Email an Monedo: Hinüber in die Neue Zeit

Zu erkennen, dass alles anders ist, als nur das Erkannte

Seit kurzem bin ich bei Monedo und verfolge den einen oder anderen Gedanken und wie sie sich fast gebetsmühlenartig an den Leser richten.

Für mich ist diese Zeit sehr spannend. Früher sind wir ins Kino gegangen, um mal was Spannendes zu erleben. Ha, was ist schon Kino gegen diese Realität? Sie ist immer das, was man aus ihr selbst macht. Dazu einige Gedanken und Erlebnisse, wie ich diese Zeit wahrnehme.

Als ich Anfang Dezember das Büro der DPVM verließ, weil ich seit langem erkannte hatte, dass man sich im Thema „Recht“ im Kreise dreht (im Pudding findet man keine Knochen), wenn man nicht bereit ist den ersten Schritt raus aus dem System zu, der erst einmal im Kopf passiert. So konzentrierte ich mich wieder um meine Angelegenheiten. Denn es genügt nicht nur einfach gegen etwas zu sein. Denn auch das ist Teil des Systems, was man gleichzeitig ablehnt. Und wo lässt sich am besten etwas verändern, als bei einem selbst. Worum geht es bei „meiner“ Sache?

Ein erster Schritt nach draußen
Es ist ein Unterschied, ob man etwas weiß oder ob es einem bewusst ist. So hing seit ca. einem Jahr an meiner Magnettafel ein von den meisten unbeachteter Gedanke. Als ich im August 2013 montags morgens ins Büro kam, machte ich mich ,daran mir ein eindringlicheres Bild dieses einen Gedankens zu machen.

Nach und nach formte sich in meinem Grafikprogramm ein Bild, welches mir ein gesellschaftliches Prinzip aufzeigte, mit dem nahezu alle verbunden sind. Und es ist trickreich und kann mit seinen eigenen Mitteln nicht überwunden, jedoch erkannt werden. Mehr nicht. Das Alte liefert nur Erkenntnisse seiner Unzulänglichkeiten. Und das Prinzip, welches ausnahmslos alles überlagert. Der ungeschriebene Gesellschaftsvertrag:

„Der Mensch macht sich durch Verschiebung der Verantwortung selbst zum Sklaven und schafft sich so seine Herren, die ihm sagen, was er zu tun hat.“

Es geht um Verantwortung. Innerhalb einer Woche entwickelten sich wie von selbst weitere Gedanken in Form von Grafiken und Texten. Und als ich mir das Gleichnis von Esau und Jakob wieder vor Augen hattee, griff ich ca. drei Wochen später zum Hörer und rief bei unserer jüdischen Gemeinde zwecks eines Termins an.

Im Gespräch wurde das „System“ in dem wir leben als etwas beschrieben, was dazu da ist, das Geistige ins Tägliche zu bringen und nicht nur im Spaß und Haben sich ausschließlich zu bewegen.

Das Geistige, die dritte Seite der Medaille. Denn mehr und mehr erkannte ich, dass das Gegeneinander aus der offenkundig falschen Konditionierung von „Gut und Böse“ das System erhält, welches zudem als ein Geschäftsmodell konzipiert ist und seine Berechtigung hat, wenn man dies erkannt hat. Es geht darum die Täuschung zu überwinden, in der man sich mehrheitlich noch bewegt.

Aber das war nur ein Teil der Informationen, die sich nacheinander aus ihrem Zusammenhang heraus entwickelten. Es gibt einen Moment, wo sich viele Menschen, mit denen ich darüber spreche, ebenfalls daran erinnern können.

Der Moment, wo man bewusst entschieden dem System betritt. Jener Moment, wo ein Elternteil mit dem jungen Menschen einen bedingten Vertrag macht: „Solange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst…“

Fortan wird der junge Mensch SELBST alle Verhaltensmuster entwickeln, die ihm bedingte Liebe, Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit und Anerkennung gewährleisten, wenn er sich den Prinzipien des anderen unterwirft. Was bleibt ihm in der Regel auch anderes übrig?

Der Junge Mensch wird seine Verantwortung in dem Sinne abgeben, dass er anderen erlaubt darüber zu entscheiden, was gut und schlecht für ihn sein mag. Dies wir in der Gesellschaft, in der Schule und im Beruf weitergeführt und wenn man nichts mitbekommen hat, wird man auch nie dahinterkommen, wenn man sich nicht dafür interessiert.

Was weder der junge Mensch noch der Erwachsene weiß, dass er mit diesem Vertrag nicht nur die Verantwortung, sondern ebenfalls seinen Bewusstwerdungsprozess wie auch den Lernprozess der Vernunft abgibt und das alte Spiel nimmt so seinen Lauf. Und dies alles aus Angst vor Bestrafung.
Und da er in der Polarisation lebt, wird er alles daran setzen um möglichst viel Belohnung zu erhalten und macht sich unbewusst selbst zum Opfer, was sich fortan auch als Täter seine Opfer suchen wird.

Hieraus entsteht jenes System, was das menschliche Zusammensein und seine Teilnehmer zunehmend entfremdet: die Hierarchie. Und sie wird ihr Eigenleben führen, um sich selbst zu erhalten. „Die Tröge bleiben, die Schweine wechseln“, sagte einst Berthold Brecht.

Der junge Mensch wird nun auch alle jene Verhaltensmuster entwickeln, um zwischen Struktur erhaltenden und Struktur auflösenden Informationen zu unterscheiden. Es wird so weit gehen, dass er jene ignorieren, ausgrenzen und stigmatisieren wird, um ein Teil der Hierarchie bleiben zu wollen (Jetzt bekommt der Zinseszins seine wahre Aufgabe: alle 60 bis 70 Jahre den Stecker zu ziehen und auf der anderen Seite die Strukturen die immer komplexer werden und den Menschen mehr und mehr dazu nötigen, sie selbst erhalten zu wollen. Selbstausbeutung nennt man dies).

Das ist der eigentliche Virus, der die Gesellschaft seit vielen Jahrtausenden befallen hat. Und beharrlich klammert sich so mancher noch daran fest, während er sich selbst dazu entschließt, den Gürtel immer enger schnallen zu wollen und er nicht weiß, dass er mit jenen Verhaltensmustern ausgestattet ist, die ihn immer wieder ins System und zu diesem Verhalten führen.

Zu erkennen am zunehmenden und aufbauenden Druck und den immer verrückter erscheinenden Unsäglichkeiten, die das System anstellt, um diesen Punkt durch gegenseitige Druckverschiebung überwinden zu wollen. Das System ist im Kopf und nicht „woanders“. Das sollte nun jedem klar sein.

Und das Verhalten, was alle eint, auch jene, die man sich als „Gegner“ auserkoren hat, beruht auf der Gewährleistung der eigenen Lebensgrundlagen, also essen, trinken und ein Dach über dem Kopf.

Womit die Mehrheit ihren aussichtslosen Kampf des Kriegens führt, ist dazu gedacht, die eigenen geschaffenen Strukturen zur Gewährleistung der Lebensgrundlagen aufrechterhalten zu wollen. Auf der Ebene aus Gegeneinander, Polarisation, gelebter Unvernunft und Besitzstandswahrung wird dies nicht geschehen und nur einen Ausgang kennen. Der Lösungsweg ist eine anderer. Das alte System, der alte Bund lebt von der Verschiebung der Verantwortung…

Wer jedoch an dieser Stelle kein anderes Argument zulässt als: „Das war schon immer so und ich muss kämpfen, meinen Besitz sichern“, bleibt solange Teil des Systems, bis er selbst erkannt hat, worum es in Wahrheit geht. Und dies herauszufinden, ist auch seine eigentliche Aufgabe. Das Prinzip: Wer sich nicht anpasst, wird angepasst. Das regelt sich ganz von selbst. Also kann man das Ganze erst einmal nur mental überwinden, um aus einer polarisationsfreien Perspektive das Ganze zu erkennen und neu bewerten zu können.

Letztlich ist es seine Aufgabe, ob er mit dem System untergeht oder sich zum Neuen selbstentscheidend entschließt. Er kann es nur freiwillig tun und muss dafür auch die Konsequenzen zu tragen bereit sein und den Preis dafür in Kauf nehmen.

Vor zehn Wochen hatte ich ein Erlebnis mit einem Richter des „hessischen Finanzgerichtes“, als ich ihm vom ungeschriebenen Gesellschaftsvertrag berichtet habe, schaute er mich an und sagte: „Das stimmt. Sie haben Recht. Da ist was dran.“ Vor etwas mehr als drei Wochen hatte ich ein langes Gespräch mit einem ehemaligen Staatsanwalt aus dem Ausland. Er hat zudem Theologie und Philosophie studiert und ist Halbjude. Er bestätige mir, dass es nur darum ginge, dass wir in die Verantwortung kommen.

Es gilt zwei Dinge zu erkennen und zu verstehen: Was ist das Wesen des Alten und welche wahre Bedeutung hat die Verantwortung. Das kann man auch nicht mit einem lapidaren „Ich weiß!“ abtun. Kaum jemand hat sich dazu Gedanken gemacht. Die Bedeutung der Verantwortung ist das Tor in die Neue Zeit.

Und die Deutschen? Die haben die wunderbare Aufgabe, die wahre Souveränität aus sich heraus zu entwickeln und das verändert alles. Und das beginnt bei jedem Einzelnen selbst.

Und der Versuch diese Gedanken ausschließlich nur unter dem Gesichtspunkt des „Nutzens“ stellen zu wollen, ist auch nur ein Verhalten des Systems. Die Verantwortung überlagert alles. Ohne sie führt sie uns in dieses System mit ihr beginnt die Neue Zeit.
Denn das alte System ist eines der Selbstversklavung, wenn man sich ausschließlich nur im Haben und der Besitzstandsicherung bewegt. Ich betone hier nochmals „ausschließlich nur“. Die Verantwortung ist der einzige Ausweg. Oder der Untergang mit verlorenem Haben.

Viele Grüße aus Dirlos

Alexander aus der Familie [Berg]

http://blog.berg-kommunikation.de