Gesellschaftliches Gewissen

„Die „Neumann’sche Frage“ befasst sich nicht mehr mit der Rechtmäßigkeit behördlicher Handlungen, sondern hinterfragt einfach nur, ob die Koffer schon gepackt sind.“ 😀

Das Gewissen der Akteure ist jener Punkt, wo man sie zu berühren vermag, statt ihnen nur mit leeren Worthülsen und reinen Paragraphenauflistungen zu begegnen. Denn mittlerweile weiß jeder Einzelne, dass er sich mit süßenVersprechungen und Belohnungen einem System dienstbar gemacht hat, was sich durch anfängliche Betreuung, über Zins und Zinseszins zu einem System aus Selbstversklavung und Selbstausbeutung transformiert hat.

„Wo es Narren gibt, gibt es auch Ganoven.“ Norbert Wiener

Der Vertrag für „artgerechtes Benehmen“ ist dabei das Geld, welches man in die Hand nimmt, sich dabei nicht selten erheischend unterwirft und somit auch jenen, die darüber befinden. Gleiches gilt für das Recht.

Nichts gegen Geld. Es funktioniert dann, wenn man es für etwas erhält, wenn man im Sinne seiner eigenen Aufgabe das tut, was man selbst für richtig hält und nicht jener darüber befindet, wie man es zu tun hat, nur weil er das Geld in Händen hält.

„Mein Vorgesetzter trägt für alles die Verantwortung.“

„Ich bin unschuldig. Ich habe das Todesurteil nur im Auftrag unterschrieben.“

„Ich bin nur der Erfüllungsgehilfe meines Dienstherren.“

Kaufen ist auch jener Akt, sich über das Gewissen anderer zu erheben, um in ihrem Sinne darüber zu befinden, was „gut und richtig“ sein und getan werden soll.

„Das, mein lieber, bringt Dir vierzehn Tage Hausarrest.“ „Nein, nur du.“

Meist sind es jene, die das zu Tuende selbst nicht können, jedoch vor Theorien darüber und wie es getan werden müsste regelrecht übersprudeln.

„Die ewigen Theoretiker und ihre Wunschvorstellungen.“

Der „Gekaufte“ erfüllt dabei gegen Bezahlung eine Aufgabe, die mehr und mehr seinem eigenen Gewissen widerspricht und so zu einem inneren Konflikt führt (siehe Rechtsgrundlagen). Ein Konflikt, den man sich mit Verdrängung schönredet und mit Geld zu überdecken versucht, weil er der eigenen, eigentlichen Aufgabe zuwider ist.

An dieser Stelle nun von anderen „gültigen“ Gesetzen oder Grundlagen sprechen zu wollen, macht die Situation nicht besser. Denn beginnt das alte System stets neu mit einem willkürlichen Lächeln eines oder mehrer „Auserkorener“, die sich ermächtig fühlen oder „legitimiert“ sehen.

Vom Prinzip ist es nicht anders, als kleine Kinder, die ihren Häuptling wählen, der alsbald sein Ungemach gegenüber seinem „Widersacher“ durch „beauftragte“ Verfolger zum Ausdruck bringen lässt.

„Gefangene sind sie damit alle.“

Und dabei kann man die Lächelnden im Außen nicht von jenen anderen unterscheiden. In der Regel begegnen sie sich in der Konditionierung des Misstrauens, beflügelt durch ein Feindbild. Was jedoch alles nur eine Projektion der eigenen Unzulänglichkeiten ist und so das alte System erstehen lässt – und seine gewohnten Mitläufer und geifernden Kettenhunde.

Mit erwartungsvollem Auge auf mich gerichtet: „Ich habe eine große Vision. Wie kann ich sie umsetzen?“ „Mit tun, würde ich jetzt mal sagen.“

„Es gibt drei Wege, eine Sache zu tun. Den richtigen Weg, den falschen und den eigenen.“

Man sieht, wie sehr Aufgabenorientierung und Souveränität miteinander verwoben sind, was so manche Vorstellung über „Souveränität“ zu einer Farce verkommen lässt.

Letztlich wird der Einzelne nun damit konfrontiert, was er sein bisheriges Leben zu lernen bereit war und mit den sich ergebenden Fähigkeiten mit seinen eigenen Händen zu tun bereit ist. Und er erkennt, dass es nicht genügt nur zu kopieren, sich in die greinende Masse zu stellen und dabei nur auf „Altes“ rückbesinnen zu wollen.

Die bereits bestehenden Ansätze der Gemeinschaftsbildung sind alle eine gute Basis, jedoch gehen die Gedanken noch viel weiter. Und einfach Kampfparolen schwingend hinterher zu dackeln, während man das Wort „Frieden“ im Halse gurgelt, ist reine Selbsttäuschung.

„Ja, aber…“

„Das ist nur eine einzelne Meinung.“ „Stimmt, aber zumindest habe ich eine eigene.“