Tore und Brücken – Der Weg des Menschen

Das vom Menschen geschaffene System (in dem er lebt), zeichnet sich nicht nur durch seine äußeren Gegebenheiten aus, die er zu beobachten und zu bewerten pflegt (nicht selten in der Vorstellung ja nichts damit zu tun zu haben oder nichts tun zu können).

Es sind viel mehr seine eigenen Programmierungen, die ihn die Welt so erleben und gestalten lassen, während er sich vielleicht wundert, doch eine Art Unschuldiger zu sein, wenn ihm „Böses“ widerfährt.
Dies ist genau der Punkt, wo er sich und damit schrittweise das verändern kann, was er beobachtet – sozusagen aus einem anderen Licht. Denn die Geschehnisse sind lediglich Geschehnisse, erst die Verleihung von Bedeutung gibt den Geschehnissen einen Sinn. Darin steckt jene Kraft des Menschen, die Dinge zu verändern.

Was die „Gelbwesten“ in Frankreich veranstalten, mag es vielleicht den gewohnten Beobachter ansprechen, der damit nur seine eigenen Denk- und Verhaltensweise bestätigt sieht. Diese selbst jedoch nicht öffentlich auszuüben sich traut.

„Gewalt ist nur das Werkzeug der Unwissenden – und ihren Gegnern.“

Ich schiebe an dieser Stelle den Gedanken nach: „Mehrheit ist im Alten kein Garant für Richtigkeit, sondern nur für Mehrheit.“

Um Veränderung herbeizuführen, reicht es nicht aus, indem man die Regeln des Systems zur Anwendung bringt, die es gleichzeitig wieder bestätigen!

Das Prinzip der Selbstreferenz findet sich unter anderem im Gesetzestexten: „im Geltungsbereich dieses Gesetzes“ (in der Regel ohne räumliche Geltung) und in Pascals Erkenntnis über das Vorhandensein „gerechter Vorgesetzter“.

Der Sinn von Mehrheiten hat sich deshalb entwickelt, um so weitergedachte Sichtweisen von wenigen so begründet außen vorlassen zu können. Also ein unnatürliches (künstliches) Vorhandensein von Mehrheiten, die sich auf diese Weise von fundamentalen (das ist ‚mental‘ drin) Veränderungen abkoppeln.

So am Rande, was das ganze Polit- und Parteitamtam betrifft: Wenn sich etwas bekämpft, so ist es im Grunde a) nicht weit genug gedacht und b) funktioniert nur nach den Prinzipien des Alten – Kampf = der Versuch der Verdrängung und damit verbunden, die Aufmerksamkeit der anfeuernden und auf Erlösung hoffenden Zuschauer.

Vorsorglich hält man schon mal ein passendes Feindbild bereit, was dann entsprechend nur noch zur Anwendung gebracht werden muss.

Nicht selten ist ein Feindbild auch schon dokumentiert und man braucht nur noch danach zu leben. Ist doch prima, wenn man einfach nur ein Buch aufschlagen muss, um zu lesen, wer der Feind ist. Da kann man sich glücklicherweise auch das Nachdenken ersparen. Und wie es kommt, ist man ja damit nicht alleine, finden sich auch andere, die diesen Weg zu beschreiten entschlossen sind.

Wie gesagt, es sind die eigenen Denk- und Verhaltensweisen, die darüber bestimmen, wie der Mensch „funktioniert“. Und wie des Öfteren schon geschrieben, „funktioniert“ er solange nur, wie er diese selbst – also sich selbst NICHT hinterfragt.

Das ist der Punkt, wo sich die „Spreu vom Weizen“ trennt, diese eine Entscheidung, die kleinste Veränderung im Universum.

Hier sieht man auch ganz hervorragend, was den Menschen von sich selbst abhalten lässt und er weiter belohnt fremdbestimmt und betreut im Alten herumwuselt und „so tut, als ob“ (was das Handlungsmerkmal der alten Ordnung ist) oder sich dazu konsequent entscheidet ob er sich selbst entschlossen hin zur Selbstbestimmung und Authentizität entwickelt.

Die Frage lautet: „Was ist Ihnen lieber“, und seien Sie dabei ehrlich zu sich selbst. Das reicht vollkommen aus. Denn wer, wenn nicht Sie selbst, ist für sich, seine Entscheidungen, sein Fühlen, sein Denken, sein Handeln und wie er sich zum Leben stellt verantwortlich?

Das Alte ist lediglich ein künstliches Abbild des Lebens, denn das Leben selbst ist bedingungslos und kommt als Geschenk daher, ist nicht darauf bedacht den Menschen unter Einhaltung von Bedingungen unterwerfen und bestrafen zu wollen, begründet mit Regeln, die ebenfalls künstlicher Natur sind (Gesetze des positiven Rechts), um die Handlung rechtfertigen zu wollen.
Aus diesem Grunde braucht es auch keine Verfassung, lediglich die Entscheidung, sich selbst in Vernunft und Gewissen entwickeln zu wollen und diesen Weg konsequent zu gehen.

Der Einzelne scheitert nicht daran, weil die anderen ihn davon abhalten, sondern nur daran, diesen Weg nicht entschieden und konsequent zu beschreiten.

Für so manchen wird es kein Zuckerschlecken sein, wenn er erkennt, dass er selbst das Arschloch ist, was er gerne anderen unterzujubeln versucht, um sein „Arschlochsein“ damit rechtfertigen zu wollen. Ob er sich in diesem oder in einem späteren Leben dieser, seiner Aufgabe widmet, bleibt dabei ihm überlassen.

Mit dieser Entscheidung (das Tor) und damit verbundenen, eigenen Umprogrammierungsprozess (der Weg) betritt er schrittweise die neue Zeit. Er bewegt sich sozusagen von der gewohnten Fremdbestimmung hin zur Selbstbestimmung.

Was gibt es mehr, als sich dem Leben wieder zuzuwenden, nach all der Zeit weitab von ihm? Wer das Zeug dazu hat? Der Mensch natürlich.

Was in diesem Prozess seiner Entwicklung zunehmend dabei abfällt, sind all jene Hüllen/Rollen und Grenzen, die sich der Mensch zugelegt hat, um innerhalb der alten Ordnung sein Spiel – was er in der Regel für (blutigen) Ernst hält oder hielt – spielen zu können.

Zu diesen Rollen gehören unter anderem auch seine Religionszu- und Staatsangehörigkeit, der Glauben an die künstlichen Gesetze, der Glaube an „gerechte Vorgesetzte“, der Glaube an Grenzen, der Glaube an künstliche Mehrheiten, der Glaube an Titel und Pöstchen sowie dem Glauben es nur genüge genug von allem zu sammeln, während aus dem Gesammelten keine Erkenntnisse gezogen werden oder das Verhalten des fortwährenden Sammeln unhinterfragt bleibt.

Die Frage lautet nicht: „Wer ist daran schuld und was ist die Wahrheit“, sondern „Was kann ich aus dem, was ich beobachte für mich und für die Gesellschaft lernen?“ Erst dann wird erkannt, was „Wahrheit“ ist.

„Vernunft ist der intuitiv getriggerte Prozess aus bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen, sie ist der eigentliche Hort der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit. Gewissen ist intuitiv zu spüren, was rechtens ist.“