Konventionen – von Denk- und Handlungsweisen

Folgendes mag wie eine Wiederholung klingen und richtet sich an jene, die langsam das Gefühl entwickeln, dass jegliche Problembetrachtung und ihrer fortlaufenden Aufzählung zu nichts zu führen scheint.

Das wiederum zeigt, dass es nicht mehr nur um Inhalte geht, sondern um das Erkennen des dahinterliegenden Prinzips der Problembetrachtung. Das ist das eigentliche Muster – das Verhaltensmuster.

Nicht nur die klassische Schulmedizin ist von der Behandlung von Symptomen durchdrungen. Es betrifft mehrheitliches Denken bei der Wahrnehmung und Behandlung sicht- und spürbarer Probleme und ihren „Verursacher“ auch im Allgemeinen.

Die konditionierte Außenorientierung verstärkt zudem dieses Dilemma, in der Vorstellung, dass andere an der betrachteten oder erfahrenen Situation „schuld“ sind.
Dem kommt hinzu, dass man sich als Betroffener dabei gegenseitig noch anstachelt, im Glauben, weil es schon immer so war und es ja viele auch so machen, sei es auch als richtiges Handeln zu werten.
Der Gleichgesinnte trifft sich auf der Ebene gleichgeschalteter Konditionierung – nicht selten aus dem Antrieb der Problemorientierung heraus, wird man dann zum „Bruder“.

Zu Beginn mag es auch erst einmal richtig sein, weil es bei den anderen ja auch so ist. Das nennt man Anpassung.
Doch sollte man sich dahingehend selbst prüfen, ob es irgendwann als Lösungsverhalten (also der Vorstellung, darin schon „die Lösung“ gefunden zu haben) ausreichend ist, wenn man sich entschließt, dass die „schuldigen Verursacher“ einfach nur „weg“ müssen.

Denn wie sich irgendwann herausstellt, handelt es sich bei den meisten Verhalten (Kampf, Aufgeben, Flucht, Ignorieren &c., in Verbindung mit Beschäftigung, Unter-Haltung und Ablenkung &c.), die gesellschaftlich anerkannt sind (Konventionen), um vom Menschen geschaffene Verdrängungsmechanismen.

Dabei sind Willensbekundungen, Absichtserklärungen, Klagen, Jammern, Greinen, Wimmern und sich Beschweren lediglich Mittel, um das Gefühl erzeugen zu wollen, genug getan haben.

Auf der anderen Seite werden die Probleme derart aufgebauscht, damit es in jedem Fall einer Masse bedarf, um diese Probleme „aus der Welt schaffen“ zu wollen. Das nennt sich dann Revolution (to revolve = im Kreise drehen).
Der findige Anführer weiß sich dabei hinter der Masse anstachelnd verstecken zu wissen – während die Masse der Meinung ist, dass sie nur hinter ihm stehen müsse (wenn die Kugeln kommen). Wie man dieses Verhalten bezeichnet, mag jedem selbst überlassen sein.

„Wir müssen Masse bilden.“

Da man dem bewusstlosen Volk nicht erzählt, wie es „funktioniert“ und dabei funktionierend gehalten bleibt, solange es selbst nicht in der Lage ist, dies selbst erkenne zu wollen, dient ein Aufstand lediglich zur Ausmischung des Volkes, zur Beseitigung bestehender Betreuer und Austausch gegen andere oder bis es sich einfach nur von der Beschäftigung erschöpft ist und sich die anderen als Schuldige an diesem Zustand aussucht, zurückzieht und „kleine Brötchen im Außen“ backt. Ich schreibe das mit Absicht provokant.

Denn das Volk glaubt nur, dass es lebt, denn funktioniert es nur durch die Fremdbestimmung und gern gewählter und gehörter Märchenstunden gerechter Glückseligkeit seiner Betreuer.
Und so bleibt die gewohnte „öffentliche Ordnung“ im fröhlichen Reigen der Konventionen unangetastet.

Das ist jedoch notwendig, damit er nicht auf die Idee kommt, es wohlmöglich in Frage zu stellen und selbst mit einer echten Bedeutung zu füllen, was ihm glücklicherweise mit süßen Worten bereits dargelegt wird, wie Demokratie, Freiheit, Selbstbestimmung, Liebe, Frieden, Gerechtigkeit, Werte, Würde, Verantwortung, Vernunft &c.

„Deutsch, deuten, Bedeutung. Aufgabe erkannt?“

„Die Menschen leben in einem freien Land.“ „Ein Land ist ein künstlich geschaffenes Gebilde nach Völkerrecht, was wiederum ein von Menschen geschaffenes, künstliches Regelwerk ist, um das Unteilbare künstlich überlagert unterteilen zu wollen und letztlich in seiner künstlich geschaffenen Begrenztheit zu Grunde geht –wenn nicht umgedacht wird.“

Das ganze Tamtam findet in der Regel nur statt, um einen wesentlichen Mechanismus, der in der Mehrheit bis jetzt unbetrachtet geblieben ist und „unbewusst“ durch die Verdrängung vom Individuum „geschützt“ wird: die Selbstenttarnung der als „Vernunft“ getauften, kollektiv vereinbarten Unvernunft.

In der Regel herrscht im Umfeld ziemliche Stille, weil es nun ans „Eingemachte“ geschaffener Besitztümer, Habe und Gut geht und dann die Verdrängung voll zuschlägt. Und wenn dies nicht auf „natürliche und freiwillige Weise“ durch  Erkenntnis und entsprechendem Handeln geschieht, dann spannt sich der Bogen, bis man jenes „abgenommen“ bekommt.

„Wer Unvernunft lebt, wird Unvernunft erfahren.“

„Der Sammler hinterfragt nicht, warum er ein Sammler ist, wenn das Gesammelte ihm gut tut – zumindest eine Weile, bis er süchtig vom Sammeln ist.“

 „Das war schon immer so.“

„Was den Menschen unter anderem ausmacht, ist sein Verständnis zum Ganzen, damit sein Denken, seine Sprache und seine Kultur sowie die Fähigkeit, sich entsprechend selbst und die eigenen Verhaltensmuster in Fragezustellen, um sich den Veränderungen anpassen und entwickeln zu wollen.“

Doch lieber fühlt man sich im treuen Glauben, nur genug vom gewohnten Handeln – nach dem Prinzip „vom mehr des Selben“ tun zu müssen, damit sich die wahrgenommenen Probleme irgendwann „auflösen“ oder man schnell einen Schuldigen ausfindig macht, der „verurteilt“ und alsdann „entsorgt“ wird.

Die Masse sieht sich kollektiv in der Position, dass ihre Mehrheit, die Unvernunft durch „Vernunft“ übermalt, auf dem rechten Wege ist – zumindest solange, bis der Schmerz des Festhaltens daran groß genug geworden ist, bis man loslässt. An dieser Stelle sieht man, dass sich der Mensch selbst im Wege zu stehen scheint, während er nach Freiheit zu greifen versucht, während er sich auf die Finger schlägt.

All diese Verhalten sind Garanten für die Matrix, in der sich nach wie vor die Mehrheit bewegt. Durch die vorwiegende Außenorientierung kommt hinzu, dass aus dem Mechanismus der Selbstreflektion (zur Entwicklung) eine Projektion (zur Verdrängung) wurde. Die Selbstreflektion als wesentlicher Mechanismus zur selbstbestimmten Selbstentwicklung, die Projektion als Handlungsmuster der Verdrängung (Schuldzuweisung).

Denn der Prozess gewünschter Veränderung besteht nur zum einen Teil in der Feststellung jener als Probleme bezeichneten Symptome und darüber hinaus einem Prozess der Lösungsentwicklung, der über  gewohntes Verdrängen (z.B. „Merkel muss weg“, die „EU muss weg“) hinausgeht.
Verdrängen hat dabei nichts mit Denken zu tun, sondern mit konditionierter Verdrängung sorgt dafür, dass man sich selbst(!) von seinem eigenen Entwicklungsprozess abhält.

Hinzukommt, dass fortlaufendes, gegenseitiges Befruchten mit Problemen, man sich gegenseitig „unterhält“. Vielleicht erkennt nun der eine oder andere, dass die klassischen Medien in der Regel genau diesen Weg beschreiten und sich die alternativen Medien zwar durch ihre Inhalte, jedoch nicht vom Prinzip her – was jedoch wesentlicher Natur ist – unterscheiden und alles miteinander in Verbindung steht.

Wenn man das Verhalten der Problemorientierung im Kern beibehält – es nicht damit getan ist, die „Wahrheit“ der anderen, ständig nur als „Lüge“ enttarnen zu wollen. Denn auf diese Weise bewegen sich auch die Aufklärer weiter in einem von den anderen initiierten geschlossenen Raum.

An dieser Stelle kommt wieder die vorwiegende Außenorientierung zum Tragen, die als Grundkonditionierung dem „Widerständler“ seine manipulierfähig zeigt und ihn dort hält, wo er verbleiben soll: in der Problemorientierung – und weit weg von jeder Infragestellung. Denn Denken hat nichts mit Verdrängen zu tun.

Und genau dieser Prozess mag von den Systemteilnehmern (das „System“ ist ein übergeordnetes Ganzes, was nahezu alles auf diesem Planeten künstliche überlagert und aus den Verhalten, Konditionierungen und Konventionen der Gesellschaft heraus von jenen selbst erzeugt wird.). Etwas wird zum System, weil es sich stets auf die gleichen Denkweisen, Verhalten und Methoden zurückführen lässt.

„Wir arbeiten mit System.“ (Das haben wir schon immer so gemacht.)

Das Wiederholung bestimmter Methoden und Herangehensweisen nennt man vereinfacht ausgedrückt lernen und damit ein System sich auch weiter erhält, lehrt man alle Methoden und Denkweisen, die es erhalten.

In der Hierarchie, der Organisationsform eines Systems geschieht dies nicht nur durch Vorgesetzte, sondern Vorgesetze und ihre Methoden dafür zu sorgen, dass „Entsprechendes“ „gelernt“ wird. Die beiden Methoden lauten „Belohnung“ (für systemgerechtes Verhalten) und Bestrafung (für systemwidriges Verhalten).
Das sind die beiden wesentlichen Methoden der Fremdbestimmung.

Vorhin erwähnte ich die beibehaltene Problemorientierung und damit verbundene Verdrängung (Bekämpfen und Kaschieren) wahrgenommener Probleme.

Die künstliche Erzeugung von Problemen – vor allem scheinbar unüberwindbarer – passt sich in das Verhalten plötzlich auftauchender „Problemlöser“ (die in der Regel selbst mit der Verdrängung zu kämpfen haben, jedoch sich zu beschäftigen wissen, vor allem, wenn es eine Belohnung dafür gibt, das man sich mit „Problemen“ beschäftigt, nahtlos ein.
Auf der anderen Seite jene, die gerne derartige Probleme anderen überlassen.

Im Kern haben wir es im alten System mit Problemerzeugung und deren symptomhafter Beschäftigung zu tun, was letztlich nur eine kollektiv vereinbarte Verdrängung – also eine Konvention – darstellt.

„Sie haben ein Problem? Wir haben die Lösung.“

Der Verdrängung kann man jedoch auch ein gute Seite abgewinnen: Das Individuum entscheidet letztlich selbst, wenn es sich bereit für eine Veränderung erklärt und diese zulässt und welche Erfahrungen es dabei machen mag.

Auf der anderen Seite ziegt sich, dass das Verlassen des Landes nur eine Flucht ist, um sich dem eigenen, eigentlichen Entwicklungsprozess entziehen zu wollen, während andere die Chance erblicken ihren Schrott einer außenorientierten Masse oktroyieren (auferlegen) zu wollen und auch nur eine Statistenrolle spielen, dass der Mensch endlich ZU SICH FINDEN MAG. Denn dort findet er alles, was er im Leben im Außen zu suchen versuchte.

„Die Welt hat bereits begonnen, ihre Arsenale wieder aufzufüllen.“ „Das ist die menschliche Natur, Charles.“
„Ich habe trotzdem Hoffnung.“ „Oh, ja…Hoffnung.“ „Ich habe bei Raven recht behalten. Ich hab‘ sogar bei Dir recht behalten.“
„Und was ist mit der restlichen Welt? Weckt es dich nicht manchmal mitten in der Nacht auf? Das Gefühl, dass sie eines Tages kommen werden, um dich abzuholen? Dich und deine Kinder?“ „Doch. In der Tat.“
„Was tust du, wenn du davon geweckt wirst?“ „Ich empfinde großes Mitgefühl für die arme Seele, die zu meiner Schule kommt und uns Ärger machen will.“ Dialog zwischen Dr. Xavier und Erik Lensherr, X-Men – Apocalypse

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