Der Spiegel der Gesellschaft

Auch wenn so mancher es nicht hören mag, so repräsentiert das System lediglich die Denk- und Verhaltensmuster der Gesellschaft selbst. System und Denk- und Verhaltensmuster sind ein und das Selbe. Das was man wahrnimmt, ist ein Teil von einem selbst, solange man nicht mit dem Umdenken beginnt.

Und in der Regel wird sich – wenn es abträglich erscheint – dagegen gewehrt, abgelehnt und verdrängt.

Das erscheint auch vollkommen normal, weil man es ja so „gewohnt“ ist – besser ausgedrückt: weil es so konditioniert wurde – und gesellschaftlich vereinbart ist – denn das war ja schon immer so.

Piffedeckel. Nur weil etwas schon immer so war (man sieht, es geht wieder einmal ums Gestern), bedeutet das noch lange nicht, dass auch in der Zukunft so sein wird. Ob der „Deutsche“ zu sehr im Gestern verhaftet ist? Und sich durch diese Ausrichtung selbst unter den geistigen Scheffel stellt?

Was die Gestaltung des Morgen (durch konsequente Infragestellung und nicht gewohnte Wiederholung des Gestrigen) betrifft schon. Das erkennt man seinem Tun.

Wenn er sich schon nicht auf die aktuell-klassische Politik verlässt, dann versucht er es mitunter mit der Politik von vorgestern. Ich mag das jetzt nicht in Abrede stellen und finde, dass sich der einigermaßen „erwachte Deutsche“ die Frage stellen sollte, warum der ganze Unruhe-Zinnober gerade hier in Deutschland stattfindet.

Denn im Sinne des Wandels gewinne ich den Eindruck, dass der „Deutsche“ die Aufgabe auf dem Tisch hat, einen fundamentalen (das steckt „mental“ drin) Umdenkprozess zu vollziehen und sich nicht nur gewohnt an irgendeine Verfassung klammernd, das Gestrige herbeisehnt.

Das ist auch der Grund, warum ich so selten einfach nur irgendwelche Themen poste, die nach dem Motto arbeiten: „Schaut mal, wie viele Katastrophen“ und „hier sind die Schuldigen und dort stehen die Bösen“ und so weiter und so fort.

„Man bekommt sozusagen immer das, was man sich nimmt“ – im übertragenen Sinne.

Dazwischen steht der Mensch mit der Entscheidung, will er sich selbst ändern oder will er weiter – letztlich gegen sich selbst – zu Felde ziehen. Mehrheitlicher Mangel an Selbstreflektion, wird an dieser Stelle einen gewissen Widerstand erzeugen. Das ist gewollt.

Wer Feinde sät und sieht, bekommt auch welche geliefert. Das ist das Kernkonzept eines sich am Ende selbst abschaffenden Altsystems, indem es die Verfechter der Feindbildprojektion auf einen Platz des Umdenkens führt – der offene Raum. Das opfer, was sich den Täter angstvoll herbei sehnt und letztlich auch zu erwarten hat. Man nennt das auch selbsterfüllende Prophezeiung.

Früher habe ich noch den einen oder anderen angeschrieben oder es hätte einen Dialog stattgefunden. Heute weiß ich, dass das Harmageddon das letzte Aufbäumen der inneren Trennung ist, zwischen dem was man mehrheitlich als „Gut und Böse“ gelernt hat, bezeichnet – und somit der Entscheidung zur eigenen Entwicklung oder Stillstand und Verbleib oder Untergang darstellt.

„Gewalt und Widerstand ist ein Werkzeug der selbsterkorenen Unwissenden, welche jederzeit die Möglichkeit zum Weiterdenken haben.“

Der gewaltvolle Mensch ist die maximale Ausprägung im Widerstand gegen Veränderung, damit verbundener Selbstanpassung und einhergehendem Umdenkprozess, der auf sein „Ich“ direkten Einfluss nimmt – ein „Ich“, was sich bislang zur Aufgabe gemacht hat, sich nicht verändern zu wollen, weil es damit seine eigene Programmexistenz aufgeben müsste.

Das staatliche „Ich“ inszeniert sich dabei selbst, weil es so seine eigene Existenz rechtfertigt, so wie es das „ich“ des Einzelnen in der Regel genauso macht, indem es Feindbilder schafft, die dann zu einer Realität werden. Das daneben stehende Opfer bekommt sein bestelltes Schreckensszenario. Man sieht, dass es weitaus mehr bedarf, als nur „gültige Rechtstexte“ herunterrattern und dahinargmentieren zu wollen.

Sich am Gestern zu orientieren, um das Morgen zu gestalten, ist dem klassischen „Ich“ zueigen. Ein „Ich“, dem sich der Mensch selbst unterordnet, weil die Vorstellung besteht, er sei jenes „Ich“, was sich nicht verändern könne. Ein selbstgeschaffener Irrtum (und gleichzeitig der Schlüssel zur Selbstbefreiung).

Wir verlassen jedoch dieses „Kinderland“ auf dem Weg in die Neue Zeit. Ein Kinderland, wo sich herausstellt, dass die Menschen im Außen zwar erwachsen erscheinen, jedoch im Inneren Kinder blieben – betreuungswürdig, unvernünftig gehalten und unvernünftig bleiben wollend – verspielt und gefährlich zugleich.

Ein Verlassen, während sich die an ihre Aufgabe gewohnten Betreuer zunehmend Sorgen über die Entwicklung machen, denn steht ihre Betreuungsfunktion zunehmend auf dem Spiel.

Ich kann an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es Sinn macht viel weiter – als gewohnt – zu denken und nicht mehr nur auf der Ebene gewohnter Denk- und Verhaltensmuster zu verweilen, um damit nur das gleiche System-Brimborium zu veranstalten, in der Illusion, es sei ja was „anderes“.

Die Beharrlichkeit des Deutschen in seiner Beständigkeit, ist gleichzeitig sein Verhängnis. Dennoch trägt er in sich die Fähigkeit des Um- und Weiterdenkens.

„Weiterdenken, statt nur weiter denken.“

Die Aufgabe besteht nicht darin, das Gestern nur irgendwie anders vermengen und aufhübschen zu wollen, sondern es zur Gänze in Frage zu stellen.

Wie hieß es die Tage in einem Video in einer Übersetzung aus dem Englischen?

„Die Deutschen haben in Grunde genommen unsere moderne Welt erfunden.“

 „Es übersteigt unsere Vorstellungen, wenn wir begreifen wollen, wie diese Männer dachten. Sie konnten In Bereiche vorstoßen, die sämtliche westlichen Denkmuster sprengten.“

Also: „Erinnern wir einfach nur wieder daran. Wenn wir anfangen zu denken, verändert sich die Welt. Hinüber in die Neue Zeit.“

 „Ja, aber wir müssen noch kämpfen, uns verteidigen und brauchen das Gestern.“

„Ja, Feindbildprojektion ist eines der vom „ich“ geschaffenen Werkzeuge, um sich selbst vor der Veränderung schützen zu wollen und beruht auf einer lange zurückliegenden Erfahrung für Kreativität und natürlicher Entwicklung bestraft worden zu sein. Wie wichtig auf einmal Vergebung wird.“

„Sonnenstrahl durchdringt die Nacht,
berührt die Herzen – lässt uns schau’n.
Ein Lächeln zaubert – gar heftig lacht.
Drum schwinge auf, und lass‘ dich trau’n.“

P.S. Das mit der Feindbildprojektion gilt dies im Übrigen für alle Akteure, die sich gerne im Kampf und Widerstand bewegen. So am Rande. Es lohnt sich  spaßeshalber mal, diese zu hinterfragen.

P.P.S. Gestern war nur der Webserver ausgefallen, sonst war nichts.

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