Eine natürliche Ordnung entwickeln

Es wird ja gerne alles Mögliche „gefordert“ und auf der anderen Seite „gestrichen“ oder eben mal kurz „auferlegt“ – beide Seiten dabei den Finger auf den anderen richtend. Im Kern sind beide solange in einem alternativlosen Verfallsprozess involviert, wie sie an ihren Denk- und Verhaltensmuster festzuhalten glauben müssen.

„Es ist ratsam, sich weder für die einen, noch für die anderen zu entscheiden, wenn nach den Regeln und Figuren des Schachs gespielt wird.“

„Bist du auf unserer Seite?“ „Ich glaube, so einfach ist das nicht.“ „Dann sollte es aber schnell so einfach werden.“ „Ich bin auf der Seite des Lebens.“ Dialog aus „Age of Ultron“, Avengers 2

Die Vorstellung, dass ein Rechtssystem oder eine „Nation“ als Basis der Gesellschaft genüge, ist mehr als nur grober Unfug, wenn der Mensch gleichzeitig mit dem Begriffen „Freiheit“ herumhantiert – denn beruht diese Sichtweise auf einer künstlichen Weltanschauung. An dieser Stelle mögen sogar sieben Miliarden Menschen anderer Meinung sein.

Tatsache ist, dass die Mehrheit der Konzepte nicht weit genug gedacht sind, bewegen sie sich für gewöhnlich innerhalb der Konventionen und Traditionen. „Was nichts taugt, wird abgesaugt“, und regelt sich innerhalb der alten Ordnung bereits von selbst. Denn der Wandel ist auch so etwas wie ein Filterprozess.

„Jedem Morgen steige ich die Stufen vom Scot-Monument hinauf und alles wird klar. Ich wünschte, ich könnte Dir dieses strahlende Licht zeigen.
Selten besorgt. Alles ist gut. Alles ist so unglaublich und unverschämt gut. Ich verstehe nun, dass die Grenzen zwischen Krach und Klang rein Konventionen sind. Alle Grenzen sind Konventionen, die nur darauf warten, überwunden zu werden.
Man kann jede Konvention überwinden. Man muss diesen Schritt nur erst begreifen.  In solchen Augenblicken spüre ich Deinen Herzschlag so deutlich, wie den meinen und weiß, dass dass unsere Trennung nur eine Illusion ist. Mein Leben reicht weit über meine Grenzen hinaus.“ Cloud Atlas, 2012

Es bedarf zunächst eines Verständnisses für die Existenz der Alten Ordnung und ihren wesentlichen Mechanismen, um von da an weitere Schritte abzuleiten.

„To boldly go, where no man has gone before…“ Star Trek

Mit einem: „Ja, ich weiß…“, ist es jedenfalls nicht getan. Ein auf Konventionen basierendes Werk, wäre sonst nur wieder ein Ausdruck einer von der Gesellschaft üblich geschaffenen Hülle, wie sie es reichlich gibt – da das Beabsichtigte dem Getanen diametral gegenüber steht. Denn auch die Würde des Menschen ist im Alten antastbar. Ihre Namen lauten: Macht, Besitz, Hab und Gut.

„Nehmt euch so viel, wie ihr tragen könnt – auch die Rettungsringe aus purem Gold.“

Freiheit beginnt dort, wo Vernunft zu hause ist. Vernunft, aus der sich ebenfalls ein natürliches Empfinden für Gerechtigkeit von selbst heraus ergibt.

All diese Gedanken sind nur einen Schritt von den Zweiflern, den Misstrauern, den Zögerern, den Missmutigen, den Erzürnten und den „ewig Gestrigen“ entfernt.

Im Kern – wie so oft beschrieben – existiert das Rechtssystem aus einem einzigen Grund: um der gesellschaftlich tolerierten Unvernunft „Herr werden“ zu wollen – durch fortgeführte Fremdbestimmung. Zeit, sich von derartigen, künstlichen Gegebenheiten zu verabschieden und darüber aufzuklären, was die Kernursache des bestehenden Systems ausmacht: Unvernunft und Gewissenlosigkeit.

Es geht nicht einfach um Diktatur, Republik, Monarchie, Bundesstaaten, Gemeinden. Sie sind alle von künstlicher Natur – wie die Hierarchie, die diese Ableger erzeugt.
Die Hierarchie, die ihren Anfang im Menschen selbst nimmt, wo die Programmierungen des „Ichs“ über den Menschen herrschen, denen er bis heute nicht entwachsen ist: im vordringlich einseitigen Empfangen – im Nehmen, im Festhalten und im Verteidigen seines Hab und Gutes. Und das in der Vorstellung, dabei noch so etwas wie „Würde“ besitzen zu meinen.

Halten Sie mir, der ich mich so abschätzig über diesen Konsumenten äußere, bitte keine Vorträge über Menschenwürde. Ich bin schon seit langem keinem würdigen Menschen mehr begegnet, sofern ich überhaupt je einen kennengelernt habe. Würde bedingt nämlich persönliche Verantwortung.“ Gerard Menuhin

Hab und Gut, verbunden mit der Vorstellung, dass viel und noch mehr davon dem Menschen Glanz, Ansehen und vor allem Sicherheit verleiht, während sein „Ich“ alles daran setzt um das einzige nicht tun zu müssen, was dem Individuum wirklich weiterhelfen würde: sich zu entwickeln.

„Innere Leere kann man mit keiner Materie des Universums füllen.“

Eine „Neue Welt“ wird es nur mit einer anderen, menschlichen Grundhaltung geben. Altes vergeht, Neues entsteht. Der Mensch hat dabei eine evolutionäre Eigenschaft, die ihm dabei zugute kommt: die Fähigkeit zum Um- und Weiterdenken. Denn in ihm, in seinem „Ich“, sind jene Programmierungen abgelegt, welche die alte Ordnung erzeugen.

Denn erzeugt die im „Ich“ enthaltene Unvernunft jene bekannten Auswirkungen – selbst wenn sich so mancher da als unschuldiges Lamm gibt, sind die Auswirkungen das Produkt eines kollektiven Verhaltens – auch das, was dem Menschen widerfährt, ist ein Ergebnis seines Handelns. Er erntet, was sein „Ich“ sät.

Es gibt keine Unschuldigen und auch keine Schuldigen. Denn „Schuld“ ist nur ein Konzept des „Ichs“, sich selbst nicht weiterentwickeln zu wollen, was dann zu einer (un)beabsichtigten gesellschaftlichen Selbsthaltung führt, die mit alternativlosen Aktionismen wiederum gedeckelt wird. Und derer davon, gibt es genug.

Das größere Ganze spiegelt stets die Organisationsstruktur, Denk- und Verhaltensmuster des Einzelnen wider. Wie im Kleinen, so im Großen. Eine hierarchische Ordnung findet sich in der Regel –

  • in einem selbst (solange nicht umgedacht wird),
  • in der Familie,
  • in der Gemeinschaft,
  • in der Gesellschaft und ihren Strukturen, Werkzeugen und Lebenssystemen,
  • und in der Welt.

„Du bist solange gut, wie mir das gefällt.“

Das System zieht seine Lebensenergie aus dem beibehaltenen, vordringlich einseitigen Empfangen (was durch Nehmen ersetzt wurde). Ein Verhalten, was zunächst bei jedem Menschen natürlich vorliegt – ebenso wie die Außenorientierung, wenn er diese Welt betritt – sowohl in geistiger, wie auch in selbstmaterieller Hinsicht.

Durch die Bedingung, dass er solange gut ist, wie anderen dies gefällt, wird diese im Geiste des jungen Menschen (unbewusst) implementiert bereits in der Familie zum Obrigkeitshörigen mit nun gewohnter(!) Außenorientierung für die Gesellschaft herangezogen, damit er auch immer schön das macht, was andere von ihm wollen – damit er entspricht.

Durch die fortgeführte Außenorientierung wird der so konditionierte Mensch über die Methoden „Belohnung und Bestrafung“ zum willig belohnten Werkzeug in fremder Hand – mittunter einer willkürlich-opportunen – im Auftrag, auf Anordnung, in Vertretung und beglaubigt nicht selten nur seine Zugehörigkeit – selbst mit einem „Gelben Schein“ und einer Staatsangehörigkeit.

Die Hierarchie ist der Widersacher der natürlichen Ordnung. Und was „Widersacher“ auf Hebräisch heißt, mag jeder Interessierte mal selbst nachschauen.

Das „Ich“, was sich dem natürlichen Wandel und Entwicklungsprozess des Menschen durch Täuschung, Tricks, Ablenkung, Kniffen, Feindbildprojektion und Scheingeschäften und Scheingefechten zu entziehen versucht – wobei die beste Täuschung darin liegt, dass es dem Menschen glaubhaft macht, er sei das „Ich“. Doch hat er nur ein „Ich“.

„Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, solange machst du was ich will“, ist zwar eine deutliche Ansage, jedoch nur eine nachgelagerte Aussage, die auch ihre Vorprägung findet – in der Regel in der ersten meist non-verbalen Kommunikation: zwischen Mutter und Kind.

Das bei einem Wandel erwartete Chaos wird übrigens nur durch die selbst geschaffene Unwissenheit erzeugt, die sich die Gesellschaft als oberstes Gesetz zueigen gemacht hat, als sie sich über die letzten Jahrtausende von den Gegebenheiten ihres natürlichen Lern- und Entwicklungsprozesses selbst entfernt und in fremde Hände gegeben – gleichfalls ihre Selbstreflektion, die sie der externen Psychoanalyse überlassen hat.

Dies, um fortan weiter in einem künstlichen Umfeld (der Geborgenheit und Sicherheit (vor Veränderung)) leben zu wollen, begleitet durch systemerhaltende Märchenstunden, Schutzgelder, Konventionen, Werkzeuge und Methoden, Armeen und Exekutiven, um sich letztlich doch nur als kollektiv wirkende Hierarchie „die Erde Untertan“ zu machen (Wachstum braucht es übrigens nur, um die Zinsdienst weiter bedienen zu wollen, während die Zinsen bei der Geldschöpfung nicht mitgeschaffen werden und als Symbol für den Lehnsvertrag zwischen Dar-Lehensgeber und Dar-Lehensnehmer gelten.). Umdenken wird zwar überall gefordert (in den letzten elf Jahren zur genüge geprüft), doch das Tun hat sich nicht verändert.

„Der Mensch macht sich durch Verschiebung der Verantwortung selbst zum Sklaven und schafft sich so seine Herren, die ihm sagen, was er zu tun hat.“

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Immanuell Kant

Denke ich darüber nach, so findet sich ein weiterer Hinweis zum Umdenken bei den Georgia Guidestones. Denn das Vorhandensein der fast sieben Milliarden Menschen lässt sich ebenfalls auf das Kernverhalten gesellschaftlich tolerierter Unvernunft (im „ich“ des Individuums) und damit dem Vorhandensein der „Betreuer der Unvernünftigen“ zurückführen.

„Ohne ein Umdenken, fickt sich das Volk nur weiter seine eigenen Sklaven, während sich ihre Herren weiter die Hände reiben.“

Die Auswirkungen individuell-gesellschaftlichem Umdenkens finden sich alsdann nicht nur in einer zeitgemäß organisierten Ökonomie wieder, wo unnatürliches Wachstum zunehmend zur Vergangenheit gehören wird.

Ich bin bei allem sehr entspannt, denn es kommt alles sowieso.

Doch ist es besser, vorher zu verstehen, was abläuft, statt sich nur in gewohnter Opferposition des Beklagens, Beschuldigens, Beschwerens, vlt. auf Rache sinnend  oder gar mit Nebenschauplätzen, flüchtigen Ausreden und Verschiebung des eigenen Umdenkens in die ach so weite Zukunft, den geistigen Tag zu versüßen zu wollen. Es gibt nur das Jetzt und der Moment, mit dem Umdenken zu beginnen.

Denn man kann nicht anders oder „neu“ Denken und Handeln, wenn man sich selbst aus dem Prozess der natürlichen Veränderung und Anpassung herauszurechnen versucht. Das System ist nicht irgendwo oder „woanders“. Seine Regeln sind im „Ich“ des Individuum abgelegt und solange wirksam, wie sich das Individuum nicht damit beschäftigt.

Die wesentliche Frage lautet: Mag man sich irgendwann nur noch an diese Programmierungen erinnern um zu erkennen, wie es nicht funktioniert hat oder mag man weiter auf deren Beibehaltung als einzig geltende Handlungsgrundlage pochen?

Doch um auch zu beruhigen: Man braucht das Alte, um zu wissen wie es nicht funktioniert, um dann zu erkennen wie es funktioniert. Funktioniert, indem man es mit Leben erfüllen. Indem man das Wasser in Wein verwandelt.

„Wahrheit ist das, was funktioniert.“ Ernst von Glasersfeld

Eine schöne Woche, allen.

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