige Zitate:

„Die Phänomene der lautlosen Erhebung sind überall im Westen zu besichtigen. Die Umformung der Gesellschaft geschieht. Aber sie folgt keinem von höherer Stelle festgelegten Formatierungsplan.“

„Der Revolution unserer Tage fehlt das Eruptive und Explosive, weshalb sie von vielen nicht als solche erkannt wird.“

„Die neuen Bürger-Revolutionäre schleifen die Fürstentümer einer autoritären Firmenwelt, die Anmaßungen des Parteienstaates, die höfischen Rituale der Medienaristokratie, die Hoheitsgebiete einer archaisch geprägten Männerwelt und auch jene Bevormundungsanstalten, die wir verharmlosend Schule nennen, werden sich ihnen auf Dauer nicht widersetzen können.“

„Das göttliche Recht der Massen wird das göttliche Recht der Könige ersetzen, hatte Gustave Le Bon, der erste große Experte für Massenpsychologie, bereits 1911 vorhergesagt.“

„Die traditionellen Politiker sind die Entzauberten unserer Zeit. Plötzlich steht der Bürger auf der Lichtung, stolz und selbstbewusst, dürstend nach neuen Formen der Partizipation.“

„Das Volk will sich selbst spüren. Es erwacht aus Apathie und Anpassung. Ort und Zeit für einen Ausstieg aus dem Bestehenden sind günstig. Denn das alte Regime offenbart seine Gebrechlichkeit, wenn es mit wehleidiger Stimme alle vier Jahre zum Urnengang aufruft.“

„Die Parteizentralen sind zu Mausoleen der Vergangenheit geworden. In ihrem Innersten befindet sind nicht mehr die Glut der Vorfahren, sondern deren Asche. Politische Primärenergie entsteht woanders. Die Bürger sind zu politischen Selbsterzeugern geworden.“

„Die moderne Kirche muss ihren Mitgliedern dienlich sein, nicht umgekehrt. Der Mann (Papst Franziskus) aus Lateinamerika weiß besser als seine Vorgänger, dass die Kirche eine Kirche von unten zu sein hat, oder sie verliert ihren Daseinszweck.“

Anmerkung: Signale, auf denen man aufbauen mag.

Quelle: Druckausgabe des Handelsblattes Nr. 88 vom 8. bis 10. Mai 2015, Verfasser: Gabor Steingart, Handelsblatt