Die Pause, die nur eine kurze war, Teil 1

Gestern hat mich ein Bekannter besucht und wir sprachen über die Aufklärung. Im Kern bestätigte sich: Jeder kann nur an sich selbst arbeiten, wenn es Schritt für Schritt anders werden soll.
Für jemanden, der sich mit den Themen auf diesem Blog noch überhaupt nicht auseinandergesetzt hat, ist das zunächst sogar verständlich. Deshalb gilt für die Beiträge: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer macht.“

Wer in der Vorstellung unterwegs ist, alles in einen Beitrag zu erwarten, am besten so formuliert, dass es seinem Intellekt entspricht, wird a) enttäuscht und b) mit Sicherheit keine Lust haben, eben doch mal ein paar hundert Seiten auf einmal lesen zu wollen, um dieser seiner Vorstellung gerecht zu werden.

Die „Nummer“, in der sich die Mehrheit bewegt, in der sich einige (wenige) auf den Weg gemacht haben, sie herausfinden zu wollen, ist weitaus umfangreicher, so dass sie a) vom gewohnten Geist nicht gleich erfasst werden kann, da auch das üblich Gelernte und Gehörte nicht dazu ausreicht.
Hinzukommt, dass sich die Mehrheit, wenn sie sich denn zu informieren bereit ist, erst einmal auf Aufklärer trifft, die sich meist auch nur mit den auftretenden Phänomenen auseinandersetzt, jedoch selten bis nicht mit dem System selbst – um das es im Kern jedoch geht. Das ist auch weiter kein „Problem“.

„Im Hintergrund wirkende Prinzipien erzeugen jene sicht- und spürbaren „Probleme“, mit denen sich in der Regel dann ausgiebig beschäftigt wird.“

An dieser Stelle kann ich die gewohnten Denker, auf ihrer Suche nach Schuldigen und zu bestrafenden Verantwortlichen beunruhigen, dass dieses Verhalten auch falsch erlernt, jedoch gesellschaftlich als „normal“ angenommen wurde.
Dieser Gedanke mag zum Denken anregen, wobei das Gewohnte nicht dazu ausreicht, es erfassen und zufriedenstellend beantworten zu können.

Selbst irgendwelche inhaltlichen Datenmengen über ein Thema werden nicht ausreichen, denn handelt es sich bei diesen in der Regel nur um eine reine Informationssammlung, die hintereinander aufgereiht, auch keine Wirksamkeit und schon gar keine wirkliche Antwort gibt – außer das Übliche, was jedoch zu nichts führt – denn ist es nur auswendig gelernt.

Die Frage ist: Welche eigenen Denk- und Verhaltensweisen kann man dabei a) erkennen, b) in Frage stellen und c) für die eigene Entwicklung ableiten.

Nur zu sagen, dass die anderen die Bösen seien oder die Menschen schlecht, ist zu dünn, passt jedoch in das übliche Bild, in was sich die Gesellschaft durch ihre Selbstunterwerfung, -ausbeutung und -entmachtung einbettet.

Ein Unterschied findet sich bspw. zwischen dem gesellschaftlich anerkannten linearen und dem kaum angewandten komplex vernetzten Denken. Aus diesem Grund versteht der Erstere den Zweiteren nicht.
Der Versuch einer solchen Darlegung benötigt ein Vielfaches an Informationen, mit denen der Erstere recht schnell überfordert wäre, bzw. in der Regel überfordert ist. Auf der anderen Seite widerspricht es dem Entwicklungsprozess, da statt Entwicklung, am Ende nur „Vanilleis-Diskussionen“ die Köpfe beherrschen würden.

„Und daaaannnnn?“ „Ey Mann, wo is’ mein Auto?“, 2000

Hat man für sich das System in Frage gestellt, ist das Andocken von gewohnten Rechtfertigungsargumenten nahezu unmöglich. Das geht im Kern nur über den Prozess der Infragestellung, der – vereinfacht ausgedrückt – eine Invertierung des bisher Gewussten ist. Vereinfachtes Beispiel: „Die Aufhebung der Aufhebung von Besatzungsrecht.“ Diese Invertierung findet sich in nahezu allem. Was das gewohnte Recht betrifft, führt seine Invertierung den Menschen hin zum Vernunftsrecht (Naturrecht, überpositives Recht).

Fremdbestimmung = !Selbstbestimmung (Fremdbestimmung invertiert ist gleich Selbstbestimmung)

Um erst einmal ein Bild der prinzipiellen, nicht der gewohnt inhaltlichen Auswirkungen zu erlangen, reicht es also nicht, sich breit auf die Schulbank setzen und im Rahmen gewohnter Lehrer/Prediger-Schüler/Novize-Beziehung darauf zu warten, dass das Wunder der Selbstreflektion „eingetrichtert“ wird. Sich also hinzustellen und nur zu lauschen, macht also keinen Sinn, wenn das Reflektieren und späteres Verinnerlichen ausbleibt.

Einer logisch hergeleiteten Angelegenheit zu folgen und diese zu verstehen, ist in der Regel einfach. Diese jedoch auch zu anderen Gelegenheiten auch selbst wiederzugeben, ist was ganz anderes. Wohl dem, der es nicht nur gehört, sondern auch verinnerlicht hat.
Das wiederum ist eine Angelegenheit, wo das üblich strukturierte „Ich“ etwas dagegen hat, da so seine bisherige Existenz gefährdet ist. Denn alles, was mit echter Veränderung (seiner selbst) zur Folge hat, wird in der Regel kategorisch abgelehnt.

Deshalb begnügt sich der Mensch auch lieber mit der Technik, die seine innere Entwicklung ersetzen soll. Nicht zu vergessen: Technik kostet natürlich.

In einem System, wo die Selbstreflektion durch die Verdrängung überlagert ist (hier herrscht die Verdrehung!), geschieht gewohntes Lernen nur durch eine Art Einflößen – besser: durch oder Überfluten, wo am Ende das Gelernte auf Entsprechung geprüft und beurteilt wird. Fremdbeurteilt, natürlich.

Im gewohnten Rahmen wird sich so mancher hinsetzen wollen und erwartet es so erklärt zu bekommen, bis er es verstanden hat. Im Rahmen der Selbstbestimmung, die als „Souveränität“ so manch leichtem Munde entrinnt, ist dem jedoch nicht so. Man findet einander unter dem Gedanken „Primus inter Pares“ zusammen – Dialog und Reflektion.

Es geht auch nicht darum, es einem Erwachsenen, wie ein Kind zu erklären, denn schließlich ist er ja keins.

„Meine Leser verstehen das nicht, die sind noch nicht soweit.“ Bekanntes Szene-Magazin
(Anmerkung: Gut, dass es jemanden gibt, der darüber bestimmt, wie weit seine Leser sein dürfen.)

Die Selbstbestimmung, um die es wirklich geht, ist von den meisten gar nicht angestrebt. In der Regel soll das Hamsterrad nur gegen ein vergoldetes ausgetauscht werden, die ungerechten Vorgesetzten beseitigt und gegen gerechte ersetzt werden. Was noch mehr werden oder mindestens bleiben soll ist Arbeit, Geld sowie (die Gewiss- und Sicherheit auf) Eigentum und Besitz, Hab und Gut und Macht („Meine Leser…“).

Dabei entpuppen sich nicht wenige Akteure unbewusst auch als falsche Propheten, die nur unsichtbare Hüllen und Worthülsen verkaufen, WORIN sich der Mensch in der Rolle als „Staatsangehöriger“, „Christ“ oder sonst etwas, was üblich ist, wiederfinden soll.
Sicher mag jeder sein, was er will, doch sind dies nur Rollen/Fiktionen und mit ihnen auch Institutionen, die sie zu repräsentieren versuchen, an die sie meinen zu glauben (festhalten) müssen. Wenn man erst einmal erkannt hat, wie luftig die „Nummer“ wirklich gestrickt ist, dann… ui.

Irgendwann wollte ich mal was „Preußisches“ werden, Das liegt in weiter Vergangenheit. Heute ist mir klar: Wer macht sich schon freiwillig zum Betreuten?

Der Glaube, ein Stück „Staatspapier“ schütze vor den Unsäglichkeiten der anderen, der irrt. Denn er erfährt stets das, was er selbst in sich aufzulösen hat, was er jedoch meist zu leugnen weiß und sich so seine eigene Situation und damit verbundene Erlebnisse weiter zuspitzen.

„Der Hörer am Radio empfängt jene Sendung, die bei ihm eingestellt ist – Prinzip der Resonanz.“

Vor einiger Zeit musste ich lachen, sprach jemand in einem „rechten“ Video vom Vorteil der Hierarchie, der man sich schließlich nur hingeben müsse.
Die Hörigen glauben schienbar daran, weil sie verzweifelt nach Führern suchen, die lediglich dazu gedacht sind, ihnen die Verantwortung in die Hand zu drücken und wenn es nicht klappt, die Schuld für alles zu geben.

So entsteht der Eindruck, dass die gesamte „rechte“ Aufklärerszene von den Systemdiensten unterwandert ist, irgendein „Reichskäse“ geplärrt wird und die blauäugig-arische Hörschaft irgendeinen Blödsinn erzählt bekommt – Hauptsache irgendwann steht „Deutsches Reich“ darauf.
Die Leute glauben daran, weil sie im Grunde auf den endgültig „gerechten Betreuer“ hoffen. Das „Führer-Prinzip“ findet sich auch in der Hoffnung auf einen Messias – nur außen muss er sein und notfalls geopfert werden können. Eine anerzogene, selbst auferlegte Märchenstunde.

Als ich darüber las, dass man eine Fiktion (jede Art von Staat) nicht durch eine andere Fiktion (anderer Staat) widerlegen kann, hatte ich irgendwann das Gefühl, die Frage nach der grundsätzlichen Existenz von Staaten zu stellen und lieber das System in Frage zu stellen IN dem das ganze Staatstamtam stattfindet.

Die vom „Ich“ erfundene Märchenstunde gegen eine andere von einem anderen „Ich“ erfundene Märchenstunde ersetzen zu wollen führt zu etwas, was nur innerhalb der alten Ordnung eine aktive „Geige spielt“: Uneinssein, Geplänkel, Gezänk, Rechthaberei, Krieg, Mord und Totschlag – auf geistig dünnem Eis.

Was das Staatstamtam betrifft: Damit fanden sich auch die mit dem Begriff „Reichsbürger“ fremdernannten stigmatisierten Akteure bei denjenigen, die sie vorher stigmatisiert hatten, in einem Boot wieder – „Titanic“.
Ich fragte, was beide wohl miteinander vereint und kam auf die in der Gesellschaft als „normal“ anerzogen Haltung, dass „Gestern alles besser war“.

„Treffen sich zwei Neandertaler, sagt der eine: „Gestern was alles besser.“ Der andere schaut, überlegt und fragt: „Was ist denn ‚gestern‘?“

Jeder darf sich hier in der Tat das nehmen, was ihm beliebt. Es ist in der Tat auch dafür gedacht.

Es geht im Grunde bei den „Beschwörern des Gestern“ nur darum, wem man zukünftig zu folgen habe und welches Gestern er der Gesellschaft zu verkaufen in der Lage ist. Das ist konservative Politik, wie sie sich im politischen Antlitz aus Blau und schwarz ebenfalls zu manifestieren versucht.

Der Wähler immer noch außerstande (und man erzählt es ihm nicht) zu erkennen, dass er aktiv an der Nummer mitwirkt, in der Illusion ENDLICH eine „Endlösung“ für die Zukunft „aller“ vorgefunden zu haben.

So wie auch die meisten Aufklärer, wird über die Deutsche Frage geschwiegen und fadenscheinige Politik inszeniert.

„In Pressekreisen wird berichtet, dass auch die Re-Gierung („Nur Gierige brauchen eine Re-Gierung.“) und der Bundestag künftig sparen müssen.
Zu diesem Zweck wurde im Gebäude des REICHSTAGES ein Vortragsladen eingerichtet, wo man gebrauchte Reden, Vorträge und Weihnachtsansprachen für die nächste Sitzung ausleihen kann. Es liegen sogar ganze Debatten vor. Die einzige Bedingung ist, dass man am Ende sagen muss, wer der Urheber des Werkes war.“

„Es ist immer besser, jemanden „auf die Schippe zu nehmen“, statt ihn mit selbiger zu begraben.“

Was die übliche „Reichspolitik“ betraf, ging es meist darum, dem Hörer auch nur das zu sagen, was ihm akustisch gefiel. Mangel an „einfachen“ politischen Zielen gab es keinen: Steuern runter, Ausländer raus, niedrige Mieten, gerechte Renten, Umverteilung und mehr arme „Reiche“, den Rechtsstaat dabei nicht zu vergessen usw.

Das Prinzip, dass klassische Politik und oktroyiert anerzogene Herrschaftssysteme zunehmend an ihrer Existenz einbüßen, sind nur zwei jener Phänomene und Hinweise auf die „Neue Zeit“ – biblisch ausgedrückt: das neue Testament. Denn auch hier wurde den Menschen eine Märchenstunde erzählt, dass das ja alles schon so weit zurückliegt.

Auf der Gleichnis-, Meta-, Prinzip- oder auch Systemebene genannt, existieren weder Raum noch Zeit. Denk- und Verhaltensweisen sind zeit- und raumlos und „wirken“ solange, bis sie in Frage gestellt werden.

Es existiert also kein wirklicher Zeitraum von „tausend Jahren“, der erst noch vorübergehen muss, bis diese Gedanken verstanden, verinnerlicht und daraus Denk- und Handlungsmuster abgeleitet wurden. Wer das Gefühl hat, noch nicht weit genug zu sein… siehe: „Dr. Strange*“.

Die Nummer, die so mancher angeblich erst nach dieser Zeit anzustreben bereit ist, läuft die ganze Zeit bereits parallel vom Dies – eine durch Bedeutungswandel entstehende Parallelwelt. Was als „Welt“ bezeichnet wird, ist nicht von ihrer Vielfalt bestimmt, sondern von den Regelwerken, auf denen sich die „Welt“(Anschauung) und ihre Vielfalt gründet und dadurch zum handelnden Beobachter zurückführt.

Das System sind eben diese Denk – und Verhaltensweisen, welche für die von den meisten (noch einseitig programmierten) Beobachtern überall wahrgenommen Unsäglichkeiten verantwortlich sind, welche jedoch nur allzu gern beklagt, bejammert und kritisiert, jedoch nicht hinterfragt werden „möchten“ – denn dafür wird man ja schließlich nicht bezahlt.

Einem „Volk der Denker“ vor Augen zu führen, dass es dieses Attribut bereits lange abgelegt hat, reicht es nicht ihm nur die Errungenschaften der alten Zeiten unter die Nase zu reiben, während jene sich letztlich doch nur mit der Illusion begnügen. haben u.U. einen lauten Knall oder ein leises Verschwinden vor sich.

Ich mag Unsäglichkeiten, weil sie Herausforderungen sind, über die Ursache vorzudenken und ihr auf den Grund zu gehen.

Wenn es darum geht die Welt zu retten, so ist dies nicht der notwendige Fall, da sie in dieser Veriosn lediglich ein Sammelsurium aus Vereinbarung und als „normal“ deklarierten Erscheinungsformen ist. Etwas, über das, was sich aus der Beobachtung der Wirklichkeit als Realität manifestiert und in welcher „eigentümlichen“ oder „besitzergreifenden“ Beziehung der Mensch sich dazu verhält- jedoch vereinzelt durch das „Ich“ (Teilen und Herrschen).

Das „Ich“ des Menschen, als Sammelbehälter eben jener wirkenden Denk- und Verhaltensweisen und „Repräsentant“ des Systems selbst schuf sich, um sich zu schützen und für das Geschehende nicht verantwortlich sein zu müssen, die objektive Haltung. Eine Vorstellung unabhängig von der Welt der Geschehnisse zu existieren. Eine nahezu kollektiv geglaubte Märchenstunde mit morbiden Auswirkungen.

Wenn sich doch die meisten als getrennt von der Welt wahrnehmen, wie kann es dann sein, dass die Dinge dennoch geschehen?

Wenn sich die meisten für vernünftig und mit Gewissen ausgestattet halten, warum gibt es dann so viele Vorgesetzte, Betreuer mit ihren Vorschriften?

Kann es sein, dass sich da jemand irrt, weil er „nicht Herr über sich selbst“ ist, sondern nur der Untergebene seines „Ichs“, was sich zu Aufgabe gemacht hat, eine Entwicklung verhindern zu wollen, und der Mensch deshalb lieber „Herr über andere“ sein mag?

Kann es sein, dass die Zentrale dieser Märchenstunde auf diesem Boden zu finden ist? Wenn Sie mich fragen, so sage ich eindeutig „Ja“.

Wenn Sie nun das Gefühl haben, dass „die Anderen“ noch nicht soweit sind, war dies nur Ihr „Ich“. Wenn Sie der Meinung sind, noch warten zu müssen, bis es soweit ist, dann täuschen Sie sich nur selbst. Die anderen warten auch.

*„Ich bin noch nicht soweit.“ „Natürlich nicht. Niemand wird das je sein.“ Dialog aus Dr. Strange, 2016

Fortsetzung: Die Pause, die nur eine kurze war, Teil 2