Bild dir meine Deinung

(v1.2) Mit dem Text im Beitragsbild wäre heute mehr oder weniger alles gesagt. Doch wie sieht es mit der Meinung tatsächlich aus?

Da sind auf der einen Seite jene, die mit Tonnen von Unsäglichkeiten und den dazu auserkorenen verantwortlichen Schuldigen aufwarten.

Ob es wohl schon ausreicht, hier das Problem und oder die Schuldigen zu benennen? Wenn man sich noch fleißig in der alten Ordnung bewegt schon.

Das Thema mit der alten Ordnung hat die Gemeinde der Aufklärer weitgedanklich noch nicht wirklich erreicht, versucht man sich nach wie vor innerhalb gewohnter Denk- und Verhaltensmuster und in üblichen Vorwurfbarkeiten. Dafür erhält man sehr viel Aufmerksamkeit.

Ob es wohl schon ausreicht, nur laut genug zu klagen?

Ich kann hier jeden unmissverständlich beunruhigen, dass dieses Mal nicht die mehrheitliche Meinung die „Lösung“ ist, die sich durch gewohnte Zustandsbeschreibungen und damit verbundenen Beschuldigungen zum Ausdruck zu bringen versucht.

Wir verlassen die alte Ordnung und so wie es ausschaut, mag da kaum einer mit. Das ist auch verständlich. Denn bedarf es der Überwindung einer einzigen Bedingung, die sozusagen den Geist des Einzelnen in seiner Flasche hält:

„Verdreht gelernter Umgang mit dem Signal „Angst“ -> Neues = Bestrafung -> Gestern war alles besser = Sicherheit = Kreisverkehr = Waschmaschine = Revolution (to revolve = im Kreise drehen)“

Das kann man auch als das Wesen des praktizierten Konservatismus bezeichnen. Was wäre, wenn alles Alte und damit auch seine Anhängerschaft einem Weltuntergang geweiht wäre? Klingt dramatisch.

Jemand sagte einmal: „Alte Verhaltensmuster ändern sich nie. Sie sterben immer nur aus.“

Welt ist nur eine vereinbarte Anschauung über die beobachtete Wirklichkeit, beeinflusst durch die Denk- und Verhaltensmuster des „Ichs“ (Person, Persönlichkeit) – wobei der Mensch glaubt, er sei sein „Ich“, siehe: Esau-Segen.

Wenn jetzt nicht die Lösung für Ihre persönlich wahrgenommenen Probleme dabei war, liegt es daran, dass ich Ihre Probleme nicht kenne, was an für sich nur ein Phänomen des Systems ist und gewohnte „Lösungen“ im Kern nur in Form gewohnter Verdrängung erwartet werden – dies während Sie Ihr „Ich“ nicht kennen.

Ein Bild des Ganzen oder viele Puzzleteile?
Eines Tages fiel mir ein Phänomen auf, warum kaum jemand eine Herleitung von Zusammenhängen hören mag und immer wieder nur eine mehr oder weniger kurze Antwort erwartet.
Später wurde mir klar, warum sich gewohnte Dialoge entweder im Rahmen mengenmäßiger Auflistung meist aus Bisherigem oder „pingpong-artig“ abspielen.

„Wir haben auch viele Lösungen“, schrieb mir erst neulich ein bekannter Aufklärer. Ein anderer schrieb mir: „Jeder(!) habe ja seinen eigenen Bewusstwerdungsprozess.“
In einem Telefonat bestimmte ein Stellvertreter seiner Reichs-Gemeinde: „Die anderen sind noch nicht soweit.“
Vor drei Jahren entgegnete mir in einem Telefonat eine andere Szenengröße: „Das ist es, das muss unter die Leute!“ Gehört habe ich danach nichts mehr.
Den „Abschluss“ bildete eine Szenengröße, die sich mehr der weniger damit beschäftigt, dass zu veröffentlichen, was die „Leserschaft auch versteht“, obwohl die Forderung nach der Neuen Zeit auch dort sehr groß ist.

Ei der Daus!
Ich sage es ganz offen: Die Zahl jener, die wirklich das Neue wollen, ist eher dünn besiedelt – jene die es laut wünschen, darauf hoffen, hingegen reichlich.

Sicher wird hier der eine oder andere einen berechtigten Einspruch einlegen. Verständlich. Worauf ich damit hinaus will, ist etwas anderes.

Viel zu sehr wird sich mit Problemen beschäftigt und diese gewälzt, während eine Lösung in der Regel durch Verdrängung stattfinden soll.
Schuldzuweisung, Kampf, Ausgrenzung, Widerstand und Flucht sind lediglich Konzepte der Verdrängung. Demonstration, Klagen und Beschweren lediglich Konzepte, dem im Innen entstehenden Leidensdruck ein Ventil zu geben. Die übliche Feindbildprojektion mal außen vorgelassen – als Erfindung des „Ichs“ zur Abgrenzung und Verteidigung gegen Veränderung durch andere, als bekannte (tolerierte) Informationen.

„Wahrgenommene Unsäglichkeiten sind nur Symptome des Systems und die Aufgabe besteht in der Infragestellung des Systems und nicht in bloßer Auflistung der Unsäglichkeiten und verantwortlichen Schuldigen!!!“

Es geht ums Weiterdenken und nicht um „reichlich“ viel Beschäftigung mit Symptomen.

Die dabei auftauchende Frage lautet: Mag man jedes Themenrad ständig neu erfinden wollen oder macht es Sinn, die Erkenntnisse in einen sich zu einem Gesamtbild entwickelnden Entwicklungszusammenhang zu stellen? Ab und zu heißt es doch: „Man müsse ja endlich zusammenarbeiten.“

Randbemerkung:
Die Tage erhielt ich eine E-Mail, dass eine Szenengröße in Geldnot ist, obwohl sie sich sehr engagiert.
Wenn ich mir andere Blogs anschaue, dann ist deutlich erkennbar, dass dort sehr viel Zeit aufgewandt wird, dies der Leserschaft jedoch nichts wert zu sein scheint.

Woran das wohl liegen mag?

P.S. Kommen Sie mir jetzt nicht einfach damit, dass gestern alles besser gewesen sein soll. Die Frage ist hier nicht, was Sie davon haben, sondern was Sie bereit sind zu tun.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.