Eine wirkliche Verfassung

In der Regel wird unter „Verfassung“ ein Dokument verstanden, um damit eine Grundlage für das gesellschaftliche Zusammenleben schaffen zu wollen.

Eine Verfassung (im Außen) ist jedoch noch lange kein Garant und Grundlage für ein wirkliches Funktionieren, sondern lediglich ein beruhigendes Stück Papier, was wiederum den Glauben an gerechte Vorgesetzte zur Folge hat und damit wieder die Grundlagen für Fremdbestimmung und damit auch für Belohnung und Bestrafung geschaffen sind. Willkommen in der alten Ordnung.

An dieser Stelle sieht man, wie weit sich der Mensch von seinem natürlichen Sein entfernt hat, während die Betreuung von Unvernünftigen durch gewählte Betreuer weiter Vorrang haben soll.

Um eine wirkliche Grundlage zu schaffen, macht es Sinn darüber vorzudenken, dass die bisherigen Bemühungen der letzten paar Jahrhunderte im Kern nur bedrucktes Papier geschaffen haben, was am Anfang Aufmerksamkeit fand und in der täglichen Beschäftigung wieder in Vergessenheit geriet oder zum nationalen Ausstellungsstück avancierte – Tummelplatz für Experten mit „Fachchinesisch“.

„Altes vergeht, Neues entsteht.“

Allein dieser Umstand erfordert ein Vordenken, dass eine „Verfassung“ kein Stück Papier ist, welche im schulischen Umfeld das erste Mal „durchgenommen“, dazu eine Klausur geschrieben wird und dann hat sich der Fall.

Es macht auch wenig Sinn eine gewohnt vorliegende „Verfassung“ als Familiengrundlage zu verordnen und ggf. darauf schwören (man schwört grundsätzlich nicht) zu lassen.

Eine Verfassung basiert auch nur auf einem vorgelagerten Zustand, der seine Quelle in der Familie findet und bereits dort erheblichen Einfluss auf das Individuum und damit auch das gesellschaftliche Zusammenleben hat.

Allein im Alltag führt der Gebrauch juristischer Begrifflichkeiten mit ihren nicht selten hochstilisierten Bedeutungsfloskeln zu einer Störung im Dialog und damit verbundener Abgrenzung.

Eine Verfassung ist demnach auch kein Regelwerk verflochtener, künstlich geschaffener Begriffe, die man nur dann wirklich versteht, wenn man tausend Semester Juristik hinter sich gebracht hat.

Selbst die zehn Gebote sind recht gemeint. Doch durch ihre teilweise vorliegenden „Nicht“-Definitionen, fördern sie selbst das Vorhandensein jener Situationen, da die Welt als Wechselwirkung zwischen Geist und Materie wahrgenommen wird und was man sich vorstellen kann, kann auch getan werden.
Es wäre auch zu einfach formuliert, jetzt nur zu sagen: „Liebe dich selbst, wie deinen Nächsten“, wenn auch hier die tiefgründigere Bedeutung und damit verbundene Auswirkungen nicht erkannt und verstanden sind.

In einer erweiterten Sichtweise, wird der Mensch damit betraut, über die bloße und meist auferlegte Annahme der zehn Gebote hinaus, über den tieferen Sinn ihrer Existenz in einem Infragestellungs- und Selbsterkennungsprozess nachzudenken. Letztlich sind sie wieder nur Überzeichnungen des Simpleren.

Das trifft im Übrigen auch auf die sieben Todsünden zu, die ebenfalls auf einer menschlichen – die alte Ordnung erzeugende Komponente basieren.

Es macht also mehr Sinn über das, was gern als „Verfassung“ im Außen deklariert wird, mehr im Inneren zu entwickeln, während dabei „locker“ auf das Naturrecht (überpositives Recht) zurückgegriffen und dies verinnerlicht wird.

Regelwerke, mit denen der Mensch bereits ansatzweise ausgestattet ist, die man ihm bisher – als „normal“ angesehen und weil es ja schon immer so war – sich hat vorenthalten lassen.

Dazu ist es notwendig, die individuell-gesellschaftlich tolerierte Fremdbestimmung zu überwinden, damit der Mensch diese (s)eine Verfassung in sich entwickeln kann, um jene im Außen letztlich überflüssig zu machen!

Was er dazu benötigt, darauf wird der „Einsteiger“ in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hingewiesen.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ 1. Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Das klingt doch ausbaufähig!

In einer wunderbaren Überzeichnung in der Heiligen Schrift:

„Da sagte sein Vater Isaak zu ihm (Esau): „Dort, wo du wohnst, wird das Land nicht fruchtbar sein, kein Regen fällt darauf. Mithilfe deines Schwertes musst du dich ernähren. Und deinem Bruder wirst du dienen, doch dann wirst du seine Herrschaft abschütteln und frei sein.“1. Mose 39,40, siehe auch: Esau-Segen

An dieser Stelle betreten wir jenes Neuland, für dessen „Fruchtbarkeit“ wir selbst verantwortlich sind – eine Aufgabe, die über ein einziges Leben hinaus gehen kann. Das ist doch mal was!

Ich habe mir gerade die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zu Gemüte geführt und festgestellt, dass auch dort der Mensch in eine Fiktion eingebettet wird – die Augen Rollender.

Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen, die Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, das allgemeine Wohl zu fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren, setzen und begründen diese Verfassung für die Vereinigten Staaten von Amerika.“

„Vereinigte Staaten“ ist, wie jedes andere vom Menschen geschaffene Staatsgebilde („Land“, politisch) lediglich eine Fiktion, IN der der Mensch mit einer Person namens „Staatsangehöriger“ ausgestattet, leben soll – abgegrenzt gegenüber anderen Staaten.

Abgrenzung, die beliebte Grundlage für Konflikte – verbunden mit gewohnter Feindbildprojektion (als Argument zur Rechtfertigung der Abgrenzung) – eine Dauerbeschäftigung.

Wenn ein „Land“ „souverän“ (selbstbestimmend) oder „frei“ ist, ist dies lediglich eine Eigenschaft jenes fiktiven Gebildes, während darin die gewohnt Konditionierten unter Aussicht und Kontrolle herumlaufen.

Was von wesentlicher Natur ist, den Menschen in all seinem Tun zur Selbstbestimmung und Freiheit (und nicht Freizügigkeit) – letztendlich zurück zum natürlichen Entwicklungsprozess zu begleiten, um so auch die „Fesseln der alten Ordnung“ abzulegen – „leider“ damit auch die Existenz des Staates und seiner Betreuer.

Soll also „ein verfassungsmäßiges Ei gelegt“ werden, ist dies auch kein Akt, wo man sich fix trifft, um sich gegenseitig die Angst (vor Veränderung) zu nehmen (während dabei über übersehen wird, dass der Umgang mit der Angst bereits verdreht gelernt wurde.).

Oben erwähnte „Gerechtigkeit“, die wegen vorherrschender Verdrängung nur allzu gern im Außen und vor allem von anderen gefordert wird, ist ein natürliches Phänomen bei der Entfaltung des Menschen selbst, wenn er beginnt, sich in der Vernunft zu entwickeln.

Vernunft findet dabei ihre wahre Bedeutung im Umgang mit bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen und somit eine weitere zu entwickelnde Eigenschaft des Menschen aus der klassischen Fremdbestimmung. Das sich dabei ebenfalls entwickelnde Gewissen zeigt ihm, was von Natur aus „rechtens“ ist.

Mit der Bedingungslosigkeit nimmt der Einzelne auch den Frieden und die Freiheit wahr. Deshalb wird wohl nur von Ruhe im Inneren gesprochen.
Frieden ist dabei jener gefühlte innere Zustand der Abwesenheit aller Bedingungen (engl. condition = Bedingung). Erlebtes, keine Theorie.

So macht der laute Ruf nach „bedingungslosem Grundeinkommen“ (BGE) überhaupt keinen Sinn, wenn man dazu bei seinen Betreuern anklopft.

Zudem ist ein gesellschaftliches Verständnis für Bedingungslosigkeit im Geben und Empfangen erforderlich, was ab diesem Moment das BGE wieder überflüssig macht. Es wird noch zu viel in alten Mustern gedacht.

Fremdstimmung existiert im Kern nur, weil Unvernunft herrscht, die in der Gesellschaft als „Vernunft“ verkauft wird, wo der Mensch „das System“ nur durch seine eigene Entwicklung überwinden kann.
„Das System“ – im Kern die eigenen Denk- und Verhaltensmuster – und als Produkt gesellschaftlicher Gleichschaltung den Staat, den „Großen Bruder“ hervorbringen.
Auch hier heißt das Prinzip: „Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile.“

Solange diese Denk- und Verhaltensmuster unbetrachtet bleiben, sind nahezu alle Teilnehmer auch Erzeuger der alten Ordnung, in der sie sich nicht selten emsig mit den Symptomen beschäftigen – nicht selten gut geölt und „funktionierend“, sich mit allerlei Nebenschauplätzen zu unterhalten wissen.

Das trifft hier auch auf die Aufklärerszene zu, die wohl seit längerem einen Entwicklungsstopp eingelegt hat.
Andere bringen das noch dramatischer zum Ausdruck: „Die Aufklärerszene ist zurückgefallen und bewegt sich in einer Regression.“
Ich stimme hier zu: „Man übt sich nur noch im „Erbsen zählen“ und „Erdnüsse abheften“, während sich mehrheitlich nur noch mit dargebotenen Problemen auseinandergesetzt wird.“
Irgendwann kommt jener Moment, wo bisheriges Wissen zu keinem Ergebnis mehr führt – noch nicht einmal durch ein mehr des Selben. Dann stehen jene vor der Entscheidung: „Weiter im Kreis drehen, Um- und Weiterdenken oder heimgehen.“

Zurück zum Thema. „Ich finde es vernünftig, viel Geld auf dem Konto zu haben“, sagte mal ein Bekannter und war der Grund für meine Beschäftigung mit jenem, was den Menschen zum Ausdruck bringt: die Vernunft.

Um auf eine Handlungsentscheidung abzuzielen: Es ist eine Illusion, dass andere erst „weg“ müssen, um dann erst „das Neue“ tun zu können. Denn „das Neue“ fängt stets im Kopf an. Oder schon vergessen: Geist und Materie?

Sein ist demnach ein den Menschen umfassend beschreibender geistig-materieller Zustand – jedoch nicht statisch und einseitig (Haben oder Sein), sondern in einem Prozess fortwährender Entwicklung, eingebettet innerhalb des Lebensprozesses – gleich, wie sehr er es mit seinen Worten und damit sich selbst zu reduzieren versucht.
Auf diese Weise nimmt er sich selbst die Möglichkeit, sich selbst auf Augenhöhe zu begegnen – ausbleibend der Brüderlichkeit im Sinne gemeinsamer Entwicklung und nicht im Sinne inhaltlich statischer Entsprechung.

Haben ist demnach mehr eine Form der Besetzung von Materie, um diese und damit auch den Besetzer vor Veränderung schützen zu wollen.
Schützen ist ein Verhalten, was sich aus einer Bestrafung (für eigenständige Entwicklung) heraus entwickelt hat, was man nur durch wahre Vergebung und Entwicklung aufzulösen in der Lage ist.

Wahr bedeutet hier: Gesagtes und Gefühltes sind im Einklang – Authentizität. Gesellschaftlich: Der Mensch und die sich entwickelnde Empathie.

Die Welt ist dabei nur ein individuell-kollektiv wahrgenommenes Phänomen einer Wechselwirkung zwischen Geist und Materie – beeinflusst durch die Denk- und Verhaltensmuster des agierenden Beobachters – im Sinne der Entwicklung oder nur im Sinne der Abgrenzung.
An diesem Punkt wird auch klar, dass Trennung nur eine Fiktion ist – ebenfalls entstanden aus jener Bestrafung (was man gern als „Erziehung“ verstanden haben mag).

Diese Schritte zu gehen und zu verstehen erfordert Mut, ein hohes Maß an Selbstdisziplin und die Bereitschaft das Bisherige (im Wesentlichen in seiner bisherigen Bedeutung) zunehmend hinter sich zu lassen – gerade was die eigenen, gewohnten Denk- und Verhaltensmuster betrifft. Da gibt es auch kein „so tun als ob“. Wohl sei gesagt, dass man auf diesem Weg nie alleine ist.

„Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und dein Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein…“ Psalm 4,5

Der Mensch überschreitet dabei signifikant eine Grenze, auf dem Weg vom „so tun, als ob“, hin zur Authentizität. Anfangs wird er ggf. noch hin- und herschwanken, sollte sich, auf die eigene Entwicklung besinnend für diese entscheiden. Fehlende Authentizität sorgt dafür, dass ein auf Euphorien basierendes Gebilde recht schnell in sich zusammenfällt.

Spontaner Zwischengedanke: Für die Neue Zeit ist bereits alles vorhanden. Der Mensch entscheidet – beeinflusst durch seine Konditionierungen, ob er einen Haufen Unsäglichkeiten bereits ein brauchbares Fundament nennt (denn derer Steine sind reichlicher vorhanden) oder ob er sich auf die Suche nach den feinen, verborgenen Steinen macht, um sie zu einem größeren, funktionierenden(!) Ganzen zusammenzufügen – was nebenbei mehr als nur eine lose Ansammlung üblicher „Lösungen“ ist.

„Alle in dieser Verfassung verliehene gesetzgebende Gewalt ruht im Kongress der Vereinigten Staaten, der aus einem Senat und einem Repräsentantenhaus besteht.“ Artikel 1, Abschnitt 1, Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika

Dies stellt die gewohnte Ermächtigung über andere dar, über jene, die sich weiter in ihrem Verhalten zu erwartender Belohnungen für verfassungsmäßiges Verhalten (zu kontrollierende Unvernunft) bewegen.

„GG 20.3: Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
GG 20.4: Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“

Weiß nun jeder, was im Kern die „verfassungsmäßige Ordnung“ ist?

Es macht also Sinn wirklich vorzudenken, wenn der Begriff „Verfassung“ in den Mund genommen wird.

Das Vordenken gelingt im Übrigen ganz prima, wenn man das Bisherige schrittweise bis zur Gänze in Frage stellt.