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Die Entscheidung ist die kleinste Veränderung im Universum

Lesezeit: ca. 5 Minuten

(v1.1*) Es lohnt sich von ihr Gebrauch zu machen. Doch wie will man etwas entscheiden, wenn im Rahmen der Gesamtauswahl nur eines „alternativlos“ zur Verfügung zu stehen scheint? Tja. Dann muss man eben doch mal den Kopf anstrengen. Die Frage ist lediglich: Will man das auch?

„Wer sind wir? Sind wir einfach nur, was andere in uns sehen wollen? Sind wir zu einem Schicksal verdammt, was wir nicht kontrollieren können? Oder können wir uns weiterentwickeln? Können wir „mehr“ werden?“ „Jean Gray“, X-Men: Dark Phoenix

„Wichtige“ Entscheidungen wurden der Mehrheit bisher vorenthalten, was wohl daran liegen mag, weil „Entscheidungen“ nicht nur der Vernunft und des Gewissens bedürfen, sondern auch der Weitsicht. Die stellt sich nicht ein, wenn man jeden Monat überlegen muss, wie man die nächste Miete zusammenbekommt.
Es ist sinnarm, es den Gewählten zu überlassen, denen es letztlich ähnlich geht. Eine Gesellschaft der gelebten Unvernunft und Gewissenlosigkeit wählt sich aus ihren eigenen Reihen auch nur „ihresgleichen“.

Und deshalb übt man sich lieber in fadenscheinigen Kompromissen und künstlich hochgetakteter Kleinkrämerei und wenn man schon sein eigenes Schicksal nicht gestalten kann, so stellt man sich ins Blitzgewitter und erhofft, das Schicksal der anderen gestalten zu wollen. Doch das ist nicht die Art der Aufgabe.
Jedoch besteht die Aufgabe darin zurückzuschauen, was denn für all die Phänomene in der Geschichte verantwortlich ist, um sich anschließend vor Augen zu führen, was die Ursachen sind – die nicht einfach mit der Antwort: „Gier nach Macht des Menschen“ eben mal abgetan ist.
Sich auf arbeiten und Geld verdienen – im Schweiße des Angesichts – zu reduzieren, um später auf „finanzielle Freiheit“ zu hoffen, ist vom Prinzip her das gleiche, wie die Floskel, dass „Arbeit frei mache“.

Solange andere für die eigenen Lebensumstände verantwortlich sein sollen, solange bewegen sich jene in selbstgeschaffener Kraft- und Machtlosigkeit. Solange sie an Macht, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und gut glauben, dass ihnen also etwas „gehören“ würde, solange lassen sie sich auch einer angedrohten Wegnahme kleinhalten und laufen nur gebeugt und gegrämt durchs Leben – für diese Haltung jedoch belohnt mit Versprechen, Privilegien und mit Zahlen bedrucktem Papier.

Nun können Sie annähernd erahnen, wie groß die „Luftnummer“ ist, der sich der gewohnte Mensch zu unterwerfen meint und weil alle es so machen, sei es ja „normal“ und schon immer so gewesen.
An diesem Punkt ist auch erkennbar, wer die Aufgabe hat und dass sich nicht die „Anderen“ erst mal ändern müssen.

„Ich habe es ja immer gewusst.“ „Mag sein. Doch hast du nie etwas gesagt.“

„Unter vier Augen“ den Revoluzzer mimen zu wollen, hat keinen Sinn. Die Klappe aufzureißen, während man später, wieder Gelder beantragt und deswegen ja „brav und artig“ sein muss, führt zu nichts. Da macht man sich nur selbst etwas vor.

Der Preis erscheint nur anfänglich hoch, wenn man jedoch erkennt, dass einem nichts gehört, kann man auch nichts verlieren. Die Invertierung dieses Gedankens lautet: „Mein Haus, mein Auto, meine Familie, meine Schulden.“ Der Kipppunkt ist jener Moment, wo man erkennt, dass man einer Märchenstunde glauben geschenkt hat.

„Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als bekehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht wird.“ Max Planck