Gemeinsame Werte

(v1.15) Wenn von „Werten“ gesprochen wird, um welche Werte handelt es sich und um welche geht es letztlich wirklich? Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
Die Politik macht sich so manche „Werte“ zu Eigen, mit denen der Bürger – der arbeiten und Geld verdienen geht, um später Steuern und Abgaben zu leisten – nicht wirklich etwas anfangen kann – besser: will oder soll.

Er weiß nicht, dass er bei der Wahl nicht nur seine Verantwortung über sein Leben, sondern auch seine Würde an jene abgibt, die dann über sein Wohlergehen befinden mögen.

Während hier und da gern der Patriotismus vor sich hergetragen wird, unter dem man sich zur Verteidigung der „Werte“ zusammenfinden „sollte“, stellte sich später stets heraus, dass es nur um den Erhalt der (Macht)Strukturen (hierarchisch organisiert), damit verbunden des Geldes als Werkzeug über das „Leben“ anderer, Sicherung von Eigentum, Besitz, Hab und Gut ging sowie der Wahrung der Grenzen.

Dem Konservativen mag das Recht sein, wahrscheinlich weiß er nicht, dass er ein System verehrt, was sich gegen das Leben selbst wendet, während es darum geht, wem es „erlaubt“ wird, dem Wähler, welches Gestern auch immer verkaufen zu wollen, während es weiter darum geht, belohnte Beschäftigung initiieren zu wollen. Denn sozial ist, was Arbeit schafft.

Dieses „Gestern“ hat mehr etwas mit dem Beibehalten einer mentalen Haltung zu tun, die in der Regel in den Familien „implementiert“ wird. „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“ Art. 6 GG

Ich mag das Konservative. Es ist beständig und deswegen auch prädestiniert in Frage gestellt zu werden. Denn nur durch seine Infragestellung ist die Alternative erkennbar.

Jedoch genügt es nicht, einfach in das liberal anmutende Lager „überzusiedeln“, denn geht es über das gewohnte „Worthülsing“ hinaus. Denn haben jene ihre wahre Natur vergessen. Das liegt einfach daran, dass der freie Mensch keine anderen erhebt, die für ihn bestimmen sollen.
„Schein, „so tun, als ob“, Spiel und Schauspiel.“

Die Schauspielerei beim Theater, im Fernsehen und im Kino erlangen dabei den Rang einer Ablenkung, um mit dem Hinweis auf eine Fiktion entsteht gleichzeitig die Vorstellung, es handle sich beim „Alltäglichen“ um „Realität“.
Wobei es nicht um die wahrgenommene Materie geht, sondern die Denk- und Verhaltensweisen, mit denen man unterwegs ist, welche die Art und Weise, wie man die Welt betrachtet, beeinflussen.

Der Versuch zunächst Veränderung herbeizuführen, um sich später dem Um- und Weiterdenken widmen zu wollen (sich also wieder auf den Weg der natürlichen Entwicklung zu konzentrieren), ist blanker Unfug.

Es bedarf zunächst einer geänderten, geistigen Haltung, die sich auch durch ein verändertes Handeln, Veränderungen im Umfeld und erkennbar veränderte Sichtweisen zum Ausdruck bringt – nicht umgekehrt.

Das ist auch der Grund, warum das Warten (auf andere) und Hoffen (dass andere etwas verändern) zu nichts führen – erst recht nicht, wenn die Bedrohung dort vorgefunden wird, wo man sowieso keinen Zugriff darauf hat, um das Warten (auf andere) und mitunter Klagen, Jammern und Leiden zu rechtfertigen.
Das sind alles lediglich Selbstkasteiungen, um sich den erlebten Schmerz aus der ersten Bestrafung zu vergegenwärtigen. Aus der Nummer kommt man nur durch sich selbst heraus: Man entwickelt sich oder vergeht.

„Nicht klagen, entscheiden.“ Angela Merkel, BK

Damit es nicht so auffällt, dass man sich in dem Moment als Ausführender gegenüber dem Leben und seinen Prinzipien vergangen hat, gibt es ja die „Trostpflästerchen“: Macht, Geld, Eigentum, Besitz, Hab und Gut – und die Methoden: „Zuckerbrot und Peitsche“ oder vereinfacht: „Belohnung und Bestrafung“.

Belohnung für artig fortgesetztes Unterwerfen und das tun, was einem von der Autorität gesagt wird oder Bestrafung, wenn man (aus Sicht der Autorität) sich dagegen vergangen hat.
Sich dagegen einfach nur wehren zu wollen, ist lediglich nur ein oberflächliches Traktieren. Es gibt nur einen sinnvollen Weg, die Nummer zu überwinden: durch tiefgehende Infragestellung und Schaffung eines inneren eigenen Fundamentes, was nicht mit dem Schaffen üblicher Mauern und Hüllen zu tun hat oder deren Anbetung.

Das System der alten Ordnung erschafft Opfer und Täter, wo die Opfer im voreilendem Gehorsam schon mal dafür sorgen, dass sie nie wieder an ihre anerzogene Opferrolle erinnert werden, an den Schmerz, den sie für ihre natürliche Entwicklung durch eine Bestrafung erfahren haben.
Aus diesem Erlebnis wurde der natürliche Entwicklungsprozess des Menschen zu einer Gefahr. Die Abkehr vom Leben selbst nahezu perfekt.
Deshalb entwickelt man sich lieber beruflich-persönlich, weil das auch mit Anerkennung (der eigenen Versklavung) verbunden ist.

Doch wehe, wenn man in Ungnade fällt, dann findet man sich recht schnell wieder an einem Punkt wieder, wo man sich zuletzt noch menschlich-persönlich entwickelt hat und dafür bestraft wurde. Man wird an den Schmerz erinnert und gesammelte „Belohnungen“ werden einem wieder genommen.
Das ist der wunde Punkt, mit dem nahezu alle herumlaufen und auch der Punkt, wo wahre Veränderung stattfindet.
Damit dieses Herrschaftsprinzip funktioniert, bedarf es des Glaubens, dass einem tatsächlich etwas oder jemand gehört.

„An dem Tag an dem Du erkennst, dass Dir nichts gehört, ist auch der Tag, an dem Du nichts mehr verlierst.“

„Wenn sie über das Leben, den Sinn des Lebens nachdenken – ich meine, ganz von Anfang an – die Entwicklung der ersten Zelle, die sich aufteilt in zwei Zellen.
Die einzige Bestimmung des Lebens ist seit jeher, weiterzugeben, was man gelernt hat. Es gab nie ein höheres Ziel.
Wenn mich also fragen, was sie mit all diesem Wissen anfangen sollen, würde ich sagen: Geben sie es weiter. So wie jede einfache Zelle im Laufe der Zeit.“ „Prof. Samuel Norman“, Lucy, 2014

Der Glaube an Macht, Geld, Eigentum, Besitz Hab und Gut dienen im Grunde genommen dazu den „Glaubenswilligen“ damit anzufixen – also legalisierte Drogen, um die Süchtigen später auch „bei der Stange zu halten“.

Somit ist die Frage: An was glauben Sie? Und glauben Sie bitte nicht, das Glauben nur etwas mit der Kirche zu tun hat. An das was Sie glauben (unhinterfragt festhalten) ist das, was Ihr Fühlen, Denken und Handeln bestimmt und somit auch das, was Sie erleben.

Wer ein bisschen Schwierigkeiten mit Filmzitaten hat: Mittlerweile macht auch das Kino auf die Notwendigkeit eines Um- und Weiterdenkens aufmerksam – für alle, die darin nur eine Fiktion erkennen wollen, während sie sich für „Realisten“ halten.

Auch wenn gerne im Kino von den tollen Rollen und Schauspielern gesprochen wird und die riesigen Gagen, die sie erhalten, ist und bleibt Geld nur bedrucktes Papier.

Die Massen, die ihnen hinterherlaufen, sind ein deutliches Zeichen dafür, wie sich die Masse willig ihren „gerechten Göttern“ hingibt.
Die wesentliche Rolle spielt jedoch der Mensch, der sich durch das Anbeten so weiter vom Leben und sich selbst abwendet, weil er bereit ist, an eine Illusion zu glauben, die ihm das Denken und sich entwickeln abzunehmen scheint.
Das zu erkennen, ist und bleibt seine Aufgabe: Entwicklung.
Deshalb ist die alte Ordnung auch kein Szenario, was man „abschafft“ oder mit samt seinen Verfechtern „verdammt“, sondern dient durch seine Beständigkeit hervorragend zu seiner Infragestellung.

Mit der Infragestellung des Vorhandenen entdeckt man das Alternative, was nichts mit einfachem Verdrängen und Ersetzen (von Inhalten) zu tun hat, da das System auf einer nicht materiellen Ebene zu finden ist, in(!) dem sich alles Handeln und agieren mit sicht- und spürbaren Ergebnissen abspielt.
Der Mensch ist tatsächlich dazu in der Lage, ein für ihn neues System zu gestalten, was sich im Kern an den Regelwerken der Natur, an den Regelwerken des Lebens orientiert. Dazu wiederum liegt ihm das konservative System vor, um es in Frage zu stellen, was im Kern nur die Simulation, der Schein, das „so tun, als ob“, das Spiel, das Schauspiel ist.

Auf diese Weise ergeben sich zwei Systeme, die zum Zwecke individuell-gesellschaftlicher Entwicklung einander bedingen. Vielleicht ahnen Sie, an welcher Position sich jeder Mensch hin entwickeln kann und mag, wenn er sich dazu entscheidet oder ob er weiter verweilt.

„Die Menschen, sie müssen an etwas glauben. Und heutzutage glauben sie an alles.“ „Mysterio“, Spider-Man – Far from home, 2019 (Anmerkung: Der Film beschäftigt sich thematisch mit der Täuschung der Menschen)

An diesem Punkt entscheidet sich auch, ob jemand bereit ist, wieder „Herr über sich selbst“ werden zu wollen oder weiter unter dem Joch seiner Denk- und Verhaltensweisen steht. Das ist die Aufgabe, wie sie im „Esau-Segen“ beschrieben ist, wieder „Herr über sich selbst“ zu sein. Das kann niemand mehr verhindern, als man selbst, selbst die beste Ausrede nicht.

Mit der Entscheidung entsteht auch jener Moment, wo man die Aufmerksamkeit mehr und mehr auf die eigene Entwicklung legt, während der Rest zunehmend an seiner bisherigen Bedeutung verliert und sogar Konventionen überwindet.
Denn schließlich sind es ja die Bedeutungen, die den Dingen verliehen werden, die eine mitunter beunruhigen, nicht die Dinge selbst.

Begnügt sich der Mensch also weiter mit der Illusion, nur andere „Vorgesetzte“ erkieren oder andere „vorschicken“ zu wollen, die ihm dann die „Kohlen aus dem Feuer“ holen sollen, während er ja nur Arbeiten und Geld verdienen muss.

„Wir begeistern uns für Fleiß, Erfolg und Leistung; wir sind bei den Schwachen und Verwundbaren.“ Webseite „Wertunion“

Nicht alles, was Ihnen gerade im Kopf herumgeht, um den bestehenden Zustand rechtfertigen zu wollen, sollten Sie glauben.

Die klassische Politik weiß im Übrigen um anerzogenen Umstand der Mehrheit – wenn auch nicht alle. Denn es braucht ja auch genug Naive, die hörig „funktionieren“ – Karrierestreben.

Solange man also mit weinerlichem Blick seine Heroen vergöttert oder das Tun der als „abtrünnig“ erkannten Gegner verdammt, bleibt kaum Zeit und Gelegenheit, den Kopf selbst anzustrengen und das zu hinterfragen, was von größerer Bedeutung ist: das System selbst.

Deshalb funktioniert die Schauspielerei auch so gut, weil man sich ablenkt – besser: ablenken lässt. Das System der alten Ordnung ist dabei eine hauchdünne, kaum wahrnehmbare Überlagerung der natürlichen Ordnung.

Der Unterschied fällt dann erst auf, wenn man sich mit den wesentlichen Systemmechanismen und ihrer Umkehrung (Invertierung) auseinandersetzt. Invertierung am einem Beispiel betrifft die Begriffe: Vernunft, Gewissen, Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Brüderlichkeit, die gerne gefordert, jedoch selbst nicht gelebt werden.

Letztere, die Brüderlichkeit, ist lediglich nur ein anderer Ausdruck, sich auf Augenhöhe zu begegnen, was im Übrigen dann funktioniert, wenn man „Herr über sich selbst ist“, statt „Herr über andere“.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ Art. 1, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Mit der gewohnten Erziehung in der Familie wird dieser rechtsphilosophische Gedanke ausgehebelt. So ist es letztlich die Aufgabe des Menschen selbst, sich – durch Infragestellung des Systems (der alten Ordnung) – wieder umzuorientieren. Kein anderer kann dies für ihn tun.

An diesem Punkt steht der Konservatismus, für die Beibehaltung der Fremdbestimmung und offenbart so sein Wesen. Deshalb sind seine Begrifflichkeiten Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit nur Worthülsen, da sie belebt durch den Menschen selbst, der Ausdruck der Selbstbestimmung des Menschen sind – nicht eines Staates, was nur ein fiktives Gebilde ist, während darin weiter die Betreuung herrschen soll.

Aus diesem Grunde sind auch die meisten „Staatskonzepte“ und Bestrebungen in diese Richtung für „die runde Ablage“ – gleich wie engagiert sie vorgetragen sein mögen.

Weshalb „souveräner Staat“, „Eigentum“ und die gewohnte Vorstellung von Frieden (auf dem Papier) Freiheit (im Form der Freizügigkeit) nur der alten Ordnung, dem Konservatismus zuzuordnen sind, während der „schutzwürdige Bürger“ weiter in seiner ja so „betreuungswürdigen“ Unvernunft und mangelentwickeltem Gewissen behalten werden soll, wo Grenzen (von Ab- und Ausgrenzen, ein Verdrängungskonzept, wie Kampf, Widerstand, Flucht, Ignorieren, Beratungsresistenz, Schuldzuweisung, Schutz/Sicherheit) und „Feindbilder“ notwendig sind, die eigene Handlungs- und Funktionsexistenz rechtfertigen zu wollen, um sich gegen die „Unvernunft“ und Gewissenlosigkeit anderer schützen zu müssen.

„Was von außen wie eine Grenze wirkt, sieht nicht selten von innen wie eine Gefängnismauer aus.“

Mit der Rückkehr zur natürlichen Entwicklung des Menschen und damit auch zur Entwicklung in Vernunft und Gewissen, wird die Funktion der Betreuung (durch autoritäre Systemstrukturen) überflüssig. Das schließt also die Infragestellung der Rolle „Autorität“ mit ihren Methoden und Werkzeugen mit ein.

An diesem Punkt verliert sogar die UN in ihrer bisherigen Form an Bedeutung, siehe: Artikel 4 i. V. m. Artikel 75 und 76 UN-Charta.

Oder um es mit einem Filmzitat auszudrücken:

„Uns ist berichtet worden, es habe zahlreiche Massaker gegeben. Wird die UN einschreiten, um das Blutvergießen zu beenden?“ „Wir sind hier, um den Frieden zu bewahren, nicht um ihn zu schaffen.“ „Colonel Oliver“, Hotel Ruanda, 2004

„Du bist hier, weil du etwas weißt, etwas, was du nicht erklären kannst. Aber du fühlst es. Du fühlst es schon dein ganze Leben lang, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Du weißt nicht was, aber es ist da – wie ein Splitter in deinem Kopf, der dich verrückt macht. dieses Gefühlt hat dich zu mir geführt. Weißt du wovon ich spreche?“

„Von der Matrix?“

„Möchtest Du wissen, was genau sie ist? Die Matrix ist allgegenwärtig. Sie umgibt uns. selbst hier sie, in diesem Zimmer. Du siehst sie, wenn du aus dem Fenster guckst oder den Fernseher anmachst. Du kannst sie spüren, wenn du zur Arbeit gehst oder in die Kirche und wenn du deine Steuern zahlst. Es ist eine Scheinwelt, die man dir vorgaukelt, um dich von der Wahrheit abzulenken.“

„Welche Wahrheit?“

„Dass du ein Sklave bist, Neo. Du wurdest wie alle in die Sklaverei geboren und lebst in einem Gefängnis, dass du weder anfassen noch riechen kannst. Ein Gefängnis für deinen Verstand.“ „Dialog zwischen Morpheus und Neo“, Matrix, 1999

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Immanuell Kant

Werte
Zunächst ein Zitat aus der Webseite der „Werteunion“: „Konservatismus ist nicht ein Hängen an dem, was gestern war, sondern ein Leben aus dem, was immer gilt.“ Antoine de Rivarol

„Das Leben kann nur in der Rückschau verstanden werden, muss aber in der Vorschau gelebt werden.“ „Stanley Milgram“, Experimenter

„Verstehen“ ist wiederum davon abhängig, ob eine Infragestellung vorgenommen wird oder nicht. Es ist also eine Entscheidung, ob die selbst entschiedene Entwicklung des Menschen aus seiner selbstgeschaffenen Unmündigkeit stattfinden „mag“ oder nicht, siehe: Immanuell Kant „Aufklärung“

Es ist stets die Entscheidung des einzelnen, nicht der anderen. Das sieht nur so aus, weil das eigene „Ich“ alles in Bewegung setzt, seine eigene Struktur (Denk- und Verhaltensweisen) erhalten zu wollen und bedient sich so der „Anderen“ die an seiner Situation „schuld“ sein sollen.

Schuldzuweisung ist nicht nur ein Verdrängungskonzept, sondern stellt gleichzeitig auch eine aktive Selbstentmachtung dar.
Die Unwissenheit über diesen „als normal tolerierten“ Umstand, führt zu einer individuell-gesellschaftlichen Selbsthaltung.

Das normalerweise nach innen gerichtete geistige Wachstumspotential wird durch die anerzogene Verdrängung nach außen gestülpt und führt zu den entsprechend wahrgenommenen Auswüchsen in Natur, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Es herrscht das Prinzip: „vom mehr des Selben“, basierend auf gesellschaftlich tolerierter Unvernunft und Gewissenlosigkeit, die als Vernunft und Gutmenschentum „verkauft“ wird.

Die auf der anderen Seite dazu mangelnde, ignorierte oder unterlassene Aufklärung führt, zur gewünschten Erhaltung des System, während das Klagen und Jammern – dass sich doch endlich etwas ändern soll – dabei immer lauter wird, während gleichzeitig nicht hingehört wird.

„Voices callin‘, voices cryin‘
Some are born and some are dyin’“
The Man Comes Around, Johnny Cash

Wahrgenommenes zunehmendes Leid entsteht aus der selbstgeschaffenen Situation des Einzeln, dass sich – lautstark gefordert – doch endlich etwas ändern soll, während insgeheim gehofft wird, dass man selbst nicht davon betroffen ist. Die Notwendigkeit der Veränderung durch den Menschen wird verhindert durch sein „Ich“, was sich an seiner existenziellen Struktur festzuhalten versucht.

Wer sich „umschaut“, wird mittlerweile erkennen, dass es nicht mehr ausreicht, einfach eine konservative Haltung (ungerechte Vorgesetzte) gegen eine andere („die gerechten Vorgesetzten“) auszutauschen und damit habe sich der Fall auch bereits erledigt – was auch nur die übliche Denke wäre.

Deshalb werden bei „Gefahr für das System der alten Ordnung“ einfach nur neue Parteien (mit konservativen Haltungen) ins Leben gerufen, um der „herrschenden Ungerechtigkeit“ entschieden entgegenwirken zu wollen – was vereinfacht ausgedrückt nur Kiki ist.

Der Prozess der Infragestellung beinhaltet dabei auch die Neudeutung – besser: Sinnerfüllung von Werten*, die jedem Menschen zu Eigen sind, selbst wenn er sich diesen – durch üblich belohnte Ablenkung – nicht bewusst ist: Vernunft, Gewissen, Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit sind keine Eigenschaften, die man einfordern, sondern nur selbst vorleben kann.

Was klassische Werte betrifft wurden diese der nachfolgenden Generation „in die Wiege“ gelegt, damit sie kontrollierbar ist. Begriffe wie Macht, Geld, Eigentum, Besitz Hab und Gut sind lediglich von einer Autorität unter Bedingung (des Gehorsams) gemachte Zugeständnisse – Privilegien. Privilegien, die einem jederzeit und nach Lage auch wieder aberkannt werden können und somit keine wirkliche Basis einer Gesellschaft sind – allein weil sie nur innerhalb der alten Ordnung gelten – wie auch das positive Recht, mit dem sie verknüpft sind.

„Unsere Welt folgt einer naturgegebenen Ordnung, und wer versucht sie umzukrempeln, dem wird es schlecht ergehen.“ „Haskell Moore“, Cloudatlas, 2012

Innerhalb der alten Ordnung, die in der Tat ihre Bedeutung und Berechtigung hat, ist ihr Wesen getragen von der anerzogenen Entsprechung und damit verbundener Fremdbestimmung (Obrigkeitshörigkeit, Wohlwollen, opportuner Willkür), begründet in der Bestrafung und damit der (unbewussten/bewussten) Erzwingung der Abkehr des jungen Menschen von seiner natürlichen Entwicklung.

Vernunft und Gewissen sind die wesentlichen beiden Aspekte, die sich unter der Fremdbestimmung nicht wirklich entwickeln können, da sie eigene Erfahrungen erfordern. Die so beibehaltene Unvernunft und das mangelnde Gewissen, sollen damit eine Betreuung der Unvernünftigen und Gewissenlosen rechtfertigen. Selbsthaltung und Auswirkungen: „Wir brauchen Wachstum.“

„Wir sind für einen starken Staat, der Freiheit ermöglicht.“ Webseite „Werteunion“

„Vernunft ist der intuitiv getriggerte Prozess zwischen bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen. Sie ist der Hort der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freiheit. Gewissen ist zu spüren, was rechtens ist.“

Die alte Ordnung war auch die letzten paar Tausend Jahre notwendig – notwendig den ihren Schein zu erkennen, das „so tun, als ob“, der sich aus der Bestrafung heraus ebenfalls als Verdrängungsmechanismus (Schutz und Lüge) durch Ab- und Ausgrenzung und damit einhergehendem Bewahren und Erhalten von Traditionen und Konventionen und somit als Gewohnheit etabliert hatte.

Über die Jahre habe ich mich immer wieder gefragt, warum die Dinge so sind wie sie sind. Sie sind es solange wie man sie selbst nicht hinterfragt und auch in Frage stellt, solange behalten sie auch ihre Bedeutung.

* Was biblisch im Gleichnis der „Hochzeit von Kana“ durch „Wasser in Wein verwandeln“ symbolisiert wird.

„Goethe: „Man muss das Wahre immer wiederholen.“ Der Kaufmann: „Man muss die Ware immer wieder holen.““