Das Gesetzgebende in seiner bisherigen Bedeutung in Frage stellen

(v1.1) Wer hier auf dem Blog den einen oder anderen Beitrag liest, wird erkennen, dass die Aufgabe darin besteht, nicht das Alte einfach nur zu verdrängen, sondern logisch herleitbar in Frage zu stellen.
Dadurch verliert es an seiner bisherigen Bedeutungshoheit, was auch den eigentlichen Motor und Antrieb des Wandels ausmacht.

Der Wandel findet sowieso statt. Die Frage ist nur, erlebt man ihn als „klagendes Opfer der Umstände“ oder vollzieht man ihn durch eigene, bewusste und selbst entschlossene, menschlich-persönliche Entwicklung.

Neben der Infragestellung findet auch der „Kategorische Imperativ“ praktische Anwendung und damit auch die Aufgabe des Menschen, den Weg zurück zu natürlichen Regelwerken zu finden – kompakt ausgedrückt.

Wer meint „Zurück zur Natur“ bedeute, nur in den Wald zu gehen,mag hierüber vordenken: „Zwischen Fremdbestimmung in einer Waldumgebung oder einer in einem modernen Hochhaus, besteht prinzipiell kein Unterschied.“

Bruder „Jakob“
Dass man den „Platz neben Jakob“ nicht einfordern kann, sollte so manchem Akteur dann klar sein, wenn er erkannt hat, dass „Jakob“ nur das eigene „Ich“ verkörpert und der Mensch in der Regel nach seinem „Jakob“ funktioniert, solange er seinen „Jakob“ (Denk- und Verhaltensweisen) nicht hinterfragt.
Solange wird er unter der Fuchtel dieser sein übliches Dasein (also nicht Herr über sich selbst zu sein) fristen – bis er sich auf den „Weg“ macht oder (im „Töpfergrund“) verschwindet, siehe: „Esau-Segen“

So mancher Akteur stellt(e) mitunter wiederholt die Frage: „Ja, wenn doch die Gesetze nicht mehr „gültig“ sind, warum gehen die anderen dann nicht einfach nach Hause?“
Ganz einfach, weil es nur auf Verdrängung basierendes Wunschdenken ist. Denn klammern sich der möglicherweise betroffene Kritiker wie auch „sein Bestes“ haben wollender „Gegenspieler“ ans Geld (und somit den Hauptbetreuern, den Bankern) wie auch an das Wohlwollen ihrer nächsten Vorgesetzten, was beide wiederum zu Verfechtern der alten Ordnung macht.

Was die Rolle der „Gesetzgeber“ betrifft:

„Das Recht ist fragwürdig, die Macht ist unverkennbar und fraglos. So konnte man die Macht nicht mit dem Recht verleihen, weil die Macht dem Recht widersprach und behauptete, es sei ungerecht und sie wäre es, die das Recht sei. Und da man nicht machen konnte, daß das, was recht ist, mächtig sei, macht man das, was mächtig ist, zum Recht.“ (Blaise Pascal, 1623-1662, Fragment Nr.298) Zitat aus „Der verborgene Pascal“ von Theophil Spoerri, Seite 132)

„Es ist gefährlich dem Volke zu sagen, daß die Gesetze nicht gerecht sind, denn es gehorcht ihnen nur, weil es glaubt, daß sie gerecht sind. Deshalb muß man ihm gleichzeitig sagen, daß man ihm gehorchen muß, weil sie Gesetze sind, wie man den Vorgesetzten gehorchen muß, nicht weil sie gerechte Leute, sondern weil sie Vorgesetzte sind. Wenn es gelingt, dies verständlich zu machen und daß hierin die eigentliche Definition der Gerechtigkeit besteht, dann ist man jeder Auflehnung zuvorgekommen.“ (Blaise Pascal, 1623-1662, Fragment Nr.326) Zitat aus „Der verborgene Pascal“ von Theophil Spoerri, Seite 133)

Das vom Menschen geschaffene Recht spielt bei allem nur vorgeschobene Rolle, wenn es um den werten Vorteil geht, um den Erhalt von Machtstrukturen (Vorgesetztenfunktion) oder Eigentum, Besitz, Hab und Gut. Dadurch bewegt er sich innerhalb der von ihm geschaffenen Fiktion. Verträge stellen dabei künstliche Zusammenhänge her, die es in der Natur so nicht gibt.

„Künstlich geschaffene Regelwerke müssen – im Gegensatz zu den natürlichen Regelwerken – geschaffen und durchgesetzt werden. Sie sind nicht selbstregelnd, da die wesentlichen Selbstregelmechanismen des Menschen – Vernunft und Gewissen – eben nicht entwickelt werden dürfen, da sich das System (der Fremdbestimmung) mit seinen künstlichen Regelwerken dadurch selbst offenbart und so in Frage stellt.“

Was die Rolle der „Ausführer“ betrifft:

„Wissen sie, warum sie in der Funktion als Polizeibediensteter existieren?“ „Nein.“ „Weil sie vorgeschickt werden, um die Auswirkungen gesellschaftlich tolerierter Unvernunft oberflächlich zu kaschieren.“ „Stimmt. Und ich gehe davon aus, dass dies noch lange Weile der Fall sein wird.“ Gespräch mit Selbigem in 2017

Was die übliche Gewissenlosigkeit (in der Gesellschaft) betrifft:

„Nehmen Sie einmal den Fall eines Völkermordes. Da beschließt ein eiskalter Diktator fünf sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder umbringen zu lassen. Dafür braucht er doch mindestens eine Millionen Komplizen. Mörder und Henker. Wie macht er das, dass man ihm gehorcht?
Indem er die Verantwortung auf viele Leute verteilt. Ein Diktator braucht einen funktionierenden Staatsapparat. Das heißt, er braucht Millionen von kleinen Funktionären, von denen jeder eine anscheinend eine unbedeutende Aufgabe wahrzunehmen hat.
Und jeder von ihnen wird diese Aufgabe ausführen – mit Kompetenz – und ohne Bedenken.
Und niemand wird sich klarmachen, dass er der millionste Teil eines grausamen Verbrechens ist.“ „I wie Ikarus“, 1979

Erkannt, dass bisher nichts dazugelernt wurde?

Damit das alles zumindest eine Weile (in der Hoffnung auf unendliche Ausdehnung) funktioniert, unterlässt man es, den Betreuten jene Informationen zur Hand zu geben (oder hören zu wollen), die eine wahrscheinliche und fundamentale Veränderung der gewohnten Strukturen und Beziehungen zur Folge hat – und damit auch das Ende des Komfortsofas für alle Teilnehmer.

Jedoch ist das der erste Schritt zur Menschwerdung, raus aus dem Wust der Rollen und gesellschaftlich anerzogenen Zwänge und Konventionen. Hat man das erst einmal erkannt, verliert ein„Gelber Schein“, ein „Reichsausweis“ oder eine „Urkunde 146“ oder sonstiges „Papiertraktieren“ gänzlich an Bedeutung.

Hat man darüber hinaus auch die Ursache für die Existenz des vom Menschen gemachten Rechts verstanden, so ist es ein leichtes, diesen Hebel umzulegen.

Um es so auszudrücken: Wer will, dass sich etwas ändert, kann nur bei sich selbst und durch Beobachtung und Infragestellung etwas bewegen.

Dort wo Widersprüche herrschen, findet der „Kategorische Imperativ“ Anwendung: Welche Überschrift verbindet die Gegensätze? Das ist der Schlüssel, der aus der Misere herausführt, andernfalls… Die Frage kann man auch nicht mit dem üblichen Wissen beantworten, um so manch voreiligen Spritzer in die Schranken zu weisen.

Für alle, die auf bessere Zeiten warten, werden in der Regel nur eine sich zunehmend unangenehm entwickelnde Gesamtsituation erleben – bis auch sie sich auf den Weg machen… oder sich sozusagen „verflüchtigen“.

Vom Komplizierten zum Einfachen
Die Regelwerke der Natur sind einfach nur da und brauchen vom Menschen nur erkannt und – einmal verinnerlicht beim Gestalten(!) nur noch angewandt. Mit den gewohnt anerzogenen Denk- und Verhaltensweisen (z.B. so zu tun, als ob man vernünftig ist) erweist sich dies jedoch als schwierig.

Eine Veränderung kann also nur erfolgen, bzw. erfahren werden, indem eben von diesen Denk- und Verhaltensweisen Schritt für Schritt abgelassen wird, während sich dabei die natürlichen Regelwerke zunehmend offenbaren. An diesem Punkt erkennt man die alte Ordnung auch als eine Überlagerung der schon immer existierenden, natürlichen Ordnung.

Hat man beides das erste Mal vor sich sieht, setzt nicht nur die Erosion der künstlichen Regelwerke und der damit eingehenden Rollen (Funktionen) der Gesetzgeber, -anwender und -umsetzer ein. Man erkennt auch das erste Mal eine vollkommen neue Position, von der aus man die Dinge betrachtet.

Natürliche Regelwerke benötigen keine derartigen Funktionen, wenn der Mensch sie selbst erkannt und verinnerlicht hat.

Auch das gehört zu einem selbstbestimmenden Menschen.

„Vernunft ist der intuitiv getriggerte Prozess zwischen bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen. Sie ist der Hort der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit. Gewissen ist zu spüren, was rechtens ist.“