Geopolitische Betrachtung

Es war zu erwarten, dass Putin sich von den west-militärischen „Bemühungen“ nicht anstecken lässt, was allerdings nicht bedeutet, dass er klein beigibt.

Die Amerikaner stehen bei ihm vor der Haustür, die Nazis tummeln sich (nicht nur) in der Ukraine und die EU steht den Amerikanern zunehmend mehr oder weniger auf wackligen Beinen zur Seite. Haben sie ja auch ihre eigenen Problemchen. „Ein Kessel Buntes.“

Im Kern zeichnet sich für alle das gleiche Bild ab, dessen Leitmotiv da lautet: „Wir wissen nicht mehr weiter und doch müssen wir was tun.“

Doch wird es bei einer eskalierenden Konfrontation nur Verlierer geben. Denn wer auf den Knopf drücken würde, säße zwei Minuten später mit im Boot und es gibt nur goldene Rettungsringe.
Denn was die Akteure aus der selbstgeschaffenen Situation führt, ist ein Schritt, den sich beide noch nicht so recht bewusst sind. Woher auch, wenn man an bestehenden Vorstellungen festzuhalten gedenkt.

Denn sowohl der Kommunismus wie auch der Kapitalismus sind zwei Seiten der selben Medaille einer Weltanschauung, die auf dieser Erde Fuß gefasst hat, ohne dass sich die Ideologievertreter jemals näher darüber Gedanken gemacht zu haben scheinen.

Nachfolgende Gedanken mögen etwas einfacher Natur sein, aber nicht immer führt die Betrachtung komplexer Systeme auch zur Notwendigkeit komplexer Lösungsmuster und damit verbundener Entscheidungen und nachfolgender Schritte.

Im Kern wurden zwei Denkmuster über die Geldsysteminhaber implementiert, die jedoch auf den selben Prinzipien der alten Weltordnung basieren, hervorgerufen durch mein liebstes Thema der abgegebenen Verantwortung.
In meinem Beitrag „Das System“ ist erkennbar, dass alles durch das Geldsystem überlagert wird und somit im Hintergrund andere die Akteure durch die Gegend zu schieben scheinen. Aber das ist mir jetzt mal Wurst.

Krieg ist das äußerste Mittel, um durch Eroberung fremder Ressourcen und „Humankapital“ (Sklaven) die eigenen heimischen Strukturen (hierarchischer Natur) und mit ihnen ihre Teilnehmer, „bei Laune halten“ zu wollen. Es herrscht das Prinzip hierarchischer Ordnung, um über Druck und Abhängigkeiten, den Menschen zur Wertschöpfung bewegen zu wollen.

Diametral, jedoch vereinsamt auf der Ersatzbank alttestamentarischer Weltordnung finden wir die freiheitliche Ordnung, wie sie eigentlich in Amerika als „Land of the Free“ beispielhaft vorgelebt werden sollte – wenn da nicht das Geldsystem alles überlagern würde. Ätsch.

Russland kann sich vereinfacht betrachtet auf mehr Ressourcen berufen, um die eigenen Strukturen erhalten zu können. Im globalen Miteinander findet es sich bei seinen Verbündeten (BRICS) wieder. Auch haben die Amerikaner  ihre Verbündeten. Alles Prima. Alle können ja nur so agieren, wie sie es gelernt haben.

Aber so geht’s nicht weiter. Weiterdenken ist angesagt. Interessant, dass so manches Beratungunternehmen im Bereich der Analyse dynamischer Systeme zuhause ist, jedoch nicht in der Lage, die heimsichen Strukuren genau auf diesen Prinzipien neu zu orientieren.

Was nicht nur Amerika und Russland, sondern alle „Nationen“ miteinander verbindet, ist das lokale Vorhandensein ökonomischer Wirksamkeiten, als Basis zur Gewährleistung der national-gesellschaftlichen Lebensgrundlagen, bei entsprechend sinnvollem Umgang mit den natürlichen Ressourcen – im globalen Umfeld versteht sich natürlich.

Die Erhaltung lokal-hierarchisch organisierter Strukturen sorgt bei den Teilnehmern zu vermehrtem Aktionismus. Denn die Hierarchie entwickelt ein Eigenleben und nährt sich zunehmend von Geldmitteln, Lebensenergie und natürlichen Ressourcen.
Damit jeder nach Möglichkeit auch beschäftigt sein mag, gilt es jeden mit seiner Aufgabe und Marktlücke im Sinne der Systemerhaltung zu integrieren, was gleichzeitig mit zunehmender Komplexität verbunden ist.
Das wiederum sorgt für zunehmende Insuffizienz, die auf der einen durch eine zunehmende Automatisierung der Wertschöpfungsprozesse und auf der anderen zu einer Entledigung der Teilnehmer führt. Und damit niemand vor der Tür des Präsidenten steht, muss man ab und zu im Ausland Urlaub machen und nach „Mitarbeitern“ und natürlichen Werten „Ausschau“ halten.

Systeminsuffizienz sorgt irgendwann für einen natürlichen Kollaps. Aber das muss nicht sein. Nichts, was sich in den Köpfen der Schachspieler tummelt, muss sein.

Beobachtend besteht die Herausforderung darin, über den Tellerrand bisheriger Vorstellungen und Konventionen hinauszublicken. Ausnahmsweise, um sich nicht wieder auf die Möhrchen und Erbsen des anderen stürzen zu wollen.

Die Vorstellung, man habe es mit geschlossen und ideologiegebundenen Systemstrukturen zu tun, ist ein verbreiteter Irrglaube, der sich zudem durch ein besonders strategisches Verhalten auszeichnen mag. Iren sind männlich.

Während Putin das Ganze wohl eher aussitzen mag, bis auf der anderen Seite nichts mehr geht, mag ein Blick in die amerikanische Heimat geworfen werden, wo nicht nur die Arbeitslosigkeit das dortige Lager beherrscht.

Ich bin weder Anti-Amerikaner noch Putin-Versteher. Das ist auch nicht notwendig. Ich spreche Deutsch.

Denn die Aufgabe besteht darin, dass beide Systeme sich dem globalen Wandel stellen müssen. Denn es wird keine Gewinner in einem Nullsummenspiel geben, wenn kein Umdenken geschieht.

Zurückommend auf das, was alle miteinander vereint, sind wirksame ökonomische Strukturen in der Heimat eines jeden wohl das Beste, was allen passieren kann. Und so haben kostenspielige Urlaubsmanöver auch ein Ende.

Was ist zu tun? Vereinfacht ausgedrückt: Eine Symbiose aus Kapitalismus und Kommunismus, schrittweise implementiert als Organisationstruktur in den Nationalökonomien.

Da sich beide ja nicht über den Weg trauen, ist der Weg über einen Dritten für beide offen. Denn die alte Weltordnung geht zu Ende und beide glauben sich von ihren gewohnten Vorteilen auf Dauer nähren zu können.

Die Lösung dazu ist ganz einfach, wenn auch keine Hauruck-Aktion und eine näckische Ansage an die Weltsystemarchitekten.

„Shake what ya mama gave ya.“

Ausgangsmaterial der Betrachtung: Geopolitische Analyse auf Vineyard Saker