Erstrebenswertes?

Gigantismus in jeglicher Art, war schon immer eine Maxime des Menschen gewesen, wenn es darum ging, sein Hab und Gut schützen und bewahren zu wollen. Kein Mittel, was nicht ersonnen wurde und selbst zum Auswuchs einer Gesellschaft wurde, die sich unter dem Begriff „Problemlösung“ nur die nächste, noch komplexere Stufe geistiger Ausdünstung erkor, um bisheriges „ein für alle Mal“ lösen zu wollen.

Paul Watzlawick verwandte gern den Begriff „vom mehr des Selben“.

Komplexität mit Komplexität bekämpfen zu wollen, die sich darüberhinaus noch gegenseitig aufschaukelt, in denen sich der Mensch in einem zunehmenden Strukturwust „belohntem Beschäftigung“ und Resignation und Burnout wiederfindet. Das sind keine Lösungen, sondern ein gegenseitiges überfrachten, um durch noch mehr Abhängigkeiten an noch mehr Energie für die eigene Erhaltung der Strukturen kommen zu wollen.

Je komplizierter, umso besser. Und immer gibt es jene, die das Ganze dann gedenken „dauerhaft“ managen zu wollen. Mit Organisation hat das überhaupt nichts zu tun und dennoch geht es ständig darum, die „Illusion von Organisation“ aufrecht zu erhalten.

Ein strukturell überfrachtetes System (Unternehmen) stirbt an selbstgeschaffener Insuffizienz. Wenn alle aufgebrachte Energie nicht mehr ausreicht, seine Struktur am Leben halten zu wollen. Die Aufgabe des Systems wird dabei zunehmend aus den Augen verloren.
Der teilnehmende Mensch tritt zunehmend in den Hintergrund. Und aus dem Prinzip „Vertrauen ist gut, Kontrolle besser“ mutiert die einst wirksame Struktur zu einem Krebsgeschwür aus Verwaltung und Kontrolle über jeden Prozessschritt.

Von ganzheitlichen Prinzipien hat man hier noch nichts gehört. Das Wort „ganzheitlich“ ist zu einer Werbefloskel degeneriert – vielmehr ist sie eine Worthülse, gefüllt mit alten Vorstellungen und rührigen Sehnsüchten.

Nicht nur die Werbebranche tut gut daran, sich der Wahrheit zu verpflichten, statt nur auf den nächsten Marketing-Gag mit großem Budget zu hoffen, der mit Win-Win-Situation nichts zu tun hat. Ich sage nur: „Presse“.
Denn bisherige „Lösungen“ gingen stets zu Lasten Dritter – dem Anwendern selbst. Und die bezahlen den Unfug auch noch und werden dafür mit weiteren Experimenten bepflastert – bis wohl endlich mal Ruhe ist.

Sicher hat da keiner Bock drauf.

Wie es anders gehen kann, darüber können wir gerne miteinander diskutieren.