Das unentdeckte Land

(V1.1) Während sich der gewohnte Mensch bemüht, seinen täglichen Ablauf nachzugehen, gab und gibt es jene, die sich auf die Suche machen, um die gewohnten Grenzen gesellschaftlicher Konventionen überschritten.

So wie sich der Mensch über die Jahrhunderte aufmachte, die Erde zu erkunden und neue Landmassen zu entdecken, steht er seit Anbeginn auch seiner geistigen Erkundung gegenüber.

Gerade diesen Prozess überlässt er gerne anderen, aus dem Grund, weil ihm die Erfahrung mit „Neuem“ als unangenehm empfunden in Erinnerung ist – nicht selten entstanden durch eine Bestrafung für seine eigenständige Entwicklung durch eine ermächtigte oder sich als ermächtigt sehende „Autorität“.

Wenn man erkennt, dass das System etwas ist, was man nicht einfach durch einen Ortwechsel „verlassen“ kann, bleibt im Kern nur ein sinnvoller Ausweg: Um- und Weiterdenken. Denn dort, wo um- und weitergedacht wird, findet das System auch seinen „Sitz“.

Dort finden sich jene „Orte“, die es einem ermöglichen, das Bisherige aus einer anderen Warte zu betrachten, ja erst eine sachorientierte Systembetrachtung ermöglichen.

An solch einer Position fällt zudem auf, dass das als „Böse“ erachtete gar nicht so „böse“ ist, sondern nur aus Sicht gewohnter Feindbildprojektion heraus so gesehen wird, die ebenfalls ihre Ursache in der Bestrafung (Methode zu Anpassung) findet.

„Das Leben kann nur in der Rückschau verstanden werden, muss aber in der Vorschau gelebt werden.“ Experimenter

Gewohnte Betrachtungen geschehen aus einer gesellschaftlich tolerierten und als „normal“ erachteten Opferhaltung heraus, die sich in der Regel durch Besorgnis um das Bestehende oder durch mögliche Gefahren zum Ausdruck bringt, während sich so manche Akteure „auserkoren“ sehen, jene Opfer schützen oder ihnen „finanziell unter die Arme greifen“ zu müssen.

Der so entstehende Vertrag zwischen beiden Teilnehmern sorgt zum einen für die Fortführung des Systems (gewohnte Denk- und Verhaltensmuster auf beiden Seiten), während eine Infragestellung der grundsätzlichen Existenz einer solchen Konstellation zueinander wie auch die Ursache für das Verhalten für das symptomartige Bekämpfen wahrgenommener „Probleme“ außen vor bleibt.

Um es jetzt mal so zu schreiben, dass es jeder erkennt, wenn auch nicht gleich versteht: Der grundsätzliche Umgang mit wahrgenommenen Problemen wurde kollektiv falsch gelernt!

Wer nun fordernd fragt, wie man die wahrgenommenen Probleme denn „lösen“ kann, steht mit dieser Frage bereits im nächsten Fettnäpfchen. Denn auch die Vorstellung alles vorher planen zu wollen, trifft auf zu transformierende Strukturen nicht zu.

Die Frage erzeugt durch ihre Fragestellung bereits ein leeres Gefühl, da sei bereits falsch gestellt ist.

Das passt im Übrigen auch auf das „deutsche Thema“, wo es nicht darum geht, ob etwas stattgefunden hat oder nicht, sondern im Raum (den man als Welt bezeichnet) zwischen Geist und Materie vorhanden ist und so die Frage lautet: Was ist die Ursache, dass so etwas grundsätzlich(!) geschehen kann?

Da hilft natürlich das übliche Gebrummel nicht weiter, dass irgendwo ein paar Verantwortliche sitzen, die an allem Schuld sind und die Deutschen nur die Opfer. Das ist zu einfach gedacht und das Opfer/Täter-Konzept zu einer Erfindung de „Ichs“ verkommen lässt.

„In Religionen ist das „Ich“ in der Figur des Teufels manifestiert. Natürlich realisiert niemand, wie klug das „Ich“ ist, denn es erschuf den Teufel, und man kann jemand anders die Schuld geben.“ Dr. Deepak Chopra, M. D.

Und so offenbart sich auch, dass sich die Gesellschaft ein „einfaches Verständnis“ zur Welt in der sie lebt, geschaffen hat, die sie damit selbst erzeugt.

Das werden ihr die Betreuer natürlich nicht auf die Nase binden. Lieber sorgt man für die Zunahme verantwortungs- und konsequenzfreier Lebenszeit, um die Betreuten für sich arbeiten zu lassen.

Denn letztlich schafft nur einer von beiden wirkliche Werte. Geld hat nur einen Scheinwert.

Die Wertschöpfungsfähigkeit und damit verbundene Entwicklung des Menschen, ist einer der wesentlichen Aspekte, worum es bei dem Ganzen geht.

Der Mensch hat sich zu sehr von Jakobs (das „Ich“ des Menschen) „Roten Linsen“ vereinnahmen lassen.

„Da sagte sein Vater Isaak zu ihm: »Dort, wo du wohnst, wird das Land nicht fruchtbar sein, kein Regen fällt darauf. Mithilfe deines Schwertes musst du dich ernähren. Und deinem Bruder wirst du dienen, doch dann wirst du seine Herrschaft abschütteln und frei sein.“ 1. Mose, 39,40

Wer noch der Meinung ist, man könne den Platz neben Jakob mal eben so „einfordern“, hat die dahinterliegende Aufgabe, wo sich die notwendige Augenhöhe am Ende von selbst ergibt, noch nicht erfasst.

Wer noch der Meinung ist, dass man nur kräftig vor einem Gericht klagen muss, um „Recht“ und „Gerechtigkeit“ zu erlangen, dem sei ans Herz gelegt, dass sich seine Bestrebungen nur innerhalb der Fiktion abspielen – selbst wenn er das aktuell noch nicht versteht.

Wer noch der Meinung ist, es gäbe Schuldige und Feinde, der mag sich mit dem Thema: „Gesellschaftlich tolerierte Verdrängung und die Feindbildprojektion“ auseinandersetzen.

Wer noch der Meinung ist, es müsse sich endlich etwas ändern, während er sich nur im Klagen und Beschweren bewegt, tut gut daran, sich zu hinterfragen, was ihn denn so handeln lässt. Es sind nicht irgendwelche anderen, sondern nur seine eignen Denk- und Verhaltensmuster.

Wer noch der Meinung ist, das Alte müsse erst weg (was im Kern nur ein Verdrängungskonzept ist), damit das Neue Platz findet, dem mag die Frage gestellt sein, wann er denn dann wiederkommen mag.

Wer noch der Meinung ist, es bedürfte souveräner Fiktionen, der übersieht, dass es um individuell selbstbestimmende Menschen geht, was kein Akt der eben mal schnell stattfindet oder einem Stück Papier bedarf.

Wer noch in der Meinung ist, es würde gegen Menschenrechts verstoßen, der führe sich den ersten Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechts vor Augen, ob er nicht selbst dagegen bereits verstoßen hat – als er seinem Kind „die Richtung“ wies.

Wer noch der Meinung ist, das alles nicht zu verstehen, mag wiederkommen, wenn er es verstanden hat.

Musikalische Untermalung: