Amok, Terror und Anschläge

Während ich einen Beitrag verfasste, verfolgte ich am Rande die Sendung „Hart, aber fair“, wo sich Experten mit gewohnten Mitteln und Argumenten versuchten, einen Reim auf einen Amoklauf machen zu wollen – alles nach typischer (gewohnter) Mainstream-Marnier.

Gewohnt versuchte man sich in Entwicklung eines Amokstandards. Zumindest kam irgendwann jemand auf die Idee von Verantwortung zu sprechen und dass, das ganze in der Familie seinen Anfang nimmt. Jedoch wurde wie immer nicht weiter gedacht – die Gesellschaft wurde letztlich an dieser Stelle damit alleine gelassen.
Denn es betrifft ein Thema, mit dem sich kaum jemand beschäftigt und geht über die gewohnte Betrachtung hinaus. Und das Volk wäre empört, wenn man ihm sagen würde, dass es letztlich für alles selbstverantwortlich ist, verbunden mit der Erkenntnis, dass Wahlen und gewohnte Vorstellungen von „Staat“ nur einem kollektiven Selbstbetrug gleichkommen.

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein

Interessant war die Beobachtung der einzelnen Teilnehmer, dass sie in ihren Denk- und Verhaltensmustern sich in der Projektion bewegten und man konnte in ihren Argumenten ihre konditionierten Verhaltensbarrieren erkennen.

Wirkliche Hilfe war keine zu erfahren. Warum auch, leben die Geladenen von der symptomhafter Betrachtung und Behandlung gesellschaftlich-systemischer Phänomene, die die Bevölkerung selbst nicht zu lösen im Stande zu sein scheint. Dafür wird man ja auch entlehnt – oh, Verzeihung – entlohnt wollte ich eigentlich sagen.

So übte man sich in der Sendung in gewohnter und gesellschaftlich vereinbarter Betrachtung. Das Ganze mehr hilflos anmutend. Hilflos gegenüber dem, was gerade wirklich stattfindet, wo Terrorismus, Anschläge und Amokläufe sowie die Erkenntnis der Illusion von Sicherheit und die Beschäftigung mit Symptomen, nur wieder das systemisches Endstadium widerspiegeln.

Da hilft es auch nicht, wenn man erkennt, dass der Täter die üblichen Depressionen mit sich herumschleppte oder von Mobbing gesprochen wurde, unter dem der Täter zu leiden hatte.

„Meine Damen und Herren, Sie glauben doch selbst nicht an das, was Sie da gerade von sich gegeben haben.“

„Ich habe nur ‚im Auftrag’ gehandelt.“

„Nachts kommen sie wieder – die Breiviks.“

Ich spielte in der Vergangenheit selbst „Counterstrike“ und weiß von einem Kollegen, dass auch die GSG9 sich gelegentlich ein Online-Match gönnte oder die „Glatzen“.

Irgendwann erkennt man, dass das Spiel ist lediglich ein Symbol, ein Abbild nicht hinterfragter Konventionen einer Gesellschaft, die in sich leer, lieb- und leblos aufwuchs und meist Lebloses zur Welt brachte und sich jetzt darüber wundert, warum das Ergebnis nicht ihrem Wunschdenken entspricht.

Lieb- und Leblosigkeit als wesentliches Merkmal, besser: Gelebte Lieb- und Leblosigkeit des Einzelne zu sich selbst. Denn war gesellschafltich vereinbarte Fremdbestimmung opportun, die in der Tat bereits in der Familie beginnt. So konnte man sich Willige, Hörige, Manipulierfähige, Systemgläubige und ihre Beschützer heranziehen. Man erntet jetzt, was man einst säte.

„Amoklaufen für Dummies.“

Und wieder sucht man nach Schuldigen oder meint, nur stark genug den einen Schuldigen als objektiv handelndes Wesen auserkoren und im Visier zu haben. Bereits die Vorstellung, einer objektiven Anschauung ist ein wesentlich gelerntes Merkmal einer auf kollektiver Unverantwortlichkeit basierenden Gesellschaft.

„Wir sind alle nur gute Menschen.“

Sicher ist es für die Betroffenen schwer, wenn ein Lebenspartner oder das eigene Kind zum Opfer fallen. Doch würde Mitleid ebenso weing helfen, als wenn sich die „Volksbeschützer“ dazu Gedanken machen. Denn auch sie existieren aus dem gleichen Urgrund, aus denen gute Terroristen, Polizisten, Richter, Mörder und Kriege entstehen – genauso wie ihre Erkierer, die Wähler.

„Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht.“ „Das Erzählte reicht schon lange nicht mehr.“

Ich habe eine Bekannte, die arbeitete bei der Polizei. Als ihr Sohn durch einen Zug verunglückte, zeigte sich, wie sehr sich ihre Kollegen um sie bemühten – nämlich gar nicht. Ich bewundere ihre mutige und lebensbejahende Einstellung, die sie für sich entwickelt hat und andere an ihren Erkenntnissen teilhaben lässt.

Die Ursache und was sich daraus wie ein roter Faden heraus entwickelt und für derartige Szenarien verantwortlich ist, habe ich vor kurzem in diesem Beitrag dargelegt.

Schade, dass man nur der Wissenschaft gelernten Glauben schenkt. Ich finde es nur bedauerlich, dass aus diesem Grunde Menschen sterben müssen.
Ich sage jetzt auch nicht ‚unschuldige‘ Menschen. Denn es gibt keine Unschuldigen. Schuld ist eine menschliche Erfindung, um was für das, was man getan hat und was einem geschieht, keine Verantwortung tragen zu müssen.

„Man bekommt immer das, was man sich nimmt.“

Man sieht, die Gesellschaft hat wohl noch einen weiten Weg vor sich. Vielleicht endet er auch auf die eine oder andere Weise. Und sie steht in der Tat vor einem fundamentalen Wandel und Neuanfang.

Dazu bräuchte es lediglich ein einziges Opfer, das mit der Infragestellung der gesellschaftlichen Konventionen seinen Anfang nehmen könnte und damit alle bisherigen Stellungen, Pöstchen, Methoden, Werkzeuge, die sich die Gesellschaft schuf, um eine Ordnung aufrecht erhalten wollen, die nun unwiederbringlich zu Ende geht.

Und dies ist auch gut so.

Denn diente diese Ordnung lediglich dazu, dass wir lernen, wie es nicht funktioniert.

Darüber mag sich jeder Leser ab jetzt im Klaren sein.

„Zu riesigen Nebenwirkungen essen Sie die Packungsbeilage, und sagen Sie nichts Ihrem Arzt oder Apotheker.“

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