Dem Gewohnten zum Trotze

Ich wachte die Tage mit dem Gedanken auf, ein auch in der Aufklärerszene herrschendes Thema, nochmals aus dem Blickwinkel der neuen Zeit darzulegen. Es handelt sich um das „Recht“.

Das Thema zeigt, wie auch einige andere Themen, welch fundamentalen Einfluss die Denkweise des Menschen auf sich und die Art seines Umgangs mit sich, seinen Umfeldern und seiner Beziehung mit der Natur selbst hat.

Natur ist hier nicht einfach der Ort gemeint, wo man am Sonntag mit der Familie spazieren geht. Vielmehr handelt es sich um die Regelwerke, nach denen die Natur funktioniert mit denen der Mensch oder gegen die er agiert.

Die mir des Öfteren begegnete Vorstellung, man müsse dann in den Wald gehen und dort leben, kann man also getrost ad acta legen. Denn was nutzt es, im Wald zu leben, wenn organisatorisch immer noch eine Hierarchie, Machtgeplänkel, Mein/Dein-Gehabe und sonstig Gewohntes praktiziert wird.

Es zeigt auch, dass es am Menschen selbst ist, die Dinge zu verändern – besser: die Bedeutungen, die er den Dingen verleiht, um auf der einen Seite sein Verweilen im Alten weiter rechtfertigen zu wollen oder ob er das Alte nutzt, um sich durch seine Fragestellung – im Sinne seiner Entwicklung – daraus zu befreien.

Das Alte verschwindet deswegen nicht einfach, sondern verliert nur zunehmend an Bedeutung. Es ging im Übrigen immer nur um die Bedeutungen, die der Menschen den Dingen und Geschehnissen verlieh – ob im Sinne seiner gewohnten Verdrängung oder seiner inneren Entwicklung.

Es ist an ihm, ob er ist oder nur so tut – wobei der „so tun,als ob“ belohnt wird mit Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut, verbunden mit „bedingungslosem“ Gehorsam gegenüber einer Autorität und ihrer unfehlbaren Gerechtigkeit und ihrer Gesetze.

„Freiheit oder Freiheiten (Privilegien) und Freizügigkeiten?“

„Gebiet, gebieten.“

Irgendwann bin ich bei den Recherchen auf ein Muster gestoßen, was sich stets als Mensch/Person-Entscheidung präsentiert – im Kern auch die fundamentalste Entscheidung des Menschen: ob er ist oder ob er nur so tut, als ob.

Wenn der Mensch erkennt, dass er in vielen Dingen nur so tut, als ob, so kann er die Rolle, die er da spielt auch verlassen und ist nicht an seine Rolle gebunden.

Nur eines der Tore
Wenn die Rechtsfähigkeit des Menschen mit der Vollendung der Geburt beginnt, bezieht sich der gewohnte Denker auf die natürliche Person – also der Mensch in der Rolle als Rechtssubjekt und innerhalb es Geschäftsmodells, wo die Bedingung heißt: „Du bekommst, wenn Du für mich arbeitest“.
Vom dahinter wirkenden Naturrecht/Vernunftsrecht/überpositivem Recht erzählt man ihm natürlich nichts. Das wird er auch erst dann selbst erkennen, wenn er diesem Gefühl nachgeht, warum irgendetwas nicht zu stimmen scheint.

So tun, als ob
Ein Staat verwaltet eben jene Personen, aus denen der gleichzeitig besteht – eine Selbstreferenz. Die darin(!) erlassenen Gesetze gelten(!) innerhalb des Staatsgebietes.
Das Staatsgebiet ist eine positiv-rechtliche Herleitung einer Überlagerung(!) von Boden und vermittelt den Schein von Eigentum und Besitz. Das geltende(!) Bodenrecht ist die Inbesitznahme von etwas, was man nie besitzen kann.

Nicht zu vergessen, dass „gilt“ stets der Hinweis einer vorliegenden Fiktion ist.

Und wie sorgt man dafür, dass die Mehrheit diesem scheinbaren „Vorteilen“ hinterherläuft?

Indem die selbsternannten oder erwählten Vorbilder vorgegeben etwas zu besitzen. Die anderen kopieren dieses Verhalten der Inbesitznahme, weil es ja alle so machen. Dass sich darauf die Mehrheit in eine Abhängigkeit begibt, fällt dabei nicht auf.

„Eigentum verpflichtet… zu Gehorsam.“

Im Sinne des überpositiven Rechts, also des Naturrechts oder auch Vernunftrechts, existiert weder ein abgegrenztes Gebiet, noch Eigentum oder Besitz. Es sind nur Erfindungen, um den Unvernünftigen kontrolliert weiter in seiner Unvernunft halten zu können, um so die Betreuung rechtfertigen zu wollen. Denn wer sich entwickelt oder hinterfragt, wird bestraft.

„Herr Berg, sie werden hier fürs Arbeiten bezahlt und nicht fürs Denken.“ „Zu spät.“

Was Unvernunft ist? Der Mensch kommt zunächst mit einem natürlichen geistigen sowie materiellen Bedarf zur „Welt“, den er intuitiv zu entfalten gedenkt. Begegnet man ihm dabei stets auf Augenhöhe, so wird er sich auf natürliche Weise entwickeln und in Vernunft und Gewissen entfaltet. Denn er gehört niemandem. Das ist der anzustrebende Zustand.

Wenn das Gefühl entsteht, etwas oder jemanden besitzen zu wollen, so beruht dies auf der eigenen, inneren Unerfülltheit/Leere. Die Verlustangst erinnert einfach an diesen vorliegenden Zustand.

„Mit keiner Materie des Universums kann man ein Schwarzes Loch füllen.“

Dem natürlichen Entwicklungsprozess steht gegenüber: „Du bist solange gut, solange mir das gefällt“ oder: „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, machst du das, was ich will“ oder: „Wenn es dir nicht passt, kannst du ja ausziehen.“ Das alles verbunden mit der Aussage: „Was hier in der Familie passiert, geht niemanden etwas an.“

Auf diese Weise schafft sich die familiär prägende Gesellschaft ihren eigenen Untergang, dem sie sich dann auch machtlos gegenüber sieht: Schließlich könne man ja nicht anders. Man kann schon, man will nur nicht.

In der Fremdbestimmung kann sich der Mensch weder in Vernunft noch in Gewissen entwickeln, weil selbstbestimmtes Entwickeln in der Regel bestraft, während Anpassung und Gehorsam belohnt werden. Machtstrukturen benötigen ein konkludentes Handeln auf beiden Seiten.

Anderen die eigene Unterwerfung vorwerfen zu wollen, verstärkt das Phänomen der Machtbeziehung – ebenso dagegen kämpfen und Widerstand, was nur gewohnte Verdrängungskonzepte sind, die sich in gewohntem Klagen, sich beschweren und üblichem Gemähre äußert, was sich alsdann in Diskussionen um geltende und nicht geltende Gesetze und geschichtliche Detailversessenheit erschöpft.
Aus diesem Grunde halten viele Aufklärer ihre eigenen Leser unbewusst in einer „kleinen Hölle“ aus gemeinsamen Heulen und Zähne knirschen gefangen.

Es nutzt wenig, sich an die Vergangenheit und ihre tollen Erfindungen zu klammern, wenn kaum etwas davon umgesetzt wird. Es gilt das Morgen zu gestalten und nicht das Gestern zu beweinen. Gestern ist nur Gestern und nur dann etwas wert, wenn man daraus etwas lernt und wenn es nur die Erkenntnis ist, wie es nicht funktioniert hat.
Dazugelernt wurde dann, wenn das dahinterliegende Prinzip erkannt wurde, warum es nicht funktioniert hat. Es reicht nicht nur die Inhalte gegen andere auszutauschen, siehe: Parteienvielfalt.

„Tauschen, täuschen.“

Staatsgewalt
Die monopolistische Staatsgewalt wirkt auf das kollektive Staatsvolk. Das funktioniert auch nur solange, wie an den Gesetzgeber und die Staatsgewalt geglaubt wird, die beide unbewusst nur darauf bedacht sind, nur die Auswirkungen(!) gesellschaftlich tolerierter Unvernunft und Gewissenlosigkeit oberflächlich(!) zu kaschieren – nicht die Ursache selbst. Das kann nur der Einzelne selbst durch Entwicklung von Vernunft und Gewissen.

„Vernunft ist der intuitiv getriggerte Prozess zwischen bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen. Sie ist der Hort der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit. Gewissen ist zu spüren, was rechtens ist.“

An diesem Punkt hebelt man das gesamte System an seinem Fundament komplett aus!

Musikalische Untermalung:

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