Grundgedanken zu einem anderen Geldsystem

Zunächst mag ich voranstellen, dass das viel gepriesene „bedingungslose Grundeinkommen“ erst Sinn macht, wenn der Mensch selbst beginnt, das Bedingungslose sichtbar vorzuleben – ansonsten wäre es nur eine Farce.
Denn erst im Außen manifestiert sich das Ergebnis einer stattgefundenen Veränderung der inneren Einstellungen (Die Materie ist wie ein Spiegel und gleichzeitig ein Mittel der Erinnerung. Lediglich die gelernte Vorstellung einer objektiven Weltanschauung lässt den Menschen in der Vorstellung, er sei für das Wahrgenommene nicht verantwortlich, um sich so mental aus der bestehenden Situation herausaddieren zu wollen).
Deswegen heißt es ja auch: „Am Tun werdet ihr sie erkennen“. Und es sind nicht die anderen, die erst zu beginnen haben, damit man selbst auch beginnt oder man sie erst dazu „zwingen“ muss, damit sich etwas verändert. All diese Vorstellungen haben sich aus der Systemursache: „*Du bist solange gut, solange mir das gefällt“, heraus entwickelt hat.

Man kann das bedingungslose Einkommen also noch soviel fordern, versuchen es herbei zu beten oder sich wünschen zu wollen, wenn in der Gesellschaft die dazu passende innere Einstellung (noch)nicht vorhanden ist. Und ob man das BGE am Ende dann noch benötigt, ist dann fraglich.

„Ja, aber wir müssen doch was tun!“

An sich selbst zu denken, hat also nichts mit dem gewohnten Weitermachen unter selben „Bedingungen“ zu tun, sondern ist ein Arbeiten an sich selbst.

Wer nun nach Bedingungslosigkeit sucht und wo sie ihren Anfang nimmt, findet sie in der Vernunft, als Auswirkung bedingungslosen Gebens und bedingungslosen Empfangens.

Denn das, was gewohnt unter „Vernunft“ verstanden wird, so handelt es sich dabei – gesellschaftlich „toleriert“ – lediglich um das einseitig beibehaltene Empfangen (das klassische Ego) in seinen verschiedenen Ausprägungen wie das Nehmen, Kriegen und Erobern und auf der anderen Seite, dem Behalten, Bewahren sowie Festhalten, Sichern und Verteidigen.
Jetzt leuchtet vielleicht auch ein, warum Abgaben und Steuern existieren. Die Betreuer sehen in ihrer Aufgabe natürlich auch einen Sinn und Betreuung kostet nun mal auch Zeit und Geld.

„Es ist vernünftig, viel Geld auf dem Konto zu haben.“

Unvernünftige hingegen werden betreut und bestätigen durch ihre beibehaltene und zur Aufrechterhaltung der gewohnten Ordnung belohnte(!) Unvernunft selbst die Existenz jener, die die Betreuung Unvernünftiger als ihre Aufgabe erkennen.
Das unvernünftige Volk folgt sozusagen seinen gewählten Betreuern, während man nach Wachstum (im Außen) und Beschäftigung schreit und so seinem kollektiven Systemende offener Augen entgegen marschiert.
Dies alles, während der geistige Zustand gleichzeitig als infantil-minderbemittelt begreifbar ist und sich dieser in einer selbst auferlegten Endlichkeit weitschweifender Kurzsichtigkeit bewegt, wo es nicht damit getan ist, dass die anderen einfach nur „weg“ sollen – damit man sich dann nur andere Betreuer erkiert.

„Volk, Folk, Folg‘!“

„Die herrschende Meinung ist die Meinung der herrschenden… Masse.“

Beide existieren in ihrer Rolle, weil sie an jenen Denkmustern festhalten, die ihre Handlungsmuster unvernünftig unverantwortlichen jedoch belohnten(!) Handelns auf der einen und die „Notwendigkeit“ ihrer belohnten(!) Aufpasser auf der anderen, als gesellschaftlich ungeschriebenen Vertrag beizubehalten versuchen. Letztlich sind beide am Arsch, solange sie an ihren Rollen(!) festzuhalten gedenken.
Und wer sich nicht in diesen Denkstrukturen bewegt, kann unter Umständen dieses traute Beisammensein gefährden.
Auffällig, dass man den Menschen an sich schon lange aus den Augen verloren hat und man sich in einem kollektiven Rollenspiel der Personalitäten (Pöstchen und Titeln) und Selbstentfremdung verfangen hat – im kollektiven Umfeld geistiger Abwesenheiten.

Nebenbei gesagt, wurden nahezu alle vom Menschen geschaffenen Institutionen, Methoden (Verdrängung, Schuldzuweisung, Stigmatisierung, Ausgrenzung) und Werkzeuge (Konventionen, Religionen, Politik, Ideologien, Recht und Gesetz, Geldsystem usw.) dazu gemacht, um den darin ruhenden geistigen Zustand belohntem Unbewusstseins zwischen Betreuten und Betreuern beibehalten zu wollen.

Da beide sich durch ihre Kernkonditionierung* vordringlich in der Außenorientierung bewegen, wird die „Schuld“ natürlich beim anderen gesucht. Das heißt, sie täuschen sich gegenseitig, der andere müsse erst handeln, damit man selber ins Handeln geht: der Arbeit an sich selbst. Widerstand, Kampf und Gewalt sind dabei äußere Handlung zum Schutze (Beibehalten, Sichern, Bewahren) bestehender, geistiger Umnachtung.

„Verzeiht, ich weiß, ihr meint es gut. Ihr habt es nur nicht zu Ende gedacht. Ihr wollt die Welt beschützen. Aber ihr wollt nicht, dass sie sich ändert. Wie kann die Menschheit gerettet werden, wenn sie sich nicht entwickeln darf?“ Ultron, aus dem Film „Avengers: Age of Ultron“

Die notwendige Intelligenz, um den Zustand selbst geschaffener Unmündigkeit zu ändern, mag also jedem selbst zuzutrauen sein.

Das bisherige Geldsystem ist in seinem Wesen hingegen davon gezeichnet, dass nicht mit geschaffene Zinsen zur Sicherung der Lebensgrundlagen des Bankers dienen und somit auch das Innenverhältnis zwischen Banker und Wertschöpfer symbolisieren: ein Lehensverhältnis.

Auf der anderen Seite herrscht die Vorstellung, dass lediglich das vorhandene Geld der Bankkunden an Dar-Lehensnehmer verliehen wird, was jedoch nicht stimmt. Was als „Geld“ betrachtet wird, wird bei einem Dar-Lehen aus dem Nichts durch Eingabe von Zahlen in den Computer geschaffen und findet sich später als „Sichteinlage“ des Dar-Lehensnehmers auf dem Girokonto wieder.
Die Teilhabe eines jeden am Zins, sorgt für die gesellschaftliche Selbstausbeutung. Zinsen sind symbolisch die Arbeit eines anderen.
Jeder der daran teilnimmt, ist somit an der Ausbeutung der Gesellschaft beteiligt und je größer der zinsliche Anteil ist, desto mehr sein Profit – ohne jedoch selbst Wertschöpfung betrieben zu haben.

Interessant bei diesem Gedanken, dass „leistungsfreie“ oder „leistungsfreigestellte“ Menschen als „Schmarotzer“ und „Parasiten“ stigmatisiert werden, um so einen Buhmann ins Leben rufen zu wollen, damit die Gesellschaft selbst nicht erkennt, dass sie ohne zu überlegen, diesen durch ihre Projektion nur selbst verkörpert, siehe die Georgia Guidestones.

Dabei verkennt die sich konventionell in einer hierarchischen Organisation bewegende Zivilisation, dass sie selbst mit ihren 6,5 Mrd. Mitstreitern, einen Parasiten gegenüber dem Planeten Erde darstellt. Es geht hier argumentativ auch nicht um das berühmte „entweder…oder“, sondern ums Umdenken an sich.

Und nur darüber bekommt man die Kuh vom Eis.

Wenn man sich nun dem Negativzins zuwendet, regt sich letztendlich nur der systemtreue und sich zunehmend leer ausgehend fühlende Profiteur, der sein schwer Erspartes dahinschwinden sieht. An dieser Stelle macht es Sinn, über Silvio Gesell nachzudenken und das mit dem Negativzins ein symbolischer Akt gesellschaftlicher Befreiung langsam Einzug hält.
Das Opfer wird für gewöhnlich dem Ganzen einen Hinweis seiner möglichen Zerstörung entnehmen wollen. Ihm gehört jedoch kein Mitleid, da dies nur seinen beklagenswerten Zustand mangelnder Selbstwertgefühls weiter festigen würde.
An dieser Stelle der Hinweis: Man selbst wählt sich die Rolle, die man einnimmt und man selbst kann sich jederzeit anders entscheiden und entsprechend an sich arbeiten und so selbst(!) umkonditionieren.

Dass es mit einer „Umverteilung“ in Form einer populistischen Werbebotschaft der Politik nicht getan ist, begründet sich in den vorangehenden Gedanken. Da auch die Politik und ihre „Sachbearbeiter“ unter dem Fokus des Geldsystems ideologisch-artig ihren Dienst nach Vorschrift ableisten.

„Nicht das Erreichte zählt, sondern das Erzählte reicht.“

Geld als Mittel für systemgerechtes Verhalten unter Belohnung oder im Fokus der Bestrafung bei Übertretung von Konventionen. Geld als Mittel für bedingte Liebe, Anerkennung und gesellschaftliche Zugehörigkeit durch Besitz, Hab und Gut.

Mit Geld verbindet man nicht selten das Thema „sparen“ (festhalten, sichern und bewahren) an sich und seine im Menschen ruhende Ursache des fehlenden Selbstwertgefühls, was durch ein individuell-gesellschaftliches Fremdwertgefühl überlagert wird.

„Leben ist ein Prozess, wo Fließen von Energie ein wesentliches Phänomen des Lebnes selbst darstellt.“

„Mein Haus, mein Boot, mein Auto.“

Somit bedingt Festhalten ein Nichtfließen und bedingungsloses Leben transformiert sich seit jeher zu einem bedingten Leben und das ist die eigentliche Existenzgrundlage der Macht: Bestimmen über das Leben anderer und damit dessen verbundene Wirksamkeit, zur Erhaltung der eigenen Existenzgrundlagen und damit verbundenem opportun-willkürlichen Handelns.

„Meine Fresse…“

Die einen haben und sind im Inneren leer und die anderen haben nichts und sind es ebenfalls. Bei beiden liegt die Aufgabe des Umdenkens. Denn sowohl der „Arme“, wie auch der „Reiche“ sind Teilnehmer eines Systems, was die Aufgabe in sich trägt, selbiges in Frage zu stellen. Das Geldsystem ist davon nur ein Teilsystem.

Das „eigentliche“ Geldsystem funktioniert, indem Geld aus dem Nichts geschaffen wird, im Markt als Tauschmittel für reale Produkte und Dienstleistungen dient, also fließt und nach Rückkehr zur Bank wieder im Nichts verschwindet, statt irgendwo gestapelt zu werden, weil es ja mal eine Katastrophe geben könnte – ein Gedankengut, beruhend auf mangelndem Selbstvertrauen.

Da das gesamte System sich aus den Verhalten, Konditionierungen und Konventionen des Menschen heraus selbst erzeugt, das Außen lediglich ein Spiegel des kollektiven Inneren darstellt und das Prinzip „Geist über Materie“ besteht, ist das Warten auf eine „Erlösung“ im Außen vergebliche Liebesmüh. Es gibt nicht den einen, sondern den jeden.

Scheißegal, wie jeder es drehen oder wenden mag: Die Aufgabe liegt bei ihm selbst.

Gedankenfragmente zum darauf Herumdenken:

Geld ist ein Mittel, um die Tauschbarkeit zwischen wertschöpfenden Strukturen zu ermöglichen – innerhalb eines sich selbst regulierenden Geldsystems.

Geld ist im Kern überflüssig, da es eine Welt der wertschöpfenden und nicht wertschöpfenden Handlungen ermöglicht, bei der eine Handlung zwischen wertvoll und wertlos (in der Regel fremdbestimmt) bewertet werden kann. Erst im Sinne der Bewusstwerdung (natürlicher Lernprozess, bei Entfaltung der Vernunft) als obersten Knoten, macht jede Handlung Sinn und bedarf so keiner Wertung mehr, da sie stets zu Erkenntnis führt.

Die Bewertbarkeit von Handlungen (geistiger und körperlicher Art), kann durch äußeren Einfluß von wesentlichen (unbelohnten) hin zu unwesentlichen (jedoch belohnten) Handlungen beeinflusst werden.

Ein Geldsystem, wo sich das Geld ohne eigene echte Wertschöpfung für einen selbst vermehrt, verliert seinen Bezug zur Realität und schafft wertschöpfungsfreie Strukturen.

Das Selbstwertgefühl zeigt sich in dem Moment, was man für ein Produkt und Leistung selbst zu zahlen bereit ist.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.