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Das Aus klassischer Ideologien

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Noch immer glaubt man sich in jener Denk- und Handlungsbereitschaft, dass es genüge, sich innerhalb bekannter Ideologien zur „Lösungsfindung“ nur von A nach B hin- und herbewegen zu müssen. Und es gibt sie noch, die in der Vorstellung unterwegs sind, dass es sogar genügen würde, nur einer anderen Partei beizutreten, um etwas „verändern“ zu können.

Verändern vielleicht, jedoch stets innerhalb der Konventionen der alten Ordnung und man unterlasse es gefälligst, die darin geltenden Prinzipien zu hinterfragen, sonst wird man als „Systemverhetzer“ gebrandmarkt.

Innerhalb des Aquariums atmen dabei die Fischs alle nur jenes Wasser, was sie mit ihrem Geist und Körper zu verunreinigen wissen und sich gleichzeitig dabei beschweren.

„Wer sich beschwert, erleichtert sich nicht.“

Und nun bringen die Aquariums- und Fischbetreuer auch noch den Negativzins ins System, der ja alles andere als ein appetitlicher Happen zu sein scheint. Was er jedoch ist.
Denn die Teilnahme am positiven Zinsen entspricht der Teilnahme an der kollektiven Selbstversklavung und Selbstausbeutung, da Zinsen ja nie mit geschaffen werden (wurden) und so durch zusätzliche „Wertschöpfung“ zu erbringen sind (waren). So am Rande.

Bereits vor langer Zeit habe ich mir die bekannten klassischen Ideologien angeschaut, Marx’ „Kommunistische Manifest“ gelesen und sogar die sogenannten „Anarchisten“ besucht, die in Zusammenabeit mit den gewohnten Behörden ein Haus ihr eigen nennen.
Irgendwann war es dann viel interessanter, welche Organisationsform in der jeweiligen Ideologie „gelebt“ wurde und in der Regel blieb die Hierarchie übrig, was mich dann dazu brachte darüber nachzudenken, welche Mechanismen zu einer Hierarchie führen.

Als damaliges CDU-Mitglied in Fulda – in Fulda ist man katholisch und in der Partei – beschäftigte ich mich in 2009 zur „Bundestagswahl“ mit den Parteiprogrammen, die sich in der Art der Formulierungen zwar unterschieden, letztlich jedoch nur eine einzige Soße darstellten. Das war dann für mich der Grund mit dem Argument „traditionell-konventioneller Denk- und Verhaltensmuster“ auszutreten.

In 2012/13 warf  ich einen Blick in die bekannte Welt und schaute mir die Länder und ihre „Re-Gierungen“ und Organisationsformen an. Es blieb in der Regel die Hierarchie übrig.

„Die Gierigen brauchen eine Re-Gierung.“

Es wird gewählt und die Erwählten befinden über eine sie wählende Masse oder es erheben sich gewaltsam irgendwelche Akteure, um über die anderen zu bestimmen. Die Vorgesetzten und ihre belohnten Untergebenden, die Betreuer und ihre Betreuten, die Herren und ihre Sklaven, die Lehnsherren und ihre Lehensnehmer, die Bankkaufleute und ihre Wertschöpfer.

Es lohnt sich auch einen Blick auf die Religionen zu werfen, wenn man aufmerksam nach einer Hierarchie Ausschau hält. Der Turm zu Babel ruft.

Wenn ich mir bspw. den Entwurf einer Diplomarbeit eines Afrikaners anschaue, den ich damals in Gelsenkirchen gelesen habe, mir den sogenannten „Dschihad“, wie er gewohnt propagiert wird anschaue, so bin ich dahingehend beruhigt, dass sowohl die Afrikaner und die Muslime unter den gleichen Grundkonditionierungen unterwegs sind.

Im eigentlichen Sinne ist der „Dschihad“ die Arbeit in einem selbst und nicht „woanders“ und die Afrikaner hatten auch Mütter.

„Gott ist mir näher, als meine Halsschlagader“, ist jener Satz aus dem Quran, der auf den eigentlichen Ort bisher verdrängter, innewohnender „Göttlichkeit“ und damit dezentral hinweist.

Die Form monotheistischer Ausrichtung in Verbindung mit vorgesetzten Vertretern, ist also grundsätzlich zu in Frage zu stellen.

Das Grundprinzip lautet: Das Leben und darin wirkende Aufgabe der Bewusstwerdung weiterzubringen und nicht über das Leben anderer zu befinden.

Gleiches gilt für die Methoden „Belohnung und Bestrafung“ als Handlungsmuster einer „Gottheit“, was absoluter Unfug ist, lediglich vom Menschen geschaffen, um auf andere einzuwirken.

„Kain, Abel! Das Essen ist fertig.“

„Du bist solange gut, solange mir dies gefällt.“

Somit genügt es, sich in einen Erkenntnisdialog in Form des Kategorischen Imperativs zu begeben und die klassische Ebene vordringlich materieller Orientierung, einhergehender Unterteilung und Fürsichbeanspruchung gemeinsam zu überwinden.

Die Lösung ist nicht fern.

Noch einen schönen Tag.