Der Reiz des anderen Eigentums

Nehmen ist eine Form, die das natürliche Empfangen (ein Geschenk erhaltend) überlagert und beruht auf einer ausgeprägten Besitzanhäufung – entgegen der natürlichen Ordnung. Im Sinne des Unwissens des anderen über einen möglichen Verlust seines Eigentums, nennt man dies klassisch Diebstahl.

„Diebstahl ist eine gegen fremdes Eigentum gerichtete Straftat.“ Wikipedia

Wenn man jetzt das SHAEF Gesetz Nr. 52 in den Raum stellt, wird es komisch. So am Rande.

Das ist auch nur die übliche Rechtssoße, ob nun mit oder ohne Alliiertengesetze. Vielmehr lohnt es sich, die Handlung des Nehmens durch das natürliche, bedingungslose Geben (Geschenk) zu ersetzen. Dann wird auch ein Schuh daraus, wie es funktioniert.

Als Eva, die eigentlich für das bedingungslose Empfangen steht, sich den Apfel nahm, verstieß sie gegen das natürliche Gebot des Geschenkes. Das Leben wurde uns geschenkt und so gewinnt man den Audruck, wir müssten es uns überall nehmen, um selbst leben zu können, weil wir das Leben mit Hab, Gut, Besitz und damit verbundener Verlustangst verknüpfen. Wenn man sich jedoch seinem Inneren zuwendet, so verschwindet alsbald diese Verlustangst.

Nehmen bleibt Nehmen und ist ohne die Einwilligung des Inhabers von zum Beispiel „Informationen“, ein Diebstahl und belastet das Gewissenskonto, was sich nicht mit noch soviel Belohnung oder künstlichen Anordnungen überlagern lässt, die eine einseitige Bereicherung rechtmäßig werden lassen soll – selbst wenn es ein künstliches Gesetz gibt, was dem mit der Handlung verbundenen, nagenden Gewissen Abhilfe schaffen soll.

„Vernunft ist der intuitiv getriggerte  Prozess zwischen bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen.“

So am Rande des Sternenfeldes.

P.S. Und plötzlich ist Philosophie doch keine zu vernachlässigende Disziplin mehr.

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