Der Mensch und seine Sachzwänge

Man muss voranschicken, dass wir es mit den Ergebnissen von Systemstrukturen zu tun haben, die „auf Kosten der Natur“ erhalten werden wollen. Künstliche Systemstrukturen, die sich der Mensch selbst schuf.

Diese mit Komplexität überfrachteten Strukturen wollen mit allen Mitteln am Laufen gehalten werden. Gelernte Mittel sind: mehr Energie und damit verbundene klimatische Unzulänglichkeiten; mehr Arbeitsaufwand für immer weniger Lebensqualität; mehr Geldmitteleinsatz und somit auch mehr schulden (Zinsen und Zinseszinsen, Werte aus dem Nichts); mehr Druck, Gegendruck, Burnout und Depression, mehr Ausbeutung der natürlichen Ressourcen.

Mit konventionell-traditionellem Denk- und Verhaltensmuster ist eine Lösung jedoch nicht zu bewerkstelligen. Denn gerade diese Muster schaffen vorgenannte Komplexität und damit verbundene Ineffizienzen, die den Mensch wieder zu den beschriebenen Maßnahmen „zwingt“.

Warum „zwingt“?

Weil besagte geschaffene Strukturen unsere Lebensgrundlagen gewährleisten sollen und mit zunehmender Komplexität stellen sich bei den „Teilnehmern“ systembedingte Symptome und Handlungsmaßnahmen ein, die sich im Kern in Existenzangst widerspiegeln.

Ausufernde Verschuldung bspw. wird durch zwei Faktoren beschleunigt. Zum einem durch die Zinseszins-Problematik im Geldsystem – ein exponentieller Verlauf. Zum anderen durch ein falsch gelerntes Problem-Lösungs-Prinzip, was ebenfalls exponentiell verläuft und zu vermehrter Komplexität führt (siehe oben). Ersteres wird durch Zweiteres zudem befördert.

Bei allem Aktionismus, den wir wahrnehmen oder selbst an den Tag legen, müssen zwei Dinge geschehen: Erstens muss das Zuweisen von Schuld sofort aufhören und zweitens muss mehrheitliches Denken und Handeln hinterfragt werden, was seine Entscheidungs- und Handlungsfundamente auf einer unvollständigen Wahrnehmung der Welt zurückführt.
Denn oben beschriebene „Gegenmaßnahmen“ finden ihre Ursache in einem falsch gelernten Verhaltensmuster wieder, Probleme überall dort lösen zu wollen, wo sie für alle sicht- und spürbar in Erscheinung treten. Dies, weil mehrheitlich nicht gelernt wurde in dynamischen Zusammenhängen! und wechselseitigen Abhängigkeiten zu denken oder zu handeln, wo sensuell wahrgenommene „Probleme“ lediglich auf Unzulänglichkeiten in den Systemstrukturen hinweisen.

Diese Herangehensweise zur Lösungsentwicklung verlangt jedoch eine Abkehr, ein Loslassen vom bekannten Denken und Handeln in Dingen, Teilen und scheinbar unabhängig voneinander existierenden Problemen.

Mit diesem Denken erkennt man, dass bisher bekämpfte „Probleme“ lediglich nur Symptome sind, mit denen man sich tagtäglich auseinandergesetzt hat. „Eigentliche“ Ursachen finden sich in der überfrachteten Struktur.

Es gleicht einem Teppich, der mit zwei oder drei anderen Teppichen bunt verwoben wurde. Das ursprüngliche, wunderschöne Muster wurde schon lange aus den Augen verloren.

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