Die kleinste Veränderung

Und ob doch so unauffällig und kaum wahrnehmbar, sind so manche Entscheidungen, die wir jeden Tag zu treffen bereit. Weniger dabei im Fokus ist der Moment, wo wir uns durch eine einzige Entscheidung – zur Entscheidung zur Macht – auf wieder eine Reise begeben, die fortan zu einer gesellschaftlichen Trennung führt dadurch das alte Gefüge der Hierarchie hervorbringt.

Nicht nur jene Verhaltensmuster, die sich durch Unterwerfung und Unterdrückung, also unter Anwendung von Gewalt und den psycho-subtilen Mitteln der Angstkonditionierung auszeichnen fallen darunter.
Auch jene, die sich der freiwilligen Unterwerfung oder auch Unterstellung bedienen, tragen zur Erstehung des alten Weltgefüges bei, was versucht sich erhalten zu wollen. Geldmittel, Pöstchen, Ämter, lokale Fürstentümer und damit verbundene Abhängigkeiten sind hierbei die beliebten Mittel, eine hierarchisch organisierte Struktur erhalten, bzw. erstehen lassen zu wollen. Und wenn sie noch so klein ist.

Lohn kommt von Belohnung – fürs Bravsein. Dienst kommt von Dienen – sich gegen Geld zu unterwerfen.

Dabei ist jedes Mittel recht und am subtilsten ist es, wenn man sich bisherige Staatsformen und Ideologien anschaut, die sich anschicken, ein wirksames Lösungsmodell sein zu wollen.

Die Möglichkeiten lockender Versprechungen, um sich wieder unter ein „schützendes“ Gebilde verkrümeln zu können, wo es dieses Mal „anders“ sein soll, obwohl man sich auch nur auf die Mechanismen der alten Weltordnung beruft (künstlich geschaffene Regelprinzipien, Belohnung und Bestrafung).

Und immer wieder finden sich Eroberer und sich Unterwerfende – freiwillig oder auch nicht.

Was gänzlich außen vorgelassen wird, dass noch eine andere Kraft existiert, von der man sich nahezu kollektiv abgewendet hat, wo jene Einrichtung selbst sich durch eine hierarchische Ordnung repräsentiert.

Wenn also ein Weg nach „draußen“ gesucht wird, findet dieser durch die Infragestellung seiner eigenen Denk- und Verhaltensmuster.

Wer jedoch der Meinung sei, es genüge, sich anderen Strukturen nur unterzuordnen, findet sich in den Prinzipien der alten Weltordnung wieder.

„Der ergebene Sklave ist der ärgste Feind der Freiheit.“

„Lieber Enkel, ich gebe Dir mal zwei Mark, dann drückst du mal ganz lieb die Oma. Sag‘ aber nichts Deinem Bruder.“ „Oma, das kostet aber extra.“

„Kaufen oder sich kaufen lassen. Sich der „Ordnung“ unterordnen. Das ist der eigentlich konkludente Vertrag und damit verbunden: die unausgesprochenen Geschäftsbedingungen. Und kein §119 BGB kann dir dabei helfen.“

„Wenn Du es anders machen willst, stelle alles in Frage.“

„Bedingtheit, Ergebenheit und Abhängigkeit oder selbstregulierende Bedingungslosigkeit. Daran wirst Du sie erkennen.“

Anhand stattfindender Aktionismen kann man gut erkennen, wie sehr sich die Mehrheit von einem Hamsterrad zum nächsten locken lässt.

Es ist der Moment der Entscheidung. Und nicht jeder, der nicht nach der Macht greift, unterwirft sich dieser.

Denn es kann nur einen geben – den lässt man allzu gerne außen vor.

Und jene, die sich im Alten bewegen, tragen in der Tat ein Zeichen: das Zeichen der Bedingung.