Alle reden vom Umdenken – nur wohin umdenken?

Im Glauben, das Gesellschaftsbild stelle sich irgendwo auf den Kopf, während es einen selbst nicht betrifft, findet sich in Alice’ Wunderland wieder – ebenso, was die Vorstellung angeht, das Lösungsmuster im mehrheitlich vorhandenen Wissen finden zu wollen. Und wenn man noch so das Prinzip „Vom mehr des Selben“ anwenden mag.

Mich mit anderen Menschen austauschend, höre ich sehr oft Argumente wie: „Ja, aber die anderen sind noch nicht so weit.“ oder „Ja, aber das ist ja kompliziert. Du musst die Menschen dort abholen, wo sie stehen.“ Und auch die treuen Systemdenker immer wieder: „Ja, aber wir müssen kämpfen.“ Ja, aber. Ja, aber. Ja, aber… Rhabarber…

(An dieser Stelle weise ich nur darauf hin, sich einfach mal in der Gruppe Zeit zu nehmen, um über jene Verhaltensmuster zu diskutieren, die das System am Laufen halten.) Ach so. Das nutzt nichts? Tja… dann gilt es noch ein paar Runden in der Waschmaschine zu buchen. Wer schon mal was von „Re-Education“ gehört hat, weiß worum es hier geht.

Spätestens jetzt wird klar, dass eine Lösung mit Druck im Außen keine ist. Wer an dieser Stelle jedoch weiterkämpfen mag (das ist nur der eigene innere Widerstand gegen Veränderung), hat den Sinn des „Umdenkens“ noch nicht erfasst.

„Der dem System ergebene Sklave bekämpft die Freiheit.“ (Tja. Jetzt muss man nur wissen, was den Sklaven zum Sklaven macht und was Freiheit im eigentlichen Sinne bedeutet. Und wer nun wieder sagt, „Ja, aber die anderen….“ Ab in die Waschmaschine!

Was folgt sind stets Argumente, die sich im „Entweder-oder“ zuhause finden und… auch nur konditioniertes Systemdenken verkörpern.

Die Köpfe sind durchtränkt von jenen Verhaltensmustern, die das „System“ ausmachen, was sie gleichzeitig überwinden wollen.

Ich hoffe an dieser Stelle wird klar, wo das „System“ stattfindet und das Suchen Schuldiger (Verantwortlicher) „woanders“ keinen Sinn macht. Man bekommt immer das, was man sich nimmt.

Denn wenn sich etwas ändern soll, dann beginnt das im Kopf und nicht irgendwo. Und erst dann kommt die Erkenntnis und der Blick auf den Lösungsweg.

Das ist dann auch der Punkt, wo auch klar wird, dass Gewalt, wie wir sie vorfinden, nur ein Werkzeug Unwissender ist und jener, die wollen, dass Unwissenheit die Köpfe weiter beherrscht.
Man kann das jedoch niemandem vorwerfen, denn gehört das Abschalten von Bewusstsein entwickelnden Mechanismen zur Systemkonditionierung und Kernbedingung, um daran teilhaben zu dürfen. Dies gesteuert durch das Belohnungs-Bestrafungs-Prinzip („Du bist nur dann gut, wenn Du so bist, wie wir wollen.“) und ist an die gesellschaftsvertragliche Verschiebung der Verantwortung gekoppelt.

Verzweigungen
Nun an dieser Stelle muss niemand irgendwo abgeholt werden, spätestens dann nicht, wenn die Sache offensichtlich auf dem Tisch liegt, worum es im Kern geht: Um ihn selbst und erst wenn jeder Einzelne sich damit beschäftigt und es erkannt hat, dann wird es so etwas wie eine neue Gesellschaft geben. Punkt.

Wer hier immer noch nicht weiß worum es geht, ihm schwindlig wird beim Lesen: Das sind die Momente, wo man sich Gedanken darüber machen muss, ob das Vorhandene noch ausreichend erscheint. Denn die Schlinge des Wandels zieht sich merklich schneller zu.

Mir geht es darum, dass der Wandel friedlich stattfindet, wir keine Massen brauchen, die unbewusst auf der Straße sich gegen alles zur Wehr setzen, was ihnen gegen die eigenen, systemkonditionierten Verhaltensmuster geht. Geschürt wird dies von jenen, die von der Verschiebung der Verantwortung ihr Beschäftigungsdasein bisher ableiteten. Man erkennt nun beide Gruppen reichen sie sich durch eskalierende Schuldzuweisung die Hände. Willkommen in der kollektiven Neurose, Psychose und einem verdrehten Weltbild.

Umdenken – vom radikalen Konstruktivismus
„Alles was Du siehst, entstand und entsteht aus Deinem Denken, Handeln und Entscheidungen. Du bekommst zurück, was Du ausgesendet hast. Somit bist Du für alles selbst verantwortlich, was Du erlebst.“

Wo findet also der Wandel statt?
Sichtlich erst mal im eigenen Denken.

Allen eine erkenntnisreiche Woche zum drauf herumdenken.

P.S. Wer nun in der Annahme ist, dass man dies alles vernachlässigen kann…

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