Die Neue Zeit (bei sich) einläuten, Teil 2

Über die letzten Jahre sind mir in Dialogen sehr häufig die Aussagen begegnet: „Man müsse (endlich) etwas tun“ oder (aus der Opfersicht): „Man könne ja sowieso nichts tun.“

Ich komme immer wieder auf das Thema des Tuns und die Aufklärerszene, die bereits einen Schritt in der Infragestellung des Systems weiter ist.

Oft wird gefragt, was denn so zu tun sei, wenn sich etwas ändern sollte. In der Regel herrschen die gewohnten Denk- und Verhaltensweisen, so werden/wurden Pläne geschmiedet, Informationen recherchiert und so manches Seminar, Workshop oder sonstiges daraus entwickelt usw.

Es wurde viel traktiert und gemacht und weil andere was machten, wurde so manches auch nachgemacht. Wenn keine Kommunikation zwischen Gruppen oder Einzelnen stattfand, wurde auch so manches Thema zig Male beharkt, meist mit den selben Ergebnissen.
Informierte man sie darüber, dass andere bereits Erfahrungen mit dem Thema gemacht hatten, so antworteten die Angesprochenen, dass „die Anderen“ wohl nur „zu blöd“ gewesen sein müssen. So machten jene in der Regel die gleichen Erfahrungen und irgendwann hörte man auch nichts mehr von ihnen. So am Rande.

Die Rechts- und Reichsaufklärer stehen sich mit ihrer eigenen Haltung selbst im Wege, die sie mit der Schaffung und dem Glauben an eine Fiktion weiter im Keller der Entwicklung verweilen lässt.

Um es so auszudrücken: Erst mit der Überwindung aller bisherigen Konventionen, wird es eine Entwicklung geben. An diesem Punkt der Entscheidung, wird die wesentliche Bedeutung des Begriffes „Glauben“ recht deutlich und auch, warum es so schwer erscheint zu verstehen, dass Geld und Begriffe wie Eigentum, Besitz, Hab und Gut nur geschaffen wurden, um sich von einem natürlichen Entwicklungsprozess abhalten zu wollen – neben den üblichen Ablenkungen wie „Unter-Haltung“.
Begriffe, geschaffen als Privilegien, die einem – wenn man nicht „artig“ ist – jederzeit wieder aberkannt werden können.
Es macht also keinen Sinn zu kämpfen (was nur die übliche Verdrängung wäre), verbunden mit dem ewigen Hin und Her, sondern die Begriffe und ihre Bedeutung an sich in Frage zu stellen. Das trifft auch für die Begriffe Politik, Theologie, Philosophie, Psychologie, Recht und Wissenschaft in ihrer bisherigen Form und Handhabung zu.

Erst neulich schrieb mich jemand wegen eines Beitrag aus 2012(!) an und fragte, ob denn das darin Beschriebene schon erfolgreich gewesen sei. Ich antwortete ihm: „Es ist 2019 und ob ihm in in der Zwischenzeit schon etwas aufgefallen sei.“

In der Regel drehte es sich um „Ruhe haben wollen“ oder „sicher an Geld kommen, was einem ja zustünde“ oder Sicherheit für das Erreichte.

„An dem Tag, an dem Du erkennst, dass Dir nichts gehört, wirst Du auch nichts mehr verlieren.“

„Die Theorie besagt, dass die Sprache, die man spricht, das Denken prägt.“ Arrival, 2016

Sie – lieber Leser – brauchen an diese Gedanken nicht zu glauben. Wichtig ist, dass ich daran glaube und in dem Moment wird Wissen und Glauben eins. So am Rande.

In 2013 kam jemand auf mich zu und sagte: „Wir müssen da mal ein ganz scharfes Schreiben formulieren, dass auch wirkt.“ Ich bat ihn ein Blatt Papier in die Hand zu nehmen, es gegen die Wand zu richten, „peng, peng, peng“ zu sagen und ob er anschließend Löcher in der Wand vorfinden würde.

Recht schnell war klar, dass man belohnt-verankerte Glaubensgebilde, wie es alle gewohnten Rechtsfiktionen sind, nicht durch Austausch der Glaubensinhalte „gelöst“ werden können.

Dieses „man müsse etwas tun“ und das „man können ja sowieso nicht tun“ führte irgendwann dazu, eingehender über das Bisherige nach- und später auch vorzudenken.

„Wenn du dich verlaufen hast, gehe zum Anfang zurück.“

Das führte soweit, bis ein Bild entstand, dass viele Menschen zwar gerne wollen, dass sich etwas ändert, jedoch nicht bei ihnen selbst – Erfahrung aus über zwei Jahren Unterwegssein.

Wie gestaltet sich ein Wandel, wenn die Forderer von Veränderung selbst nicht davon betroffen sein wollen?
Was jene nicht wissen, dass sie durch ihre eigene Haltung eben jenen Leidensdruck selbst erzeugen, während sie anderen dafür die Schuld geben. Soviel zum Thema „Durch Verdrängung überlagerte Selbstreflektion“.
Warum also so verwundert, dass Betreuungssysteme installiert sind?

„Warum so ernst?“, Joker, aus: „The dark Knight“, 2008

Die Kurve meistern
Sichtlich wurde bis heute alles Mögliche traktiert. Die einen haben mittlerweile „das Handtuch geworfen“, andere sind mehr oder weniger freiwillig die Bühne „verlassen worden“. Andere haben sich mit dem fortwährenden Heulen und Zähneknirschen arrangiert oder bewegen sich – ich sage es mal so „im Rahmen der Anonymität“, der „Nicknames“ usw.

Was die meisten miteinander verbindet, ist ihre Sehnsucht nach dem Gestern. Welches Gestern jedoch das „richtige“ sein soll, darüber streiten sie.
Da unterscheiden sich die fremd ernannten „Reichsbürger“ prinzipiell nicht von denen, die ihnen einst das Stigma verliehen haben.
Schlimm, wenn man mit nur einem Satz, mit seinen selbst ernannten Feinden beerdigt wird.

So mag der Gedanke, dass die bisherigen Anstrengungen in der Regel darauf ausgelegt war, etwas zu entwickeln, damit sich die anderen(!) ändern müssen oder sollen, wohl doch nur von zweifelhafter Natur ist.

Im Grunde genommen hat man es, solange man sich mit Veränderung auseinandersetzt, nur mit einem Menschen zu tun: mit sich selbst. Man kann sich zusammenfinden um sich bei der eigenen Veränderung zu begleiten. Was jedoch kein „Muss“ ist. Und all das was man beobachtet, ist dazu gedacht, diesen Prozess voranzutreiben.
Diese Sichtweise steht dem, „alleine könne man ja sowieso nichts machen“, radikal gegenüber.

In dem Moment, wenn einem Dialogpartner das klar wurde, verwandelte er sich recht schnell von engagiertem Argumentierten in Schweigen, legte nicht selten einen mitleidsvollen Hundeblick auf, verbunden mit dem tänzelnden Vertreterschritt in Richtung Ausgang. Nicht selten kam es zu einem unerwarteten Themenwechsel oder die Erkenntnisfrage: „Wie willst DU das denn den ANDEREN beibringen?“

Erstaunlich, wie schnell sich so mancher Dialogpartner selbst(!) aus der Situation herausdividiert.

Verständlich, dass die Mehrheit die Rolle der Betrachteten eingenommen hat, während sie glaubt, eine objektive Haltung genüge, um die Probleme damit außen vor zulassen.

Doch darin unterscheidet sich das Opfer vom Gestalter. Das erklärt auch, wenn einer etwas macht, recht viele „mitreden“ und bestimmen wollen, was dieser wie zu tun hat.
Überlässt man ihnen jedoch das Handeln, so kommt in der Regel recht wenig zustande. Das ist auch einfach: Sie sind keine Gestalter, weil sie sich nicht als Gestalter betrachten.

Der Gestalter agiert jedoch nicht in dem Sinne, anderen ihre Probleme zu lösen, weil jene selbst zu faul und zu träge sind oder in der Erwartung, anschließend nur weiter in einem System, welches sich gegen die Prinzipien des Lebens selbst wendet, weiter ihre üblichen Geschäfte und Schauspielereien zum Besten geben wollen.

Die Politik spiegelt der Gesellschaft nur ihre eigene Märchenstunde vor. Nur der Unbewusste versucht der Politik (und allen anderen) die Schuld für seine eigene Geisteshaltung und damit verbundene Lebensumstände geben zu wollen. Langweilig und öde.

„Schicksal ist das, gegen das man nichts machen kann“, sagt das Opfer.

Wie würde also etwas „aussehen“, was jeder selbst tun kann, ohne dass andere ihn dabei behindern – von selbst ausgeschlossen sind hierbei all jene, die sich in der Verdrängung bewegen (wollen) und dabei die Hinweise auf dieses Verhalten ignorieren – was letztlich auch nur ein Verdrängungskonzept ist: Die Verdrängung der Verdrängung.

Der Grund, warum man niemanden Aufklären (im Sinne von überzeugen) kann, der noch mit den üblichen Verdrängungskonzepten „unterwegs“ ist, liegt das einfach daran, dass er sich nur selbst überzeugen und aus dem Kopfknast befreien kann – oder auch nicht.

Bisheriges Traktieren war also mehr eine Art Warmwerden unter Anwendung eines Feindbildes. Das Feindbild entpuppte sich jedoch nur als Mittel, um eben gewohnte Denk- und Verhaltensweisen rechtfertigen zu wollen. Kreisverkehr oder „Infinity War“.

„Es geht nicht darum den Krieg zu gewinnen, sondern darum ihn zu beenden.“ Captain Marvel, 2019

Nein, nicht mit einem Friedensvertrag! Dieser Gedanke basiert nur auf den üblichen Denk- und Verhaltensweisen.

„Verträge sind künstliche Gebilde, um Zusammenhänge und Zustände herstellen sollen, die innerhalb der Prinzipien der Natur so nicht zustande kommen.“

Es handelt sich im Grunde genommen nur um ein mentales Gefängnis bestehend aus wenigen anerzogenen, jedoch auflösbaren Mechanismen, die das System verkörpern.

Erkannt, dass HLKO, Strohmann-Konten, Entnazifizierung, verfassungsgebende Versammlungen, Nationalversammlungen, Deutsche Reiche, Bundesstaaten, Staaten, Rechtsklamauk an sich oder sonstige Themen nur hochmotivierte (belohnte) Ablenkung und Selbstbeschäftigung darstellen, die nur zu Hin und Her und reichlich Diskussionen und Rechthabereien führen, ohne jemals in dieser Richtung zu einer wirksamen Lösung zu gelangen – außer durch ihre Infragestellung.

Das ist immer der Punkt, wo das eigene „jüngste Gericht“ stattfindet. Und damit auch das Angebot und die Entscheidung seiner Annahme – oder Ablehnung.

Das Übliche hilft nur durch seine Infragestellung weiter – vereinfacht ausgedrückt.
Der gewohnte Akteur kommt irgendwann an einen Punkt, wo es mit der gewohnten Denke nicht mehr weitergeht.
Das liegt daran, weil er sich selbst und seine Aufgabe, den eigenen(!) Entwicklungs- und Erkenntnisprozess über die anerzogenen Grenzen hinaus voranzutreiben, selbst nicht mit einbezieht. Das hat jetzt nichts mit fleißigem Auswendiglernen und Herbeten von Gesetzen und „der richtigen Geschichte“ zu tun.

Über das Recht gelangt man zur Philosophie, eine Disziplin, nach welchen Regelwerken der Menschen selbst mit der Welt mit dem Ganzen, mit dem Leben selbst, in Beziehung steht. Und durch sein Handeln und seine Fragen offenbart er auch, wie er „gestrickt“ ist.

Der Ausgang ist nicht im Außen und durch Verdrängung anderer oder durch überholte Konzepte zu erreichen!

„Der Wandel findet im offenen Raum statt – mit allen Konsequenzen.“

Wenn nun jemand die übliche Bemerkung von sich gibt, was ich denn mit meinem Geschreibsel schon erreicht habe, hat er noch nicht begriffen (vielleicht wird er das auch nie), dass die veröffentlichten Gedanken dazu gereichen, selbst das Ruder in die Hand zu nehmen.

Und dann kommt der Führer… Nee, das war wieder der falsche Text.“

Geflissentlich wird von den „Experten“ übersehen, dass sich der Einzelne nur Schritt für Schritt aus dem Wust der alten Ordnung herauslösen kann. Es gibt keine eindimensionale Generallösung.

Es geht um Veränderung, die über das übliche Geheule, Gegreine, Geweine, Gejammere und der Sehnsucht nach Gestern und der Bestrafung der Schuldigen hinausgeht.
Solange man sich mit seinem Denken und Tun nur innerhalb gewohnter Handlungsweisen ohne eine Selbstreflektion bewegt, führt das alles zu nichts.
Es sei denn, kommt auf den Trichter und hinterfragt sein übliches Getue grundsätzlich auf Wirksamkeit und ob das Bisherige nicht nur dazu geschaffen wurde, um eben keine Veränderung damit zu bewirken zu können.
Das ist der Moment, wo man erkennt, dass man bisher „nicht Herr über sich selbst“ war, sondern mehr nach seinen anerzogenen Denk- und Verhaltensweisen nur „brav funktioniert“ hat.

„Wer lässt sich leichter manipulieren als jener, der als Sklave erzogen wurde, ohne es jedoch zu wissen?“

So wie es aussieht, besteht am Ende wohl doch nicht die Möglichkeit, noch eine fette Rechnung an „die Anderen“ zu schicken. Das sieht man an all den Projekten, die sich mit „Ansprüchen“ beschäftigen wie: Leibrente nach HLKO, Malta-Masche, IRS, Strohmann-Konto, Bodenrecht, Zwangsenteignung & englische Gerichte usw.

Es geht auch nicht um Geld haben oder nicht haben, sondern um die Art und Weise, wie es zu einem gelangt.
Wer meint dafür kämpfen und sich dafür unterwerfen zu müssen, der ist auf diese Weise Teil jener Ordnung, ob ihm das passt oder auch nicht.

Es besteht für den Einzelnen immer die Frage, ist er Teil der Welt und ihrer Vielfalt und damit verbundener Mitverantwortung sowie einhergehender individuell-gesellschaftlicher Entwicklung oder ist er Teil eines Systems, was sich gegen das Leben selbst wendet und nur auf seine eigenen Vorteile bedacht.

Eines ist sicher, die Streuner, die hinter dem Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut her sind sowie Vergeltung und Bestrafung, sie werden zunehmend die Bühne verlassen.

Denn sind diese Begriffe kollektiv vereinbarte Illusionen – auch wenn das der eine oder anderen noch nicht zu erfassen vermag. Das ist auch der Ansporn, auch eine logische Erklärung für sich zu entwickeln, wenn es um ein funktionierendes Fundament geht, auf dem man zu agieren gedenkt.

P.S. Wenn Sie mal was richtig brutal anderes tun wollen, dann verschenken Sie mal einfach etwas von sich, ohne gleich wieder eine Rechnung zu schreiben.

„Niemand kann die oberste Intelligenz in ihrer wahren Gestalt sehen. Das weißt du. Unser Unterbewusstsein bestimmt ihr Erscheinungsbild, also ist es heilig. Persönlich. Kein Kree offenbart es. Niemals.“ Captain Marvel, 2019

Nachtrag: Das System zeigt uns, wer wir sind und nicht das, was wir gerne wären. Das was wir gerne wären und werden können, erreichen wir dann, wenn wir das System ändern. Das System selbst sind all jene anerzogenen und hinterfragten und als „normal“ angenommenen Denk- und Verhaltensweisen.