Adäquate Ausbildungsmuster

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Geht man hier zwar schon die richtigen Schritte, bleibt jedoch zu bezweifeln, ob auch die Lehrinhalte an die Veränderungen angepasst werden, fehlen auf breiter Ebene zeitgemäße Ausbildungsmuster.

Es zeigt sich, dass vorhandene Inhalte sich weit weg von tatsächlichen Anforderungen bewegen, sieht man dies deutlich an den Erwartungen der Wirtschaft und den vorhandenem Wissen mehrheitlicher Schulabgänger. Deutlich zu sehen, dass Gelehrtes in an Wirksamkeit und Notwendigkeit weiteren Boden verloren hat – und der Spaß geht weiter.

An dieser Stelle lässt es sich nicht vermeiden, einige Gedanken darüber zu verlieren, welche sich mit der Ausrichtung heutiger Lehrinhalte der Bildungseinrichtungen beschäftigt, Methoden und Wertvorstellungen – ohne ein Wort des Vorwurfs zu verwenden – noch sollen sie belehrend sein. Eine Darlegung.

Denk- und Verhaltensmuster, wie sie mehrheitlich repetitiv gelehrt und wiedergegeben werden, propagieren Schuld und Unschuld, Gut und Böse, eine Welt der Teile und unabhängig voneinander existierender Phänomene. Recht und Gerechtigkeit. Theorie über Praxis. Der Mensch, als Zentrum allen Denkens und Handelns – eine unvollständige Vorstellung der Welt – ein Irrglaube – Einfach und schön linear.

Derartige Denk- und Verhaltensmuster sind für die Mehrheit aller heutigen Probleme/Symptome kennzeichnend verantwortlich, mit denen sich der Mensch herumschlagen muss. Denn Probleme werden heute überall dort gelöst, wo sie sensuell in Erscheinung treten, was jedoch nur zu weiterer Zunahme der Ineffizienz aller Systeme führt, die Ursachen unbehandelt bleiben und weiter ihre „Spielchen“ treiben.

Doch vielfach beschäftigt und Aufgaben verteilend bedeutet nicht, dass auch Sinnreiches dabei herauskommt, denkt die Mehrheit immer noch, dass es die Normalität sei, wenn es drunter und drüber geht.

Dies alles basierend auf Vorstellungen von Menschen (Descartes, Newton, Bacon etc.), welche vor Jahrhunderten versuchten, die Welt und ihre Zusammenhänge dadurch begreifbar zu machen, indem sie Komplexes in Einzelteile zerlegten, um das Ganze wiederum verstehen zu können. Doch wer interessiert sich heute schon für die „Maschinentheorie“ eines René Descartes?

Alles Vorstellungen, die unser tägliches Denken und Handeln beeinflussen, welche sich in Zeiten des globalen und unwiderruflichen Wandels zunehmend als wirkungslos herausstellen, ebenso wie die Hoffnung auf das Fortbestehen einer Marktwirtschaft sozialer Prägung und damit verbundenen,  „liebgewonnenen“ Strukturen.

So glaubt der nicht nur Deutsche, dass der „Kelch der Veränderung“ an ihm unberührt vorübergeht und Veränderungen sich somit lautlos und vor allem „von selbst“ und „wo anders“ vollziehen. Wie man überall sehen kann, scheint es anders zu sei, weil jeder im Glauben ist: „Ich habe meine Sache ja getan. Mir kann man nichts vorwerfen.“

Werden heute noch Ausbildungs- und Verhaltensmuster vermittelt, die sich im weiteren Leben der heranwachsenden Menschen als wirkungsarm in den sich verändernden ökonomischen Systemen (Unternehmen) und der Gesellschaft erachten; weder Kinder noch die Gesellschaft an sich, auf den im Gange befindlichen Paradigmenwechsel, die Zeit danach, noch auf ein damit verbundenes Umdenken vorbereiten. Kein Vorwurf. Wer beschäftigt sich schon damit?

Es besteht eine Diskrepanz zwischen den Inhalten der meisten Bildungseinrichtungen gegenüber dem wachsenden Bewusstsein, welches sich auf breiter Ebene bemerkbar macht: der Notwendigkeit systemischen Denkens und Handelns.

Ausbildungsmuster, welche in den Unternehmen gefordert sind, den Lernenden später die Befähigung verleihen, selbst in komplexen Systemen Zusammenhänge zu erkennen, zu verstehen, sich zurechtzufinden und ggf. sinnvoll neu zu gestalten, bzw. sich keine Komplexität mehr einstellt, wie man sie heute mehrheitlich wahrnimmt (und auch selbst gestaltet).

Doch besteht auf breiter Ebene keine Vorstellung darüber, was systemisches Denken und Handeln im eigentlichen Sinne bedeutet, was sich dahinter verbirgt, wie man es anwendet und damit verbunden, die dringend notwendige Anpassung der Lehrmethoden und -inhalte.

Etwas, was man nicht nur Kinderköpfen Anklang finden sollte, will man die Welt, wie sie ist erfahren und sich darin integrieren, statt zwischen

  • überholten Vorstellungen,
  • sich ständig im Kreis drehenden Regelprinzipien,
  • Wunschdenken und wildem Aktionismus,
  • Macht- und Hierarchiespielchen und
  • linear geprägten Denkstrukturen

zerrieben zu werden.

Also Regeln, die letztlich keine Ziele der Entwicklung mehr verfolgen und an globalen Marktanforderungen gemütlich vorbeiwirken. Andere Nationen haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt; hierzulande trauert man lieber alten Gewohnheiten und liebgewonnenen Strukturen nach, versucht sich nach der Methode: „Alter Wein in neuen Schläuchen“.

Bleiben Lehrinhalte zunehmend hinter täglichem Online-Spielvergnügen zurück: die Wirtschaft dafür selbst verantwortlich, sich gleichzeitig vehement gegen die Flut der „Unwissenden“ zu widersetzen versucht. Hier zeigt sich das Paradoxon, welches auf das Umdenken hinweist.

Nach dem Motto: „Tue was ich sage, aber nicht was ich tue“, stellt dieses die höchste Ausprägung kartesianischen Denkens und Handels eines anthropozentrischen Weltbildes dar.

Doch kann und darf man niemandem dafür so etwas wie Schuld (die eine Erfindung des Menschen ist, um sich seiner „eigenen“ Abgespaltenheit vom Ganzen zu vergegenwärtigen) zuweisen, wurde das repetitiv Gelernte nie auf Wirksamkeit in sich verändernden Umfeldern hinterfragt und inwieweit es sich im Alltag sinnvoll implementieren lässt. Führt dualistisches Denken und daraus entstehende Verhaltens- und Handlungsmuster nur zu

  • Wettkampfarenen und Rückzugsgebiete für »junge Wilde« und Emporkömmlinge,
  • Symptomlaborantentum,
  • Spielwiesen für Karrieretypen und Machtbesessene,
  • Versorgungs- und Zahlstellen für Unqualifizierte, Arbeitsunwillige und Arbeitsunfähige,
  • Brutstätten für Konflikte, Zerwürfnisse und Zerfall.

Zeit sich mit dem Verständnis für das Ganze, seiner dynamischen Zusammenhänge, Wechselwirkungen und u. a. daraus entstehender Synergieeffekte zu beschäftigen. Etwas, was man in diesem Land erwarten sollte.

Etwas, was Lernen sehr stark vereinfacht; gleichzeitig ein Ablassen von Erb- und Altlasten erfordert.

Um es auf den Punkt zu bringen: Der Mensch übernimmt in diesem Leben, mit seinem Wissen und Lernbereitschaft eine sinnvolle Aufgabe für „sich“ und die „Gesellschaft“, geschieht dies bestenfalls in einem ökonomischen Umfeld – den Werte schöpfenden Strukturen.

Doch was bedeutet schon Wettbewerbsfähigkeit in Zeiten globaler Veränderung?

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