In Frage stellend

Im Kern mag es an der Zeit genug der betrachtenden Worte, Analysen und bereits lange verabschiedet, jener allseits geliebten Problemorientierung sein.

„Wer sich stets mit Problemen beschäftigt, ist selbst Teil des Problems, wenn er sich nicht daraus zu lösen vermag, da er meint Opfer sein zu wollen.“

„Ja, aber…“

Jene, die sich weiter in ihr bewegen, lässt man behaltenen Blickes zurück, und schon bald verklingen die leeren Worte jener Bedenkenträger und Diskutanten im Hintergrundrauschen des Wandels – ebenso jene, die sich nur durch Beschuldigungen zum Ausdruck bringen.

Wer glaubt, dass es eine Lösung gibt, die sofort wirkt und ohne irgendetwas dazuzulernen sofort verstanden wird, bewegt sich in der konditionierten Gewohnheit des Alten. Denn „Lösung“ bewegt sich stets außerhalb mehrheitlich vereinbarter Gewohnheiten und gesellschaftlicher Konventionen.

„Lösung ist nicht das Ziel oder ein sich schlagartig einstellender Zustand, Lösung ist ein Weg. ein Weg der Veränderung, ein Weg des Gestaltens.“

„Du kannst nichts dazulernen, wenn du dir selbst versagst, unbekannten Worten zu lauschen.“

„Zukunft ist nur dann ungewiss, wenn man sie nicht selbst gestaltet.“

Was mag Wissen dabei wert sein, wenn es angewandt, nur wieder das Alte hervorrufen würde, weil man symbolisch den einen Hammer nur gegen einen anderen tauscht?

„Wer entscheidet, was Unrecht und was Recht ist?“

Und was ist eigentlich Wandel?

Erkennbar, dass wir lediglich über eine Weile geltende Anschauung auf etwas verfügen, die sich auf unseren Gewohnheiten und damit verbundenen Konventionen beruht. Konventionen, die sich über lange Zeit entwickelt und eine beachtliche Zeit überdauert haben – jedoch auf wenigen Prinzipien beruht, die das Individuum in sich schon lange vergraben, vergessen und verdrängt hat.

Konventionen sind jene Basis, damit gesellschaftliche Kommunikation funktioniert.

„Du bist nur dann gut, wenn uns das gefällt, ist die Kernkonvention gesellschaftlich-geistiger Selbsthaltung der alten Weltordnung.“

Recht ist lediglich dazu gedacht, diesen Zustand aufrecht halten zu wollen und beruht auf: „Ich liebe dich dann, wenn du so bist, wie mir dies gerade recht ist.“

„Willkür, ob genehm oder ungenehm, bleibt Willkür.“

Und jene, die sich durch Erkanntes über die Konventionen hinweg zu heben wagen, erleben nicht selten ein Leben der Ausgrenzung. Doch bedeutet es tatsächlich Ausgrenzung, wenn man das eigentliche „Schafsgehege“ jener gesellschaftlichen Konditionierungen verlässt?

Und was ist eigentlich Wandel?

Wir schauen etwas an, beobachten und vereinbaren dann, was das Wahrgenommene sein soll, besser: wie es funktionieren soll.

Die dingliche Orientierung und damit verbundene oberflächliche Kategorisierung auftretender „Phänomene“ wird uns verordnet und so verlieren wir in der Regel das Gefühl weitreichender Zusammenhänge und münden in monokausalem Denken, Beschuldigung und Bestrafung.

„Hat jemand das Gottespartikel gesehen? Es lag gerade noch auf dem Schreibtisch.“

Der Mensch auf der Suche nach dem Kleinsten vom Kleinsten mit immer mehr Aufwand oder auf dem Weg zu fernen Planeten und neuen Heimaten. Doch bleibt das Wahrgenommene nur eine Wechselwirkung zwischen Beobachtetem und Beobachter. Dinge und Sachverhalte sind Ergebnisse von Wechselwirkungen.

„Mama, ich gehe jetzt spielen. Die Hausaufgaben mache ich später.“

Die Welt ist nicht die Erde. Welt ist nur der Begriff für eine umfassende Anschauung und wenn sie untergeht, vergeht lediglich jene Anschauung. Es ist lediglich die Angst, die Leben töten lässt. Töten, als gewaltvolle Handlung der Gegenwehr.

„Gewalt ist nur das Werkzeug selbst auferlegter Unbewusstheit, um diese weiter beibehalten zu wollen.“

„Angst ist nur ein Signal, dass zur gegebenen Betrachtung Informationen fehlen.“

Schmerz entsteht dabei durch Festhalten an Gewohnheiten, was wiederum Auswirkungen auf das Leben an sich und die Materie hat. Materie, jenes „begreifbare“ Abbild, was Informationen speichert und genauso dem Entstehen, Sein und Vergehen unterliegt, wie ein Gedanke, der eine Weile geltend erscheint und wieder vergeht, gleich einer zarten Berührung, vergehend doch ewiglich bleibend, verändernd.

Der Gewohnte will von diesen Dingen in der Regel nichts wissen, in dem er zeigt, dass er sich ausschließlich dem gedeckten Tische nähert, um dem Aufgetischten seine Aufmerksamkeit zu widmen.

Ich denke, jenen ist damit nicht wirklich gedient. Denn der Nutzer kann nur nutzen. Nutzen, was andere gestaltet haben.

Und wenn sie schon keine Gestalter sein mögen, so macht es vielleicht Sinn, was gestalten bedeutet und wohin die Reise uns führt.

Gestalten ist Organisieren. Belebend, beliebend, erlebend, erliebend.

„Es gibt wenige Schiffbauer, jedoch viele Seeleute.“