Die Schweiz hat gewählt – Über die Philosophie des Grundeinkommens

Was man so hört, war das Ergebnis der Schweizer Wahl ein verständlich klares. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Wo würde denn das auch hinführen? Da würde ja keiner mehr was arbeiten.

Die Frage, die sich mir bei der ganzen Sache stellt: Warum gibt es bislang nur ein bedingtes Einkommen?

Sicher mag das BGE eine Form der Befreiung des Menschen darstellen, doch warum scheint es dann doch wieder so schwierig? Dann kommt es nicht selten wie aus der Pistole geschossen: Es geht um die Macht.

Liegt es vielleicht auch nur daran, dass Freiheit etwas ist, was sich nicht von Außen her kommt, sondern aus der eigenen inneren Bereitschaft heraus, die einen zuvor notwendigen Umdenk- und Erkenntnisprozess erforderlich macht, dem sich die Mehrheit (noch) nicht stellen mag? Während sich die Gesellschaft jedoch unaufhörlich darauf zubewegt.

„Können wir alle ohne Schmerz oder zumindest arges Unwohlsein lernen? Ja, einige von uns schon.“ Tobias Sommer, 2016

Denn wenn man sich das Geldsystem anschaut, ist es nur die Repräsentation mehrheitlicher Konditionierungen und damit verbundener Gewohnheiten und Konventionen der Gesellschaft, die der stattfindenden Veränderung durch Beibehalten des „Bisherigen“ (Gewohnten) gegenüber steht. Es sieht nach einem Zerreißprozess aus, aber nur für jene, die in den Widerstand gehen.

Wer denkt, ich wäre nun einfach mal dafür, mag sich schon mal ein Pflaster holen.

Denn erkennbar erzeugt gewohntes Denken und Handeln auch jene hierarchischen Machtstrukturen (die Bedingung der Fortführung von Unvernunft und Unverantwortung als Grundprinzip und Existenz der Vorgesetzen), die einer freiheitlichen Ordnung  (die Bedingungslosigkeit als Grundprinzip) diametral gegenübersteht und mit Geldmitteln allein nicht zu lösen ist.

„Guckst Du? Paradigmenwechsel.“

Das Misstrauen der Mehrheit vs. einer Minderheit. Dabei nicht zu vergessen, dass Misstrauen eine konditionierte Projektion des individuell vorhandenen mangelnden Selbstvertrauens ist. Daraus ergibt sich auch Neid, Missgunst und Kontrolle. Solange das nicht erkannt ist…

Wenn sich 23% für das BGE entschieden haben, stellt sich mir natürlich die Frage, inwieweit sich diese auch mit dem dazu notwendigen Umdenkprozess vertraut gemacht haben oder das BGE einfach nur wollen. Vorsicht! Falle!

Denn wenn man erst umdenkt, wenn man vorher etwas dafür bekommt und erwartet, kann das nicht so ganz funktionieren. Das Prinzip der Freiheit funktioniert anders.

„Freiheit ist das Fehlen gänzlicher Bevormundungen, Fremdbestimmung und damit verbundene Bedingungen. Die Vernunft ist dabei der intuitiv getriggerte Prozess zwischen bedingungslosem Geben und Empfangen.“

 „Geben ist seliger, denn nehmen.“

Wie gesagt, ich kenne die innere Einstellung der 23% nicht. Jedoch ist erkennbar, dass noch etwas zu fehlen scheint. Denn Geld allein kann für sich gesehen nicht im Raum stehen, wenn der gesellschaftliche Grundmechanismus unerkannt bleiben mag.

Die gesellschaftliche Gier, also das einseitig kondtionierte Ego sind zum Glück nur konditionierte Verhaltensmuster.

Mag man mal darauf herum- und weiterdenken.

2 Comments on Die Schweiz hat gewählt – Über die Philosophie des Grundeinkommens

  1. Ich glaube schon, dass das Bedingungslose Grundeinkommen für viele Menschen eine tolle Chance wäre, um endlich wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen, allerdings ist mir schon bewusst, dass es aktuell auch einfach nicht umsetzbar wäre. Dafür müsste sich doch noch einiges verändern.

    • Hallo Thomas, auf den ersten Blick sieht es so aus. Das einzige was sich ändern „müsste“, wären die Menschen selbst. Diese Entscheidung hat jeder für sich und jederzeit, an sich zu arbeiten.
      Denn Geld ist kein Mittel zur Befreiung, wenn die Verhaltensmuster, die sein System erzeugten, nicht hinterfragt werden. Das Verhaltensmuster, was dieses System (das System an sich) erzeugte, ist die konditionierte Einseitigkeit im Haben, die seit der Geburt zunächst natürlich vorherrschte und durch den Akt der Mutter „Du bist solange gut, soalnge mir das gefällt“ als Unterwerfungsmechanismus mit den beiden Mitteln „Belohnugn und Bestrafung“ beibehalten wurde. Dadurch konnte der Mensch den natürlichen Entwicklungprozess der Vernunft (intuitiv getriggerter Prozess zwischen Geben und Empfangen) nicht so lernen, dass eine Bedingungslosigkeit als etwas vollkommen Natürliches erlebt und praktiziert wird.

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