Von Freiraum und der Lebendigkeit der Worte

Irrglaube besteht darin, man müsse andere von etwas „überzeugen“. Wobei man dabei eher vom Prozess des „Einflößens“ sprechen mag, schaut man sich so manchen Akteur unterwegs in missionarischer Stellung an.

Dabei wird das natürliche Wissensbedarfs- Deckungsprinzip gerne umgangen. So baut sich daraus der gewohnte Widerstand gegen Veränderung auf, der dann wiederum nach dem Prinzip „vom mehr des Selben“ „behandelt“ wird.

Auf der anderen Seite finden wir das gewohnte Verhalten, sich über den anderen erhaben zu fühlen, dass man darüber entscheidet, wann der andere einen „überzeugt“ hat. In der Regel geht es hier nur um Macht und der zu erfüllenden „Bedingung“ durch den „Überzeuger“.

In der Tat besteht die Aufgabe darin, sich selbst zu überzeugen und für seine Entscheidung Verantwortung zu tragen, diesen Weg fortan zu beschreiten.
Fatal wird es, wenn man sich vordringlich mit Problemthemen bewegt und somit im Argumentationskreis auf der Suche nach der Lösung dreht.
„Lösungen“ finden sich selten auf der gleichen Ebene, wo die wahrgenommenen Probleme auftreten. Es bedarf stets eines Weiterdenkens, um das wahrgenommene „Problem“ zu überwinden. Es erfordert eine Selbstüberwindung.

Das wiederum hat ein Umdenken im Umgang seiner eigenen Zeit zu Folge, um sich den Freiraum zur notwendigen Weiterentwicklung selbst zu verschaffen.

Dies erreicht man, indem die Informationen zur Aufklärung für sich zusammenträgt und öffentlich zur Verfügung stellt, dass ein Interessent sich unabhängig von der Verteilerperson ein Bild machen kann. Hurra, wir haben das Internet!

Seit kurzem rückt ein weiteres Phänomen in meinen Fokus, worin der Unterschied besteht, zwischen einem, der von seiner Sache überzeugt ist und einem, der nur etwas nachplappert.

Zunächst fühlt sich beides anders an. Das Nachgeplapperte klingt eher hohl – wie nur aus dem Verstand heraus. Es fehlt die Lebendigkeit in den Worten.

Was macht diese Lebendigkeit von Geschriebenen und Gesagtem aus?
Einfach ausgedrückt, ist es jene Sinnhaftigkeit, die man den Worten bewusst bei der Formulierung mit auf den Weg gibt, weil man sich mit der Bedeutung jener näher beschäftigt hat.

Der Begriff „Wort“ findet seinen Ursprung in „Wert“ und davon wiederum leitet sich auch die „Würde“ ab. Die Würde des Menschen ist dann unantastbar, wenn er sie in sich trägt. Was nicht selten mit „Widerstand gegen Veränderung“ verwechselt wird. Denn in der Regel ist die Würde antastbar: Sie lautet „Geld“.

Hier erkennt man, welch wundebare Aufgabe uns zu Teil wurde.

Lebendigkeit ist somit eine von Sinn und tiefer gehender Bedeutung getragene Eigenschaft.

In der synergetischen Verknüpfung mit anderen Worten, formt sich aus einem Gedanken ein Satz, der in sich wiederum einen weiteren, nicht selten übergeordneten Sinn trägt.

Die Formulierung ist dabei der kreative Gestaltungsvorgang, im Umgang mit Worten (Werten, Energieformen und Bedeutungen).

Ein Satz, dessen tiefer Sinn der Worte nicht erschlossen wurde, klingt dann – gesagt oder gehört – eher wie eine Worthülse.

„Zur Freiheit bedarf es nur des Mutes. Doch wisse: Es gibt nur ein Mitkommen und kein Mitnehmen.“