Eine Welt der Märchen und Fiktionen

Auch heute glaubt man gern an „das Gute“ und das ist in der Regel auch das, was man in Erinnerung behält. Was nicht ins gewohnte Bild passt wird hingegen gerne „anderen“ überlassen.

Während am heutigen Tage so etwas wie die Wiedervereinigung erlebt wird, der Begriff „gefeiert“ scheint mit etwas zu übertrieben (ein Türke wünschte mir gestern einen schönen „Feiertag“ und ich entgegnete ihm, dass es kein Feiertag sei), frage ich mich mittlerweile nicht mehr, was denn das wirklich „vereinigt“ wurde.
Sicher waren es nicht die Menschen, die euphorisch ein überdauertes Stück Beton wegrissen. Denn wie offensichtlich zu sehen ist, wird immer noch für sich herumgeknuspert, da nur zwei Gebiete (abstrakte Gebilde mit menschlichen Inhalt) vereinigt worden sind.

Später stellte sich ganz nebenbei heraus, dass diese „Vereinigung“ noch nicht einmal auf einer „geltenden“ Rechtsgrundlage basierte, weil das Gesetz zum Wiedervereinigungsvertrag von der Institution „Bundesverfassungsgericht“ als ungültig deklariert wurde.

In einer Sendung des Presseclubs wurde auf den tatsächlichen Vorgang hingewiesen, was in 1990 passiert ist. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Blaise Pascal hat mit seinen beiden Gedankenfragmenten recht behalten.

Während man in der Aufklärerszene wohl weiter an der Wiedergeburt der Rechtsstaatlichkeit durch ultimative Rückbesinnung zu glauben versucht, während noch überlegt wird, welcher Reichsverweser mit welchem Stempel nun der „Echtere“ ist oder wer seine (arische) Abstammung nachweisen kann, vermengt sich das mittlerweile in der aufkommenden Bedeutungslosigkeit des Wandels.

Hören will das kaum jemand, wird sich weiter im Festhalten an alten Errungenschaften geübt, statt „mal“ nach vorne zu blicken – über den gewohnten Tellerrand hinaus.

„Ich blicke doch gerade über den Tellerrand.“ „Und was siehst Du?“ „Kartöffelchen, Erbsen und Möhrchen.“ „Dann hast Du da was falsch verstanden.“

In der Aufklärerszene werden sicher weitere Anstrengungen unternommen, dass es vorangeht – während jedoch übersehen wird, dass sich die meisten Aktionismen nur innerhalb der Fiktion der alten Ordnung abspielen wie der Rest, der gerne kritisiert wird und wo Widerstand und Kampf angesagt sind. Es bleibt einfach nur gestern.

Der Grund dafür ist (vorausgesetzt, es wurde erkannt und verstanden) das Festhalten an den bisherigen Gewohnheiten, die wiederum durch gewohnte Denk- und Verhaltensmuster erzeugt werden, die wiederum unbetrachtet sind und wohl auch bleiben sollen, während versucht wird, etwas ändern zu wollen. Was dabei gewohnt herauskommen würde nennt sich „Revolution“ (engl. to revolve = sich im Kreise drehend).

Das ist ungefähr so, als wolle man eine blaue Wand mit demselben Blau übermalen, in der Hoffnung, dass sich was ändert. Zumindest erscheint das Blau anfänglich dunkler – bis es halt getrocknet ist. Doch bis dahin ist bereits in Vergessenheit geraten, dass erst vor kurzem gestrichen wurde.
Ich könnte jetzt weiterfrotzeln, wenn mir danach wäre.

Die Aufklärer unterscheiden sich nicht wirklich von den Unaufgeklärten – beide wollen nichts davon wissen, dass sie mit ihren Denk- und Verhaltensmustern selbst das System erzeugen(!), dessen sicht- und spürbare Auswirkungen (beobachtete oder erlebte „Unsäglichkeiten“) sie dann zu beklagen und zu bekämpfen versuchen.

Solange sie sich nicht mit ihren eigenen „Programmierungen“ auseinandergesetzt haben, „funktionieren“ sie in der Tat nur – und andere machen sich damit einen Spaß.

So mancher wundert sich vielleicht die ganze Zeit, warum ich weniger auf die Messerstechereien und die Einströmenden zu sprechen komme, was ich an dieser Stelle etwas nachzuholen gedenke: Länder sind lediglich fiktionale Gebilde der Abgrenzung – im Grunde genommen Symbole gegen Veränderungen.
Hinzu kommt, dass im Grunde genommen niemandem etwas gehört oder sein Eigentum ist, selbst wenn er dafür etwas bezahlt hat, da das Geld (sein ideeller Wert, nicht das Papier selbst) auch nur auf einer Fiktion basiert. Es „funktioniert“, weil kollektiv an den Wert des Geldes geglaubt(!) wird – am Wert im Außen.
Das ist für den einen oder anderen sicher zuviel des „Guten“.

Tja, alle wollten, dass sich etwas ändert und das ist das System selbst, was sich langsam verändert und nicht nur seine Inhalte, nach denen sich so mancher sehnt.

Das mit dem „System“ ist ungefähr so, als ob man entdeckt hat, dass man das Wasser besser nicht aus einer Kunststoffflasche trinken sollte, weil im Kunststoff „Bisphenol-A“ eingebracht ist und man sich entschließt, stattdessen lieber Orangensaft in die selbe Kunststoffflasche zu füllen, weil der ja besser schmeckt.

Nur dass das mit dem „System“ auf einer abstrakten Ebene stattfindet, indem versucht wird, „ungerechte Vorgesetzte“ gegen „gerechte Vorgesetzte“ austauschen zu wollen, damit wieder „Ruhe“ ist.
Der in der Familie gewohnt als obrigkeitshörig konditionierte Mensch (nach dem Prinzip: „Du bist solange gut, solange mir das gefällt“), wird sich mehr auf „gerecht“ und „ungerecht“ stützen, während der „Vorgesetzte“ in seiner über ihn bestimmenden Position unangetastet bleibt. Das meint es mit „nicht weit genug gedacht.“

Um es mal so auszudrücken: Der Deutsche – besser: der deutsch sprechende Mensch hat die Aufgabe die Welt neu(!) zu denken. Das hat zum einen nichts damit zu tun, nur das „gute Alte“ (das ewig Gestrige) vom Dachboden zu holen und dann hat es sich auch schon mit dem „Denkprozess“.
Da hilft auch kein Traum von irgendwelchen Flugscheiben oder der Glaube an deutsche Ingenieurskunst aus der Vergangenheit, wenn die Träumenden noch nicht einmal wissen, wie so etwas gebaut werden würde. Das sind nur Sehnsüchte ohne Handlungsmuster.

Es geht nach wie vor um das Systems selbst und da hilft es nicht nur auf das Gewohnte zurückzugreifen, wofür das System steht. Das vorhandene ist lediglich zu seiner Infragestellung gedacht und damit automatisch auch all jene, die sich daran wie an einem Treibholz festzuklammern glauben meinen.

Sicher hat jeder seinen eigenen Entwicklungsprozess, doch wie viele unterschiedliche(!) Aktionen mag man noch traktieren, wenn das konditionierte Verlangen nach Geld, Besitz, Eigentum, Hab und Gut, dessen Mehrung, Sicherung, Verteidigung und notfalls der Rückeroberung gleich bleiben. Das gehört alles zum Gestern.

Wer also nicht weiß, warum er so funktioniert, wird sich weiter in seinem eigenen Kopfknast bewegen und sich mit dem Traum, dass sich für ihn etwas ändert, zufrieden geben müssen.
Nicht weil ihm das andere oktroyieren (auferlegen), sondern weil er sich selbst dazu entschieden hat und durch Verdrängung dieser Tatsache andern die Schuld dafür zu geben versucht.

„Der Fisch, der sich über das schmutzige Wasser beschwert, sieht das eigene Arschloch am wenigsten.“

Grenzen beruhen auf dem Verhalten der Verdrängung, ebenso wie Kampf, Widerstand, Flucht, Ignorieren, Beratungsresistenz und „Unglaube“ (Das glaube ich dir jetzt nicht.). Dies in der Regel gepaart mit einer Feindbildprojektion (der andere wird, weil er mit Veränderungen kommt, zum Feind gemacht).

Der gewohnte Denker sieht, wenn er sich in Bedrängnis befindet in allem (s)einen Untergang, einen möglichen Verlust, wo Besorgnis, Angst, Leid von ihm selbst  – besser: von seinen Programmierungen (seinem „Ich“) erzeugt werden.

Auf diese Weise bewegt sich die einen weiter wild gestikulierend in der alten Ordnung (dem alten Bund, der alten Weltordnung, der Matrix, den gewohnten Denk- und Verhaltensmustern.), während die anderen ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen und überhaupt nichts mitbekommen.

In den letzten Monaten habe ich reichlich Kommentare zu anderen Beiträgen und Videos geschrieben, um den jeweiligen Gedanken nachzugehen und um zu testen, wer darauf reagiert. Ergebnis: Null. Im Kern haben sich die Probanden wohl alle bereits entschieden oder noch nicht erkannt.

Für mich macht es jedenfalls keinen Sinn, sich am Alten in seiner bisherigen Bedeutung festhalten oder gar mitmachen zu wollen, wenn das Neue bereits erkannt und verstanden wurde.

Wer jedoch unter der gewohnten Einstellung die Dinge betrachtet, sieht in der Tat ein „Ende“ oder gar eine Verschlimmerung auf sich zukommen – einfacher wäre es, er würde dies im Sinne eines Wandels tun.

Wie sagte mal jemand? „Die Mehrheit wird sich dann bewegen, wenn sie mehr Angst vorm Alten, als vorm Neuen hat.“

Hinweis: Wobei auch der Umgang mit der Angst verdreht gelernt wurde – denn im Sinne eines Warnsignals vor Veränderung, statt als Signal für eigenständige Entwicklung – ein Verhalten, hervorgegangen durch eine Bestrafung – in der Regel in der Kindheit, durch eine Autorität.

„Neues = Bestrafung -> Gestern war alles besser = Sicherheit = Zugehörigkeit und Anerkennung“

„Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Bedeutungen, die wir den Dingen verleihen.“ (Epiktet 2.0) Ein zitat, worüber sich das Vordenken lohnt.