Freiland, der Film

Der Film „Freiland“ von Moritz Laube zeigt in einer real wirkenden Umgebung die Bestrebungen des Lehrers Niels Deboos, einen unabhängig Staat neben den bestehenden Systemstrukturen in einer kleinen Gemeinde errichten zu wollen – bis zum Verfall.

In eher polarisierend, depressiv und aussichtslos dargestellten Akteur-, Bild- und Dialogkontrasten zeigt der Film auf seine Art und Weise den gesamten Lebenszyklus einer mit dem Kollektiv sich entwickelnden Vorstellung, wie wir sie vom Prinzip her kennen, wenn nicht sogar bereits in stark abgeschwächter Form durchlebt hätten.

Der Film zeigt durch das durchgängige Prinzip: „Wie des nicht geht“ auf, dass „Staat“ und „gegen etwas sein“ allein keine Grundlage für das „Neue“ sein können und es auch nicht genügt, sich nur zusammen zu tun.

Die zunehmend diktatorisch sich entwickelnde Szenerie und damit einhergehender Frust, münden letztlich in konventionellen Aussagen und Aktionismen sowohl auf der einen, wie auch der anderen Seite (polizeiliche Aufräumarbeit).

Eine der Kernaussagen des Films erwächst aus dem abhanden gekommenen Gold und eskaliert in der überzogenen Darstellung einer Auspeitschung.

„Bestimmte Sachen ändern sich nicht. Menschen brauchen Führung. Im Prinzip brauchen sie jemanden, zu dem sie aufschauen können. Eine Vaterfigur… einen persönlichen Jesus eben.

Ich wäre froh gewesen, wenn der Kelch an mir vorübergegangen wäre… aber irgendjemand muss ja die Verantwortung übernehmen.“

Man kann sich nun eine gewohnte polarisierende Meinung darüber bilden. Aber bitte erst, nachdem man sich den Film angeschaut hat. Letztlich zeigt der Film: „So nicht, Jungs!“

Durch seine Überzogenheit (und natürlich fehlender Aktualität der Rechtssituation) gewinnt der Film zumindest bei mir den Eindruck, einfach einmal viel weiter als sonst zu denken und die bestehenden Muster zu hinterfragen.