Curriculi! Currcula! – Über das Lernen in der alten Weltordnung

„Wissen ist Macht“, sagt der Theoretiker; „Wissen ist, wie man’s macht“, der Praktiker.“

Telefonierte vorhin mit meinem Kollegen Matthäus aus Fulda. Während des Telefonats fiel des Öfteren das Wort „Curriculum“. Nachdem wir noch mal bei Wikipedia gewühlt hatten und zunächst über „Lehrplan“ stolperten, waren die weiteren Bedeutungen dieses Wortes wesentlich interessanter. Denn bedeutet „Curriculum“: Wettlauf, Umlauf, Kreisbahn, Lauf.

Ich musste schmunzeln, weil es nichts anderes ist, als jene Waschmaschine, an deren gesellschaftlichen Grenzen (Konventionen, Gewohnheiten) man irgendwann gerät: Das System.

„Der berühmte Blick über den Tellerrand endet hier in der Regel damit, dass man sich wieder auf die Suppe stürzt, weil diese einem sonst weggenommen wird.“

„Schatz, in Afrika wären die Kinder froh, wenn sie nur die Hälfte von der Suppe hätten.“ „Ich auch , Mama.“

Eine Waschmaschine, in der die Menschen von Generation zu Generation hineinwuchsen und sich im Kreise gesellschaftlicher Konventionen und konditioniert geistiger und vor allem auch vereinbarter Selbsthaltung „aufgehoben“ fühlten.

Das mag hart klingen, doch wurde mehrheitlich nur system- und artgerechtes Wissen vermittelt, alles andere ließ man außen vor, nicht selten stigmatisiert, tabuisiert oder übertüncht mit Lügen (liegen, überlagern), Märchen und Halbwahrheiten.

„Der Blick in die Umwelt verrät die Notwendigkeit des Umdenkens.“

„Du darfst alles hinterfragen, nur mich, „das System“ nicht, in dem du fortan Deinen Vasallendienst zu tun hast.“

„Man lernt ‚genormtes Wissen’ in der Hoffnung, draußen auf standardisierte Probleme zu treffen.“

So manche „Standardsoftware“ gleicht dem Versuch, einen ganzen Thunfisch in eine Sardinenbüchse packen zu wollen.“

„Schnell erkennt man, dass es darum ging, die Lehrer in der Beschäftigung zu halten, damit sie Wissen von gestern, den Generationen von morgen oktroyieren.“

Das war wohl gerade ein heftiger Schlag in die Bildungsferse.

„Jegliche Theorie über den Geschmack von Mars, scheitert an erlebter Praxis.“

„Haptik macht in der sensuellen Wahrnehmung gerade mal 2% aus.“ „So wie Du, hat mich noch nie ein Mann berührt.“

„Die herrschende Meinung, ist die Meinung der herrschenden – Masse.“

„Die Betreuungswürdigen wählen ihre Betreuer fürs betreut sein. Weitere Informationen auf www.komfortsofa247.de.“

„Artgerecht“ ist jener Begriff, welcher Menschen ausmacht, die sich in der klassischen Schule gewohnt haben gleichschalten lassen. Wobei der Käse bereits in der Familie seinen Anfang und im Beruf durch „Belohnung“ für Hörigsein seine Auswüchse findet.

„Wer dort, wo Ingenieure benötigt werden, Bäcker und Metzger einstellt, darf sich nicht wundern, wenn Menschen Führung brauchen.“

„Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, machst du das, was ich will.“

„Solange Du meine Füße unter Deinen Tisch stellst, kann es sein, dass du nur ein Menschfresser bist.“ 😀

Geistige Gleichschaltung führt zu Wettkampf und Konkurrenz: Alle in euphorischem Streben nach bedingter Anerkennung und Aufmerksamkeit für „artgerechtes“ Verhalten (als konditionierter Untergebener) im Sinne eines Systems, dessen Zustand als „spätrömisch dekadent“ bezeichnet werden mag.

„Du bist dann gut, wenn uns das gefällt.“

„Nur der Lemming macht Picknick bei den Klippen.“

Man sieht deutlich, wie familiäre Muster sich auf die angelagerten Systemstrukturen übertragen, Noten als systemgerechte Belohnung und Symbol bedingter Liebe.

„Ich bin Agra-Ingenieur. Nach dem Studium musste ich feststellen, dass alles was ich gelernt hatte, in der Praxis nicht funktionierte. Praxis ist einfach anders.“

„Menschen brauchen Führung. Hab‘ ich recht, Mutter?“

Die Schule als künstliches Umfeld, um künstliche Intelligenz zu verfestigen, wo Menschen bewusstlos bleiben, damit sie in einem globalen Geschäftsmodell beschäftigt sind und auf Anweisung funktionieren. Weil es schon immer so war, und weit ab vom natürlichen Lernprozess und dem eigenen Umgang mit Vernunft.

„Der Vernünftige braucht keine Betreuung – nur jener, der sich unvernünftig halten lässt.“

„Ich habe allen erzählt, dass es in der Andromedagalaxie einen bewohnbaren Planeten ohne die aktuellen Probleme gibt und jetzt sind alle weg. Endlich habe ich meine Ruhe.“

So mag der eine oder andere sich beurteilt sehen, doch ist es lediglich eine Bewertung. Bewertung ist ein Grundprinzip der Wahrnehmung, um Unterschiede zwischen den beiden Seiten der Medaille „Bewusstsein“ festzustellen.

Auf diese Weise transformiert sich der gewohnte Kreisverkehr in eine Spirale der Bewusstwerdung.

Denn alles seinen Sinn. Mit dem stattfindenden Paradigmenwechsel verfällt das Alte nicht wirklich, sondern es verändert lediglich seine Bedeutung und wir unsere Anschauung – die Weltanschauung.

Das Alte lehrte uns, wie man es nicht macht. Deshalb gilt ihm der Dank.

„Und wo ist da jetzt die Lösung?“

Eine berechtigte Frage, denn was mag Bildung im Wesentlichen vermitteln? Es ist jene Art und Weise, wie wir uns selbst sehen, fühlen, denken und handeln im Täglichen und im Sinne der eigenen Entwicklung.

„Aber die anderen lassen uns nicht.“ „Opfer.“

Das Außen ist lediglich ein Spiegel des Inneren. Ein Geldsystem bspw., als Spiegel einer in sich leeren Gesellschaft.

Eine Weltanschauung, gelernt und konventioniert als eine Ansammlung von einzelnen Dingen und Teilen und scheinbar unabhängig voneinander existierenden Problemen, die sich in Wirklichkeit als Symptome (Phänomene) und damit verbundener Beschäftigungstherapie präsentieren, die sich beim Begreifen einer Welt als dynamischer Zusammenhänge und Wechselwirkungen an ihren Ursachen regulieren und auflösen lassen – vereinfacht ausgedrückt.

Die alte Weltordnung, wo man mit fachorientierter Symptompflege sein Geschäft machte (Marktlücken) und zunehmender Komplexität und in der neuen, wo das Auflösen der Ursachen zu Vereinfachung führt – auch ein Geschäft – vereinfacht ausgedrückt.

Die alte Weltordnung, die sich durch zunehmende Kompliziertheit, Überfrachtung und Quantität zum Ausdruck bringt, aus der sich eine neue Qualität zur Welt bringt – hin zu einer interdisziplinären Fühl-, Sicht- und Handlungsweise.

„Wissen ist Macht“, sagt der Theoretiker; „Wissen ist, wie man’s macht“, der Praktiker.“

„Das Wesentliche ist das Wesentliche, alles andere sind Phänomene von ihm.“

„Wie heißen sie?“„Entweder, oder.“ Und wie wollen sie heißen?“ „Sowohl, als auch.“

Das waren jetzt mal 10.000 Jahre auf dreieinhalb Seiten.

Ich muss noch heißes Wasser zum basischen Fußbad zugeben, es wird langsam kalt.