Ein Gedanke grundsätzlicher Art

(V1.2) Kandel, Chemnitz und viele andere Orte zeigen, dass etwas nicht stimmt – etwas insgesamt nicht stimmt.
Gewohnt findet man sich also zusammen, um Ungemach, Wut, Bedenken, Besorgnis und Frust zum Ausdruck zu bringen.

Kandel ist überall, Chemnitz ist überall und die Politik ist gefordert. Doch ist sie das wirklich?

Denn schließlich habe man ja sein Kreuzchen gemacht, um so ein paar Aufpasser auserwählen zu wollen, die dann für „Frieden“, „Freiheit“ und „Sicherheit“ sorgen sollen.
So lautet eine weitere Frage, ob andere Erkorene überhaupt dazu in der Lage wären.

Gleich wie man es sehen mag, gehen die meisten Gedanken in dieser Richtung nicht weit genug. Und „gewohntes weit genug“ würde nur zu weiterer Kontrolle der Massen führen und zu zunehmender Abgrenzung.
Grenzen sind jedoch nur Erfindungen einer individuell-kollektiv gleichgeschalteten Gesellschaft, um damit gesellschaftliche Veränderung und Auswirkungen verhindern zu wollen. Abkapselung ist unnatürlich.

Nicht nur das Konzept „Staat“ hat in seiner bisherigen Form ausgedient. Dass dies der Fall ist, zeigen die offensichtlichen „Bemühungen und Anstrengung“ eben jener Politik.

Und gleich wie sehr sich an Vorstellungen von „Schutz und Sicherheit“ festgehalten wird, weisen die Geschehnisse weiter nur auf die Aufgabe der Gesellschaft selbst hin, sich über konventionell-traditionelle Strukturen und damit verbundener Denk- und Verhaltensmuster hinwegzuheben.

Um es so zu sagen: Mörder, Kinderschänder, Vergewaltiger usw. kommen nicht als solche zur Welt, sie werden dazu gemacht. Die Grundlagen dazu werden in den Familien gelegt und als „normal“ propagiert. Und an dieser Stelle unterscheidet sich der Weißhäutige nicht vom Schwarzhäutigen. Womit es die Gesellschaft also zu tun hat, sind Symptome gewohnter „Erziehung“.

Auf der anderen Seite: Dachte man etwa, dass die vergangenen Jahrhunderte weltweiter Unterwerfungen ohne Auswirkungen bleiben werden, während man Menschen anderer Herkunft den „Weißen Stempel“ aufdrückte?

Die Aufgabe des Umdenkens betrifft nicht nur diejenigen, die sich als Täter „profiliert“ haben, sondern schließt alle in den Prozess der Infragestellung mit ein – zunehmend auf eine schmerzliche Art und Weise, während noch schnell versucht wird, Schuldige und Verantwortliche ausfindig machen zu wollen.

P.S. Schuld ist nur ein Verdrängungskonzept… Die Ursachen sind nicht dort, wo nur allzu gern hingeschaut wird, um so begründet der gewohnten (gesellschaftlich tolerierten) Verdrängung nachzugehen, die sich durch Kampf, Widerstand, Ignorieren, Ab- und Ausgrenzen, Flucht, „Unglaube“ und eben jener Schuldzuweisung zum Ausdruck bringt. Dies gepaart mit der üblichen – ebenfalls gesellschaftlich tolerierten Feindbildprojektion – die ihren Ursprung jedoch in der eigenen Programmierung findet.

Da helfen auch keine für das selbst geschaffene Leid entwickelten Ventilfunktionen wie Klagen, sich beschweren und kollektives Demonstrieren.

An dieser Stelle findet sich die eigentliche gesellschaftliche Mitverantwortlichkeit.