Die Erblast begrenzten Wissens – Das „Kartesianische Weltbild“ im Umfeld veränderter Denkmuster

(Aus: “Als Descartes sein „Weltbild“ modellierte, ahnte er nichts über die verheerenden Folgen”, K.H. Schubäus)

Wer kümmert sich in der Welt permanent innovativer Ereignisse schon um historische Überlieferungen und versucht daraus entstandene Scheinwelten zu analysieren. Mir hat die Suche nach realen Zusammenhängen nicht nur viel Freude gemacht, sondern auch völlig neue Erkenntnisse über Zusammenhänge vermittelt.

Obwohl Rene Descartes (1596 bis 1650) ebenso wie wir heute in einer Welt dynamischer Abhängigkeiten und Beziehungsmuster leb(t)e, entwickelte er die

Methode des analytischen Denkens, bei der komplexe Systeme in einzelne Teile zerlegt werden um das Verhalten des Ganzen aus den Eigenschaften seiner Teile zu verstehen.

Er suchte u.a. das heute noch wirksame, geschlossen mechanistische Weltbild zu errichten. Er schuf die Maschinentheorie alles Lebendigen in seiner materialistischen Affektenlehre.

Für Descartes bestand das materielle Universum aus einer Maschine, die sich nur dann vollständig verstehen ließ, wenn man sie im Hinblick auf ihre kleinsten Teile untersuchte.

Die „Weltmaschine“ wurde somit zur beherrschenden Metapher, einer wissenschaftlichen Revolution, mit der Namen wie Kopernikus, Galilei, Bacon und Newton eng verbunden sind.

Nach meinen Erkenntnissen, gleicht jedoch die Urform des kartesianischen Weltbildes eher Bauwerken, dessen unbewegliche Ganzheit auf fest gefügten Fundamenten ruht. Ein Denkmodell, das durch eine Vielzahl widersprechender und ergänzender Erkenntnisse unterschiedlich wissenschaftlicher Forschungsrichtungen bestätigt wird.

Gesprächsrunden mit Dr. Walter*, Professor an der Cambridge Universität und dessen Doktorarbeit „über das Wirken Rene Descartes bestätigen und ergänzen meine kritischen Betrachtungen über die Maschinentheorie. Ein Theorem das eher mit Bauwerken im städtebaulichen Umfeld verglichen werden kann.

Was wir brauchen ist denken in dynamisch vernetzten, ökonomischen Systemen die aus

  • fließenden Prozessen
  • passgenauen Funktionsbereichen
  • Daten-, Informations- und Kommunikationsstrukturen
  • synergetisch, symbiotischen und Ursachen- und Wirkbeziehungen
  • wechselseitigen Abhängigkeiten und
  • kybernetischen Regelmechanismen

bestehen.

Eine völlig andere Welt als die der kartesianischer Irrlehren und damit verbundener Scheinwelten und begrenzter Sichtweiten.

Erst wer die grundlegenden Unterschiede versteht, wird die Problematik wirtschaftlicher Strukturen erkennen. Wird erkennen, dass wir baldmöglichst aus der Enge des Teilchendenkens in die Weite dynamischen Prozessdenkens überwechseln müssen.

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