„Beratung“ und Beratung in der Neuen Zeit

Heute hatte ich ein Telefonat mit einem Kollegen aus Pirmasens, welches mich spontan dazu bewegt hat, diese Gedanken zu verfassen. Denn wie hat es sich mit Beratung, wie man sie bisher verstanden und betrieben wurde mit Beratung in der Neuen Zeit auf sich?

Wie im Beitrag „Vom Geschäfte machen und „Geschäfte machen“ orientiert sich das Handeln nach Prinzipien und Konventionen, die wiederum auf einer Weltanschauung basieren. Das mag jetzt etwas weit hergeholt sein.

Doch auch im heutigen Telefonat war wieder klar zu erkennen, dass hier ebenfalls ein Umdenkprozess, sowohl bei den „Beratern und Realisierern“ wie auch beim Kunden selbst (der ja auch wiederum seine „Kunden“ berät) stattfindet.

Klassisch konzentriert sich man sich mehrheitlich auf sicht- und spürbar wahrgenommene Probleme und damit verbundener Entwicklung einer Lösung oder eines entsprechenden Produktes, welche nicht selten das Wahrgenommene nur kaschieren und zu einer Dauerbetreuung werden.

Eine Produktberatung findet in der Regel ähnlich statt. Kommt es in der Nutzung zu einer Fehlfunktion, die sich im Rahmen einer Wechselwirkung mit angelagerten Systemen ergibt, ist der Anwender nicht selten auf sich alleine gestellt und eine Lösung entwickeln muss oder wieder jemanden bemüht, der es für ihn löst.

Die Ursachen liegen in konditionierter Fachorientierung (Wissensfürstentümer), die eventuelle tangierende Bereiche außen vorlässt (Gerade hier wird wertvolle, eigene Entwicklung unterbunden.).

Geschehen erst die Tage, als ein aufgenommenes Video im MP4-Format mit einer „Hero-4“ in der gängigen Standard-Schnittsoftware „Premiere CS4“ lediglich als Audio-Datei erkannt wurde, während ein Video aus einer älteren Baureihe der Kamera (Hero-2) im gleichen Projekt anstandslos lief.

Der Kamera-Support meinte nur, es läge nicht an ihrem Produkt und beließ es bei dieser Aussage. Als Lösung blieb lediglich die Konvertierung, die wiederum mit einer Anwendung durchgeführt wurde, als jene, die im Internet empfohlen wurde.

Anders ist es, wenn man in zusammenhängen Systemstrukturen denkt, plant und agiert, wo Komponenten (Teilsysteme) in ihrem Zusammenwirken aufeinander abgestimmt werden, so dass von einer ganzheitlichen Orientierung gesprochen werden kann, die im Sinne des Gesamtzweckes und -zieles ihre Aufgabe sicher verrichtet.

Gleiches gilt für ganzheitliche Neuorientierungen von Unternehmensstrukturen, die nicht selten über die Jahre durch allerlei Kaschierung überfrachtet wurden, da ja auch das Geschäftmodell der alten Weltordnung darauf abzielt, möglichst viele „Marktlücken“ bedienen zu wollen. Letztlich ersticken sie an ihrer eigenen Struktur, wenn sie sich nicht zum Absprung und einer schrittweise erfolgenden, revitalisierenden Neuorientierung entscheiden, die über bloßes Aneinanderreihen von Dingen, Teilen, Flick- und Stückwerk hinausgehen.

Siehe: Ergebnisse ganzheitlicher Neuorientierungen

Beratung im alten System stützte sich nicht selten nur auf Tipps, Konzepte, Präsentationen, rein informationstechnsich-orientierte Lösungen, und oberflächlichen Personalabbau, um Kosten zu minimieren.

Kurzfristige Ergebnisse und Erfolge – nicht selten zu Lasten der verbliebenen Systemteilnehmer – meist zum einem späteren Zeitpunkt vergehend, wenn das Gewohnte seinen „Mantel wieder darüber wirft“.

Denn wieviel Auswirkung hat ein dahinschleichendes Unternehmen für all jene, die ihre Lebensgrundlagen, verbunden mit einer noch vorhandenen Wettbewerbsorientierung zu gewährleisten suchen.
Die Politik kann hier nur beflügeln, jedoch nicht die Lösungen selbst durch „gesetzliche“ Grundlagen schaffen, die dann in irgendwelchen Schränken ohnehin nutzlos „dahinvegetieren“.