Das Verhalten der Systemgläubigen

Gerade las ich einen Beitrag über den Verfassungsbericht 2016, wo man den „Selbstverwaltern“ ein noch erheblicheres Gewaltpotential zugesteht, als den sogenannten „Reichsbürgern“.

Das sorgt auf der einen Seite in den befehlsmotivierten Strukturen für verordnete Aufmerksamkeit. Auf der anderen Seite scheint man sich „reichsmäßig“ irgendwo eingekuschelt zu haben. Gewalt ist sowieso kein Mittel eines vernunftvoll handelnden Menschen.

Scheinen da so ein bisschen die Nerven blank zu liegen und sich der Frust zu verbreiten? Offen gesagt, fehlt mir hier das passende Feedback.

Denn es meldet sich ja auch niemand, der etwas anders verlautbart – außer ein Bekannte, die den gleichen Eindruck gewonnen hat.

Man hat jetzt festgestellt, dass der Schütze aus Georgensgmünd doch kein „Reichsbürger“ war, sondern ein „Selbstverwalter“. Da bin ich aber froh, dass so eine Umkategorisierung doch für eine Erleichterung in der „Szene“ schafft.

Man begründet den Unterschied zwischen „Selbstverwaltern“  und „Reichsbürgern“ damit, dass erstere mit ihrer Proklamation aus der BRD ausgetreten seien.

Wer jetzt noch glaubt, dass ich das bunte Treiben auf beiden(!) Seiten noch für ernsthaft halte, der ist auf dem Holzweg.

Eine Szene, die sich an Gesetze aus dem Vorgestern(!) klammert, um damit dem hiesigen Apparat von Gestern(!) Paroli bieten zu wollen.

Zumindest hat der bayrische Verfassungsschutz vor, noch stärker gegen „Reichsbürger“ vorgehen zu wollen. Solange der das noch ist, bin ich beruhigt. Da hat er was zu tun.

Dass die BRD-gläubigen, die Selbstverwalter und die „Reichsbürger“ weiterhin(!) noch Teilnehmer des „Systems“ sind, fällt dabei nicht auf. Das lässt sich anhand des Gegeneinanders erkennen, in dem sich alle bewegen.

Denn keiner der drei hat verstanden, was „das System“ im eigentlichen Sinne ist. Ich bin da auch ganz entspannt, dass das jemand überhaupt erkennen mag, weil man sich an irgendwelche Systemkonventionen hält und diese nutzt, erkennt man das „System“ an sich an.

Denn das „System“ ist etwas ganz anderes.

Das ist auch der Grund, warum die „Szene“ da nicht weiterkommt, sich aufgerieben hat und sich jetzt lieber in der Selbstbeschäftigung übt. Vielleicht bringt die BRD ja einen grünen Heimatschein raus, den man wieder „beantragen“ kann.

Als ich noch ein Kind war, haben wir unsere Ausweise auch selbst gemacht.

Ich schreibe das extra so provokant, weil sich ja sowieso niemand meldet und gegenargumentiert.

Neulich hat mich jemand von der „Polizei“ gefragt, ob ich einen Reichsausweis habe. „So was brauche ich nicht. Ich bin kein Reichsbürger. Ich bin Aufklärer“, habe ich dann gesagt.

Wie einfach doch so manches Denken ist.

Die „Szene“ lässt sich gern für die Machenschaften der Altverbliebenen missbrauchen, wenn es darum geht, dem noch artigen Wählerbürger ein paar böse Buben vorhalten zu wollen. Denn dafür genügt der schießwütige Reichsbürger oder der gewaltbereite Selbstverwalter allemal.

Ich schenke diesen Aussagen insgesamt keinen Glauben, wenn von Gewaltpotential gesprochen wird, denn habe ich einen Großteil der Szene kennengelernt.

Denn handelt es sich in der Regel um Menschen, deren Existenz sich nicht in normalen Bahnen bewegt.

Und dabei entsteht der Eindruck, dass eine große Mehrheit eher einem künstlichen Reinigungsprozess ausgesetzt war und ist, um auf das Andersdenken ausgrenzen, eine notwendige Marktbereinigung zu vollziehen und um weiter für den Ansehenserhalt altparteilicher Märchenstunden sorgen zu wollen, indem man dem Leser den „bösen Wolf“ vorführt – in einem verfallenden System.

Und um es auf den Punkt zu bringen: Die BRD hat de jure in 1990 aufgehört zu existieren. Das hat mit Leugnen nichts zu tun.

Ihr fehlt die Rechtsstaatlichkeit sowie die Rechtsgrundlagen, wie sie für künstliche, vom Menschen geschaffene Konstrukte halt notwendig sind.

Das was sie noch am Leben erhält, sind lediglich ihre gläubigen und belohnten Anhänger und willfährigen Befehlsempfänger, siehe Milgram-Experiment.

Das ist ja alles noch verdaubar.

Interessant wird es an dem Punkt, wenn man erkennt, dass das gewohnte Verhaltensmuster der Feindbild-Projektion die meisten Köpfe beherrscht, um so die eigene Positionsexistenz sichern zu wollen.

Dann ist man am inner-äußeren Punkt des Systems angelangt, wo sich die altsystemische Eintracht aus BRD-Verbliebenen, Reichsbürgern und Selbstverwaltern in ungewollter Einigkeit dem Speichel aufwühlenden Bruderkuss (mit Zunge) hingibt.

Denn wer es noch nicht so ganz verstanden haben mag: Es geht nicht darum im Gestern zu wühlen, um irgendwelche Toten für morgen wiedererwecken oder warmhalten zu wollen.

Die alte Weltordnung geht zu Ende und damit verbunden alles, was sich einst aus ihren Prinzipien heraus in diese Welt brachte.

P.S. Was hingegen immer wieder auffällig ist, dass zwei „zu Felde“ ziehen, damit einer wieder seine Haut zu retten versucht. Und warum die Angst? Sollte es letztlich doch so sein, dass man sich nur bereichern wollte und der usige Mob am Ende doch zu einem Problem wird? Ist das alles nicht ein wenig zu klein gedacht?

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