Die Wirklichkeit über Burnout

(Petersberg, Karl Heinz Schubäus, 29. März 2012) Das Ergebnis des ARD Interviews zwischen Jauch und seinen Partnern am 25. März 2012 unter dem Thema: „Burnout“ weist zusammenfassend darauf hin: Das Ausgebranntsein der Unternehmenslenker und deren Mitarbeiter beruht auf der rasch zunehmenden Komplexität der Organisationsstrukturen. An die Adresse der betroffenen Unternehmer gerichtet heißt das: „Nach dem Ihr die Ursachen kennt, wisst Ihr was zu tun ist.“ Die Unternehmer werden antworten: „Wir haben all die Jahre nichts anderes getan.“

Nur das Tun allein reicht nicht, es kommt auf die richtige Methode an. Und da hapert’s – wie die rasant zunehmenden Burnout-Fälle zeigen – dann doch beachtlich. Denn von Systemorientierung, Denken und Handeln in Zusammenhängen, dynamisch vernetzten Beziehungsmustern, wechselseitigen Abhängigkeiten und synergetischen Wirkprinzipen, hat die Mehrheit der Unternehmer noch nie etwas gehört.

An Symptomen zu laborieren ist und bleibt immer noch die beliebteste Problem-Lösungs-Methode. Nur, die führt, parallel zu den rasant steigenden Burnout-Fällen ebenso rasant ins endgültige Aus der Unternehmen.

Es geht auch anders.
Vor allem dort, wo Menschen in Systemen tätig sind, die neben höchster Leistungsbereitschaft auch Verantwortung und die Einhaltung der jeweils geltenden Regelwerke von allen Beteiligten erwarten: In einer Vielzahl herausragender Orchester, Luftverkehrgesellschaften und bereits seit Jahrzehnten ganzheitlich neugeordneten Produktions-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen.

Wie sind derartige Systeme organisiert, wie funktionieren sie, warum sind dort Burnout-Syndrome nahezu unbekannt?

Betrachtet man das Orchester von Andre Rieu, fällt zunächst einmal die bunte Vielfalt unterschiedlicher Profis als Bläser, Streicher, Flötisten, Schlagzeuger und anderer Musiker auf. Und doch wirken sie vor zahlendem Publikum, wie ein sorgfältig aufeinander abgestimmtes Ganzes mit seinem unverwechselbaren Sound.

Hier stimmt alles. Alle folgen äußerst diszipliniert den Spieleregeln und Erfolgsprinzipien des mit großer Sorgfalt aufeinander abgestimmten Systems, dem harmonischen Miteinander, der Freude am Musizieren und dem Publikum in höchster Vollendung zu gefallen.

Hier wird in höchster Vollendung praktiziert, was in der Wirtschaft nur dort funktioniert, wo ganzheitliches Denken und Handeln seit Jahrzehnten zur Tagesordnung gehört.

Betrachtet man das Orchester als Teilsystem, gehören Bühnenbilder, Beleuchtung, Räumlichkeiten, Bestuhlung, Logistik, Neuinszenierungen, Marketingaktivitäten und Verwaltungsaufgaben als weiter Teilsysteme zum größeren Ganzen unter dem Begriff: Andre Rijeu.

Angenommen auch nur eine(r) spielt falsch? Nicht auszudenken. Und in den Unternehmen gehört Falschspielen zur gewohnten Tagesordnung. Ursprünge, aus denen sich zunehmend Wettkampfarenen und Rückzugsgebiete für junge Wilde und Emporkömmlinge, Versuchslabors für gigantische Softwarestandards und dilettantische Beraterspielchen, Spielwiesen für Karrieretypen, Machtbesessene und Chaoten, Versorgungs- und Zahlstellen für Unqualifizierte, Brutstätten für Konflikte, Zerwürfnisse und Zerfall und mit zunehmendem Tempo Krankheitsbilder wie Burnout entwickeln.

Am Beispiel Luftverkehr zeigen sich adäquate Muster im Vergleich zu Orchestern. Auch hier sorgen optimale Systemstrukturen im Kontext eindeutig definierter Ziele für optimale Prozess-, Funktions- und Informationsabläufe.
Sicherheit und Verlässlichkeit gelten als die elementaren Ordnungsprinzipien, denen sich alle Beteiligten unterordnen.

Auch hier die lückenlose und mit äußerster Sorgfalt vernetzten Teilsysteme und zweckgebundenen Beziehungen der Länder übergreifenden Regelwerke und Organisationsstrukturen, Flugleit- und Flugüberwachungssysteme, Fluggeräte, Start- und Landebahnen, Versorgungssysteme, optimal ausgebildete Piloten, langjährig geschultes Personal zur Flugüberwachung, Instandhaltungs- und Sicherheitssysteme.
Über viele Jahre optimierte und standardisierte, zweck- und zielgerichtete Eignungs- und Ausbildungsmuster, und sorgfältig ausbalancierte Aufgaben-, Funktions-, Kommunikations- und Logistikstrukturen.

Eine reibungslos funktionierende Leistungsgesellschaft mit höchsten Ansprüchen an ihre Mitarbeiter, und das weitab von Burnout-Syndromen.

Die Neuorientierung veralteter Unternehmen beginnt mit der Neugestaltung der Unternehmen, der Optimierung der Prozesse, Funktionsbereiche und Kommunikationsstrukturen. Der Vernetzung aller Teilsysteme zu einem reibungslos funktionierenden Ganzen und den damit verbundenen Regelwerken.
Wer als Unternehmenslenker und Mitarbeiter die Regeln beachtet, wird vom System und nicht von Macht- und Befehlshierarchien geführt.
Die neue Normalität wird in kleinen, überschaubaren Schritten vorwiegend durch betriebseigene Mitarbeiter realisiert nach dem Motto: Hin zum eigenverantwortlichen, kompetenz-, befugnis- und wissensorientierten Denken und Handeln unter der Maxime: Lieferfähigkeit, Flexibilität, Service, Partnerschaften, Freunde, Anpassungsfähigkeit, hohe Produktqualität, Kundenfreundlichkeit und akzeptable Preise.

Jeder Mitarbeiter ist Teil des Systems. Man ist wieder wer, es wird wieder gelacht und nicht die Anwesenheitsstunden sondern „Leistung“ wird bezahlt.

Ein Küchenmöbelhersteller schreibt mir zum Thema: „Sie haben unsere Probleme nicht nur in kürzester Zeit behoben, sondern durch die synergetischen Effekte zwischen optimaler Organisation und Informationstechnologie, außerordentlich vereinfacht.
Gegenüber der unüberschaubaren Informationsflut vor der Neuordnung und der Hilflosigkeit damit umzugehen, konnten wir nach der Neuordnung mit nur wenigen prozess- und entscheidungsrelevanten Informationen und Daten, die Prozessabwicklung nahezu selbstregelnd steuern.“

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