Das Universalrezept

Ich gehe mal davon aus, dass Sie schon gern was essen mögen. Vor allem, wenn es wunderbar zubereitet ist.

Mit der Zubereitung einer Pizza, ist es wie mit allen anderen Dingen, die der Mensch in seinem Schaffensprozess gestaltet. Ja, gestaltet. Er ist ein Gestalter, ein Wandler. Am Tun sieht er/man seine Entwicklung.

Bei einer Pizza kommt es nicht nur auf die Zutaten alleine an. Man kann edelste Zutaten verwenden und dennoch ist es jedes Mal ein Akt der Schöpfung.

Ich nehme acht Tomaten, drei frische Knoblauchzehen, wenn es geht, frischen Oregano (wir hatten das mal im Garten) und eine kleine Zwiebel.

Die Zwiebel schneide ich mit einem Messer ganz fein – ebenfalls die drei Knoblauchzehen.

Die Tomaten ritze ich mit dem Messer über Kreuz an und lege sie in einen großen, flachen Topf mit leicht köchelndem Wasser – Deckel darauf. Auf diese Weise lässt sich später die Haut von den Tomaten besser ablösen.

Während dessen nehme ich ein klassisches 550er-Weizenmehl, so ca. 700g und siebe es in eine große Schüssel. In die Mitte des gesiebten Mehls mache ich eine Mulde.

Ich schaue nach den Tomaten, die Haut löst sich bereits ab und nehme sie von der Herdplatte. Die Tomaten lege ich auf ein großes Schneidbrett und den Topf spüle ich kurz aus.

Nun ziehe ich die Haut der Tomaten ab, entferne den grünen Teil, viertel diese und gebe sie zurück in den Topf – dazu die fein geschnittene Zwiebel, den Knoblauch sowie einige frisch gezupfte Blättchen Oregano.

Das Ganze lasse ich unter einem Deckel nun leicht köcheln, während ich mich wieder der Zuzubereiten zuwende.

In die Mulde gebe ich einen halben Würfel frische Hefe, mit den Händen fein zerkleinert, eine Prise feines jodfreies Salz und ca. eine halbe bis dreiviertel Kaffeetasse lauwarmes Wasser – je nach Aufnahmefähigkeit des Mehls. Das sieht man dann beim Kneten.

Die Hefe vermenge ich unter Rühren mit einem Holzlöffel mit dem lauwarmen Wasser und etwas Mehl.

Hat sich eine leichte „Masse gebildet“ (Hefe hat ein anderes Bewusstsein), so beginne ich diese mit der Hand mit dem sie umgebenden Mehl langsam zu vermengen und füge dabei eine Tasse Olivenöl hinzu, ggf. noch etwas lauwarmes Wasser der Mehl.

Das Ziel ist ein dünner, knuspriger Teig, der nach dem Backen leicht vom Pizzablech heruntergleitet oder sich sehr leicht lösen lässt.

Hat sich in der Schüssel ein Teigklumpen gebildet, so lege ich diesen auf die bemehlte Arbeitsfläche. In der Schlüssel sollten jetzt so gut wie keine Teigreste mehr sein, da das Olivenöl das Ablösen erleichtert.

Unter Hinzufügen von etwas Mehl knete ich den Teig auf der Arbeitsfläche solange, bis er sich leicht und geschmeidig anfühlt und nicht mehr klebt – jedoch auch nicht reißt, wenn man ihn etwas in die Länge zieht.

Er ist dann am besten, wenn er sich wie zarte Haut anfühlt. Diesen Teig lege ich zum „gehen lassen“ in die Schüssel und stelle diese in die Spüle mit heißem Wasser, abgedeckt mit einem warmfeuchten Handtuch.

Ich stelle den Ofen auf 250 Grad Celsius und Grillen. Vorheizen ist wichtig, die Hitze ist intensiver und kommt dann zum rechten Zeitpunkt, wenn die Pizza belegt ist.

Der Belag gestaltet sich je nach Geschmack.

Ich verwende aus meiner Vorliebe heraus gerne grüne, mittelscharfe Peperoni (immer mit Stiel), eine Salami, die ihren Geschmack beim Erhitzen nicht gleich einbüßt, einen gekochten Schinken, große Gemüsezwiebeln (wegen der Optik), frische, nicht zu große Champignons, Artischockenherzen und als Käse geriebener Mozzarella, der nimmt beim Backen eine sehr schöne Bräunung an, während bspw. Emmentaler mir zu knusprig wird und Blasen schlägt, die eher an eine juckende Hautallergie erinnern.

Die Spitze abgeschnitten, lasse ich aus den Peperoni die Flüssigkeit heraus. Sie sehen, ich verwende da keine frischen.

Die Salami schneide ich in dünne Scheiben, ebenso den gekochten Schinken und die große Zwiebel in dünne Ringe.

Zwiebelringe sehen auf einer Pizza (und auch auf einem Flammkuchen) schöner aus, als kleine Würfelchen.

Die Artischockenherzen werden geviertelt, die Champignons in dünne Scheiben geschnitten, wo vorher der dunkle Teil vom Fuß entfernt wurde. Alles in einzelne Glasschälchen und diese angeordnet von links nach rechts.

Nun schaue ich nach den Tomaten, nehme sie vom Herd und püriere sie mit einem Rührstab zu einer Sauce – noch etwas Salz und frischen Muskatnuss hinzu.

Diese steht dann links neben den Glasschälchen. Der Teig sollte nun auch genug „gegangen“ sein – zumindest nicht soweit, dass er weg ist und knete ihn nochmals ordentlich durch – ohne Rechtsgrundlagen.

Nun kommen die Pizzableche ins Spiel. Diese sind 0,5mm Bleche, rund, brüniert, mit einem Durchmesser von über 300mm. Diese leicht mit Olivenöl einreiben.

Den Ofen schalte ich nun auf  Umluft um. Die Temperatur fällt in der Regel erst mal ab und stabilisiert sich dann wieder.

Gewöhnliche Ofenbleche beanspruchen zu viel Wärme für sich und was mir gefühlt-geschmacklich nicht gefällt, ist ein Belag, der auf einem „Schwammteig“ liegt und man dann beim Reinbeißen das Bild eines Komposthaufens entwickelt.

Das ist wie bei Verläufen in Grafiken, wenn dem Grafiker nichts mehr eingefallen ist.

Vom Teig nehme ich einen faustgroßen Teil und rolle ihn auf der nicht bemehlten Arbeitsplatte aus, ca. 3mm Dicke und größer als das Pizzablech.

Das Blech bereitliegend, ziehe ich den Teig von der Arbeitsplatte ab. Da hängt er und lege ich auf das Blech. Den Überstand (beim Druck heißt das „Beschnitt“), schneide ich mit einem scharfen Messer ab und den Teigrand an den Blechrand anlegend.

Von lockerer Hand wird nun der Teig mit Tomatensauce, Salami, Schinken, Peperoni, Pilzen und Zwiebelringen zügig belegt. Oben auf frisch gezupfte Blättchen Oregano und der geriebene Käse.

Hat der Ofen in der Zeit seine Temperatur erreicht, was man (beim Grillen am klicken des Drehreglers hören) bei Umluft man ausgegangen Licht sieht – kommt das Blech mit der Pizza in die berühmte „mittlere Höhe“ und die Temperatur wird auf 220 bis 230 Grad gestellt.

Während der Zeit kann man nun weitere Pizzen auf weiteren Blechen „montieren“.

Die erste Pizza ist dann fertig, wenn sich der Rand goldbraun von Pizzablech abgelöst hat und der Käse ebenfalls eine gewisse Bräune erreicht hat. Das sind so ca. 15 Minuten.

Mit einem zweiten Grillrost lässt sich natürlich die Leistung verdoppeln, da Bedarf es zwischendurch die Pizzen im Ofen selbst auszutauschen.

Die fertige Pizza rutscht vom Blech und lässt sich mit einem großen – besser: langen Messer durch Drücken „vierteilen“.

Der Teig ist knusprig und das Pizzastück sollte – in der Hand gehalten – bis in die Spitze gerade bleiben.

Am besten schmeckt sie aus der Hand, mit einem „leichten Roten“.

Das Grundmuster allen Handelns
Das vorangegangene Beispiel kann man vom Prinzip her auf alles anwenden, was man mit den eigenen Händen macht oder vorhat. Vor allem lernt man dabei selbst am meisten.

Es nutzt zum Beispiel wenig, einen Computer und tolle Programme zu haben, wenn das Gespür für liebevolle Details auf der Strecke bleibt, weil der Drang Geld „verdienen zu müssen“, die Kreativität auf Naheliegendes und Gewohntes zwangsreduziert.

Man „macht“ es sich sozusagen selbst und(!) anderen. Es macht keinen Sinn, es nur für andere zu machen, in der Erwartung, dann etwas zurück zu bekommen, denn so gehen die Bettler in der Regel leer aus – bis sie es verstanden haben.

Es macht auch keinen Sinn etwas zu machen, wenn man die Dinge selbst nicht mit Leben erfüllt. Da nutzt auch keine „Masse“ etwas, wenn diese Bereitschaft nicht gegeben ist. Scheinlebendiges bleibt scheinlebendig und fällt irgendwann in sich zusammen.

Aus diesem Grunde heißt es auch Beruf (von Berufung) und nicht Job. Die Wirksamkeit des Menschen hängt nicht nur von dem ab, was er am liebsten und am besten kann, was seinem Wesen entspricht und auch dann tut, wenn er keinen gewohnten „Lohn“ dafür erhält, sondern auch, was er darüber hinaus selbst bereit ist dazulernen zu wollen.

Denn solange er dann nur etwas macht und dafür eine „Belohnung“ erwartet, wird er herumdarben, wenn diese ausbleibt. Auf diese Weise macht er sich manipulierbar. So ist es für ihn selbst von Bedeutung, dass er seine Berufung findet.

„Die Wirksamkeit ergibt sich, wenn man zur rechten Zeit, am rechten Ort, mit dem dazu passenden Wissen und Können, das „Richtige“ macht und dann „funktioniert“ es auch.“

Hat man das Prinzip wirksamen Tuns erst einmal erkannt, so kann man fortan auch erkennen, ob ein Tun (das eigene oder ein beobachtetes) überhaupt zu etwas führt, reine Beschäftigung (Ablenkung von der eigenen Entwicklung) ist, es um gewohntes „Kriegen“ geht oder nur liebloses „herumwerkeln“ ist.

Das wiederum zeigt auch, wann man mal „nicht zu tun“ braucht und dies besser ist.

Am Tun kann man sie wieder einmal recht gut erkennen.

„Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile.“ Aristoteles

Letztlich beschreibt Aristoteles damit das Ergebnis eines Wertschöpfungsprozesses. Ein gelungenes Produkt synergetisch-symbiotisch vernetzter Komponenten und nicht nur eine Ansammlung oder Anhäufung einzelner Teile. Es ist eine Form der Organisation (was auch bedeutet, etwas mit Leben erfüllen) und das Prinzip des Lebens ist die Bedingungslosigkeit. Erst dann fließt das, was fließen mag.

„Schmeckt es?“ „Nee, ich esse es nur!“

„Mach’s mit Liebe, weil mache mussdes sowieso.“ Unternehmer aus Fulda

Wie wichtig auf einmal das Denken in Zusammenhängen und Wechselwirkungen ist, wenn es um Gestaltung von Lösungen geht und damit auch der Hinweis, bisherige Informationssammlungen und Offenbarungen auf „Pizzazutaten“ zu prüfen mit einem konkreten und machbaren(!) Ziel.

Denn mit Zusammenkippen (Friedensvertrag – besser: „Ruhevertrag“, um dann „die alte Nummer“ schieben wollen) und das war es damit, ist es nicht getan.

Es reicht auch nicht, nur „Masse zu bilden“, es gilt sich zu bilden. Die Masse entsteht dann von ganz alleine.

Und in diesem Wandel geht es sogar über die Konventionen hinweg. Es gilt Zutaten für und aus dem Morgen zu etwas Wirksamen zusammenzufügen.

Ich wünsche allen frohes Voranschreiten und raus aus dem „Hamsterrad“, der alten Weltordnung, der „Matrix“ oder auch dem „alten Bund“. Letztlich raus aus der gewohnten „Ich-Programmierung“, welche die alte Ordnung erzeugt, gegen die man sich nicht wehren kann, solange man an seinen Denk- und Verhaltensmustern festhält.

Musikalische Untermalung:

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