Die Geschichte zu verstehen…

…bedeutet nicht, ihre Inhalte möglichst detailgenau wiederzugeben und damit habe sich der Fall bereits erledigt.
Es geht auch nicht einfach darum, auswendig Gelerntes ständig fehlerfrei wiederzugeben, und wer das meiste weiß, der hat dann gewonnen.
Das worum es geht, geht über das Sammeln und Aufsagen von Daten hinaus.
Daten sind nur Mittel zum Zweck, um die sie erzeugenden, dahinterliegenden Prinzipien zu erkennen, zu erklären und so „sichtbar“ zu machen.

Die Geschichte liefert reichlich Material, um darüber nachzudenken, warum immer wieder die gleichen Phänomene in Erscheinung treten und welches ihre Verursachungen sind – besser: die Verursachung ist.

Stattgefundene und stattfindende Szenarios weisen auch nicht nur darauf hin, dass „ja der Mensch dafür verantwortlich ist“, und damit habe sich der Fall.
Es ist auch nicht „einfach nur der Mensch“, sondern es sind seine Konditionierungen, die ihn so handeln lassen – nach denen er „funktioniert“ und es solange zu denselben sicht- und spürbaren Verwerfungen kommt. Wenn schon der Mensch nicht „Herr über sich selbst“ ist, so möchte er wenigstens „Herr“ über andere sein. Herrschaft ist aus dieser Sicht nur ein Verdrängungskonzept.

Ab da ist erkennbar, wie sehr der Mensch – jeder Mensch – auf seine individuelle Art und Weise mit in das Gesamtgeschehen involviert ist.

Erst gestern schrieb ich etwas über die „Schuld“, welche – auferlegt/angenommen – dazu dient, dass Veränderungen verhindert werden – sowohl bei jemandem, der meint einen anderen zu beschuldigen zu „müssen“ wie auch den mit Schuldbeladenen.

Schuld an sich dient zur Trennung und Spaltung unter Verhinderung eines Lern- und Entwicklungsprozesses.

Trennen, unterteilen, spalten, „sichern“, „schützen“, beschäftigen, unterhalten, aus- und abgrenzen, sind wesentliche Handlungsmerkmals, um übergreifende Erkenntnisse und somit eine individuell-gesellschaftliche Entwicklung und damit verbundene, Erweiterung der Sichtweise praktisch unterbinden zu wollen – auf der geistigen Ebene.

Auf diese Weise bleiben übergreifende Synergien und Symbiosen außen vor – ein recht unnatürlicher, jedoch als „normal“ angesehener und nicht selten, gesellschaftlich tolerierter Zustand.

Es handelt sich im Kern also nicht einfach um acht Milliarden „Einzelschicksale“, sondern um einen kollektiven Organismus, der in der konditionierten Vorstellung einer Trennung unterwegs ist.

Die Ursache für die Abtrennung liegt, wie so oft bereits beschrieben liegt in einer Bestrafung in der Kindheit für eigenständige Entwicklung, die die Position der Autorität in Frage gestellt hätte.

Das Fundament für das System wird in der Familie gelegt, nachgelagerte Institutionen passen sich den so entstandenen Denk- und Verhaltensmustern nur an, als so ob es das „Normalste“ auf der Welt ist.

Das Grundverhalten in der alten Ordnung ist, dass sich zunehmend etwas ändern soll/muss (verlautbarte Äußerung), während insgeheim darauf gehofft wird, dass es einen selbst nicht betrifft. Das nennt sich auch: „So tun, also ob.“

„Der Schauspieler ist eine Person, die so tut, als ob sie so tut.“

Und so gibt sich so mancher recht gern mit „ewig Gestrigem“ zufrieden und versucht dieses auch morgen nochmals „kraftvoll zubeißen“ zu lassen. Da unterscheiden sich mehrheitlich politische Richtungen und so manche Aufklärer nicht wesentlich voneinander.

In 2009 las ich zur „Bundestagswahl“ die Parteiprogramme und stellte von ihrem Wesensgehalt keine Unterschiede fest, da sich im Kern überall mit Symptomen auseinandergesetzt wurde und wird.

Das war der Grund, warum ich aus der CDU (In Fulda ist man katholisch und in der CDU) ausgetreten bin.

Beschäftigung (Bekämpfung) mit Symptomen und Aufrechterhaltung bestehender Strukturen –  vornehmlich der hierarchischen (der „öffentlichen“, der verfassungsmäßigen) Ordnung, sind wesentlicher Bestandteil klassischer Politik. Dies im Einvernehmen mit seinen Wählern, siehe: „So tun, als ob“.

Denn mit der Aufrechterhaltung dieser Form der Ordnung ist auch die Existenz der Funktion der Betreuung verbunden: „Wir müssen unsere Bürger schützen!“

Was nicht selten die Handlungsgrundlage für staatlich (jetzt nur noch Unternehmen ohne Wertschöpfung) inszeniertes Terrorschauspiel darstellt.

Dazu ein Zitat von Helmut Schmidt, Bundeskanzler der BRD in einem Interview mit der Zeit, 2007:

Schmidt: Ich habe den Verdacht, dass alle Terrorismen, egal, ob die deutsche „RAF“, die italienische „Brigate Rosse“, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus.

Zeit: Ist das Ihr ernst? Wen meinen Sie?

Schmidt: Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.“

Das Gestern erscheint deshalb so einfach, weil man es ja kennt und damit herrscht auch ein Erkenntnisprozess nach dem Prinzip „vom mehr des Selben“ – an Inhalten!

„Neues = Bestrafung -> Gestern war alles besser = Sicherheit = Belohnung“

Die Herausarbeitung der System verursachenden Denk- und Verhaltensmuster sind die wesentliche Aufgabe, mit der der Mensch zunehmend konfrontiert wird.

Und das ist auch notwendig, damit ein Umdenkprozess stattfinden kann.

Der nicht selten erlebte Leidensdruck, der mit Hilfe überzogener Euphorie, Ignorieren und Ausgrenzen vermeintlicher Verursacher überspiel werden soll, ist jedoch nur selbst geschaffen. Es gibt keine anderen Schuldigen oder Missetäter.

Der Leidensdruck ist selbst geschaffen und entsteht zwischen der geäußerten Forderung, dass sich „etwas“ ändern muss, während im Inneren das Gegenteil vorliegt. Die innere Einstellung erkennt man Tun, durch Kampf, Widerstand, Flucht, Ignorieren, Ausgrenzen, Schuldzuweisung &c.

Das klassische „Ich“ kennt nur gewinnen oder verlieren, während es nur gegen sich selbst kämpft und dem anderen die Schuld für sein Verhalten gibt, so ein Feindbild schafft, was dann Realität wird.

„Erst haben wir sie bis aufs Blut gereizt. Dann haben sie uns angegriffen. Da mussten wir uns natürlich verteidigen und haben sie getötet.“

Es ist von Bedeutung, sich mit den verursachenden Denk- und Verhaltensmustern individuell-gesellschaftlich auseinanderzusetzen, um zu stehen was das „System“ ist, wo es ist und wie es funktioniert.

Das Tamtam im Außen ist nur dazu gedacht, sich dem Inneren zuzuwenden – genauso wie die Geschichte, die sich solange „wiederholt“, bis man die Verursachung erkannt und verstanden hat.

Erst ab da werden Lösungen zu Lösungen und nicht nur Kaschierungen sicht- und spürbar wahrgenommener „Probleme“ (Symptome/Phänomen des Systems).

Prinzipien sind Regelwerke mit wiederkehrenden Erscheinungsformen, die sich durch deren Anwendung ergeben.
In diesem Fall sind es die geistigen Regelwerke des Menschen, die wiederum auf seinen Konditionierungen, Denk- und Verhaltensmustern basieren – als „das System“ selbst. Dadurch ergibt sich auch eine Aufgabe, siehe der „Esau-Segen“ und somit die Befreiung des Menschen aus seiner eigenen Unterwerfung.

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