„Lösung“

Man kann sich ja echt „die Zähne daran ausbeißen“, wenn es in einem Dialog um die Verwendung und Bedeutung des Begriffes „Lösung“ geht.

Während die Mehrheit gewohnt ist, Probleme überall dort (schnell) lösen zu wollen, wo sie sicht- und spürbar in Erscheinung treten, verbundenen mit entsprechend auserkorenen Schuldigen, basiert dieses Denken und Handeln auf der Bekämpfung von Symptomen, wie wir es ja bereits von der klassischen Schulmedizin her kennen. Warum sollte die Denke der Gesellschaft sich auch von der Denke der Ärzte unterscheiden?

„Wir brauchen durchdachte Lösungen, die schnell realisiert werden können.“

Erfahrungsgemäß sind jene, wenn sie nach einer Lösung Ausschau halten, komischerweise auch recht kurz angebunden und erwarten die Lösung „gewohnt“ auch in wenigen Worten präsentiert, so wie man ein Pflaster auf eine Wunde klebt oder eine Tablette gegen Kopfschmerzen nimmt.

Dabei soll die Lösung sowohl leicht verständlich sein und das bereits Erkannte womöglich noch vortrefflich bestätigen: Merkel muss weg, Deutsches Reich und Friedensvertrag. Drum sei die Frage erlaubt wie dies der jeweilige Verkünder SELBST erreichen will?

Ist es nicht vielmehr nur der Ausdruck „belebter Einfachheit“?

Alles was darüber hinausgeht, was mir bisher auffiel, scheint so mancher kaum in der Lage zu sein, seine Aufmerksamkeit entsprechend eine Zeit lang aufrecht zu erhalten, wenn er etwas Ungewohntes vernimmt. Man kann dabei förmlich sehen, wie der das Gehörte mit dem Bekannten vergleicht – und nicht selten erlebe ich, wie des beim Hörer im Kopf „klick“ macht, und dann ist er ausgestiegen.

Die Welt ist ein vernetztes Ganzes, wo man zwischen der Ebene der Prinzipien (Gesetzmäßigkeiten) und daraus entstehenden Inhalten unterscheiden muss. Was ein Umdenken sowohl für die Herleitung von größeren Zusammenhängen wie auch zur Entwicklung von Lösungen erfordert – unumgänglich macht. Wahrscheinlich auch der Grund, warum die Zahl möglicher Kommunikationspartner somit recht dünn ausfällt. Denn sonst wären sie ja da.

„Du musst das so formulieren, dass es alle verstehen.“ „Okay, dann werden aus den fünf Seiten so etwa 30 Seiten. Würdest du es dann lesen?“ „Nee, das ist ja viel zu viel.“ Man sieht, die Entscheidung liegt stets bei jenem selbst.

Da kann man schon verstehen, warum sich die Politik und die Religion schwertun, wenn Entwicklung als etwas verstanden wird, was mit Bestandserhaltung, Ablenkung und Beibehalten der Betreuung zu tun hat.

Wenn die Politik offiziell alles daran setzen würde, den menschlichen Entwicklungsprozess zu forcieren, statt der gewohnten geistigen Bestandserhaltung nachzukommen, wie es die Masse befürwortet, wäre die Politik arbeitslos (was sie ja seit 1956 rechtlich bereits ist.).
Zumal es auch offensichtlich dem Prinzip der Freiwilligkeit im direkten Fall widersprechen würde und ja für alle „unangenehme Spannungen“ zur Folge wäre. Denn letztlich ist erkennbar, dass jeder für seine eigenen Sachen und was ihm widerfährt, selbst verantwortlich ist.

Die Beharrlichkeit Individuums gegen seine eigene Entwicklung beruht auf seiner eigenen Entscheidung, entstanden aus der Situation in der Familie „für „neue Fürze geahndet“ worden zu sein. Gleichschaltung beginnt dort, wo der Mensch nur dann erwünscht ist, wenn er sich so verhält wie andere.

Denn führen fremde Informationen stets zu Veränderungen und die gilt es zu vermeiden, was wiederum zu weiterer Abgrenzung zu anderen Strukturen führt. Um dies zu verstärken bildet man Überkategorien wie „Kommunismus“ und „Kapitalismus“ etc., um sich letztlich von anderen zumindest „per Etikett“ abgrenzen zu wollen.

Im Kern unterscheiden sich lediglich die Sicht- und Handlungsweisen, wie man die heimische Hierarchie weiter aufrecht zu erhalten gedenkt. Auf diese Weise baut man sich im Inneren zunehmend eine Illusion auf, die dann irgendwann in sich zusammenbricht.

„Verhaltensmuster ändern sich nie, sie sterben immer nur aus.“

Man arbeitet gemeinschaftlich nach Außen lieber nach dem Prinzip: „Das Volk hört gerne seine Meinung von jenen, die es auserkoren hat.“ Das nennt man auch den gesellschaftlichen „Deadlock“ und erhält so die Struktur aus Vorgesetzten und Untergebenen – zusammengefasst, die Hierarchie.

Auf der anderen Seite erkennt die Politik, dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann, wenn die kollektiv geduldete Unvernunft die Kernursache mehrheitlich wahrgenommener Unsäglichkeiten darstellt, doch die Masse durch ihr Besitzgebaren an diesem „kleinen Umstand“ festzuhalten gedenkt. Diese verbunden mit der Vorstellung, Lösungen ja, aber bitte nur symptomhaft oder „woanders“. Der Knall beim Erwachen wird entsprechend laut sein.

Im Sinne des Wandels ist die klassische Politik bemerkenswert, da sich dadurch der Druck auf die Verhaltensmuster der Masse erhöht – sich erhöhen muss, weil sie an ihren Denk- und Verhaltensmuster festhält, die zu jenem System führen, was sie zunehmend gleichzeitig ablehnt.

„Artig sein“ hat dabei etwas mit systemgerechtem Verhalten zu tun. Da spielt BRD oder Deutsches Reich überhaupt keine Geige – noch ein „Gelber Schein“ oder ein Personenausweis.

Übergreifende Kommunikation?
Es zeigt sich, dass auf unterschiedlichen Kommunikationsebenen sowohl Begriffsumfang und -bedeutung ein andere sind. Gregory Bateson fand für solche Situationen die Metapher als übergreifende Kommunikationsbrücke sehr treffend.

„Der Fisch weiß nicht, dass er im Wasser schwimmt. Das kann ihm nur der Angler sagen, wenn der Fisch ihn nur verstehen würde.“

Passende Antworten dazu waren schon: „Aber Fische können doch gar nicht reden“, „ja, aber der Fisch will das ja gar nicht wissen“ und „wir sind alle eins.“

Um es möglichst treffend auszudrücken, erscheint man dem anderen als Lehrmeister, was im Kern jedoch nur der gewohnte Selbstunterwerfungs- und Verdrängungsakt darstellt, denn: Warum sollte man mit einem Erwachsenen wie mit einem Kind sprechen?

Was auf der anderen, wenn dies geschieht, auch wieder falsch interpretiert wird und derjenige nicht als Kind „behandelt“ werden will. Also was nun?

Willenbekundungen allein reichen nicht aus, wenn es nachfolgend wieder willkürlich gehandhabt wird –  also wie es gerade opportun erscheint: „Ich will nicht wie ein Kind behandelt werden, erkläre es mir aber so, als ob ich eines wäre.“

An dieser Stelle bleibt für mich immer die Frage, ob man so manchen Akteur nicht in einfach seiner Glaubensorgie belässt oder ob es von Bedeutung ist, das Gedachte auch auszusprechen. Ersteres würde es natürlich viel Zeit ersparen, weil man sich nur um die eigene Entwicklung zu kümmern braucht und aktuell entwickelt sich ja alles ganz prima.

P.S. Auf der anderen Seite kommen nicht nur die Deutschen um diese Thematik nicht drumherum.

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