Manchmal…

(v1.3) … siehe ich den Wald vor lauter Bäume nicht. Ich musste gestern so lachen, als mir in einem Dialog mit einem Bekannten noch Weiteres zum Thema „Geldsystem“ klar wurde.

Bei einem Dar-Lehen, wird durch Eingeben von Zahlen* aus dem Nichts, nicht wirklich etwas von Wert geschaffen. Bei der „Rückzahlung“ sind ja nicht nur die zusätzlich zu erwirtschaftenden Zinsen durch den Dar-Lehensnehmer zu erbringen, die als Symbol für das Dar-Lehensverhältnis stehen, sondern auch die Tilgung. Letzteres hatte ich in der Tat übersehen.
Beide – Zinsen und Tilgung – stehen symbolisch für das Verhältnis zwischen Dar-Lehensnehmer und Dar-Lehensgeber. Der Dar-Lehensnehmer stellt dem Dar-Lehensgeber sowohl Zeit wie auch seine Wertschöpfungsfähigkeit zur Verfügung (in der er sich nicht wirklich auf natürliche Art und Weise entwickeln kann) und erhält dafür beim „Arbeiten und Geld verdienen“ Zahlen auf dem Konto und mit Zahlen bedrucktes Papier, als Ausgleich. Von diesen er dem Dar-Lehensgeber einen Teil abgibt.
Das einzige, was da also bleibt, ist das Dar-Lehensverhältnis in Form einer hierarchischen Anordnung. Die wiederum ihre Ursachen in der Beziehung des „Ichs“ zu seinem Menschen hat. Siehe: Esau und Jakob.

Und da Zahlen oder mit ihnen bedrucktes Papier nichts wert sind, kann man auch nichts „kaufen“, was einem dann „gehört“ oder man sein „Eigen“ nennen kann. Es ist nach wie vor nur ein Spiel, alle tun so als ob – ohne es jedoch zu wissen.
Deshalb kann man auch ein Haus oder was auch immer jemandem nicht wirklich wegnehmen, weil niemandem etwas „gehört“ – gleich wie viel er auch dafür „bezahlt“ oder an Kredit aufgenommen hat. Es ist lediglich der kollektive Glaube daran, es sei so.

„Die Menschen betrachten sich als einzigartig. Ihre gesamte Existenztheorie beruht auf ihrer Einzigartigkeit. „1“ ist ihre Maßeinheit. Aber so ist es nicht. All unsere Kommunikationssysteme sind nur ein hilfloser Versuch. „1“ plus „1“ gleich „zwei“. Mehr haben wir nicht gelernt.
Aber „1“ plus „1“ war noch nie gleich „zwei“. Tatsächlich gibt es keine Zahlen und keine Buchstaben. Wir benutzen Symbole, um unsere Welt auf menschliche Größe zu reduzieren, damit sie verständlich ist. Wir haben ein System erschaffen, dass uns das Unergründliche vergessen lässt.“ Lucy, 2014

Der Gläubige ist dabei umso gläubiger, je mehr er seine Vorstellung etwas sein Eigen zu nennen, auch zu verteidigen, dafür zu kämpfen oder andere dafür zu instrumentalisieren – ja auch selbst „zu Kreuze zu kriechen“, sich zu unterwerfen oder andere „geschickt“ zu unterwerfen weiß. Wer das Geldsystem in Frage stellt, der stellt damit auch seinen Glauben in Frage.

„Alle Grenzen sind Konventionen, die nur darauf warten, überwunden zu werden. Man kann jede Konvention überwinden. Man muss diesen Schritt nur erst begreifen.  In solchen Augenblicken spüre ich Deinen Herzschlag so deutlich, wie den meinen und weiß, dass dass unsere Trennung nur eine Illusion ist. Mein Leben reicht weit über meine Grenzen hinaus.“ Cloud Atlas, 2012

Das geht also alles nur solange, wie an den Wert von mit Zahlen bedrucktem Papier geglaubt wird und die Vorstellung, man könne etwas oder jemand „kaufen“, der/das einem dann „gehört“ oder „hörig“ ist, während Bedingungen geschaffen werden, die eine Schuld erzeugen, die wiederum zu begleichen ist.

Bei einem „Geldschein“ ist es die aufwendige Gestaltung, die den gefühlten Wert vortäuscht, der sich die „Zahl“ dazugesellt, verbunden mit der Vorstellung, was man alles dafür „kriegen“ kann – ganz besonders, wenn man schön „brav“ und „artig“ ist – gegenüber einer Autorität oder dem „Nikolaus“ oder „Knecht Ruprecht“.

„Credere.“

Das wiederum zeigt, dass im Kindergarten oder bereits zu Hause durch „Räuber und Gen-Darm“ sowie das „Spiel mit dem Kaufmannsladen“, der junge Mensch aus ein System individuell-gesellschaftlicher Selbsttäuschung vorkonditioniert wird – während der Kindergarten mit der Gesellschaft nachher unverhohlen weitergeht.
Dies, weil die bisherigen Denk- und Verhaltensweisen dahinter nicht wirklich hinterfragt wurden.
Wenn so mancher seine „Ruhe haben“ will, hat das in der Regel damit zu tun, weiter seine Denk- und Verhaltensweisen pflegen und „vor Abnutzung“ schonen möchte.

So etwas wie „den Ernst des Lebens“ gibt es demnach auch nicht. Der „Ernst“ ist dabei nur eine – durch Bestrafung oder Abschauen – anerzogene oder angenommene Märchenstunde – hervorgerufen durch den Irrglaube, dass eine „(da)vorgesetzte“ Autorität wüsste, was „gut und richtig“ sei.
Jedoch wird übersehen, dass auch der Mensch in der Rolle der „Autorität“ einst mit der gleichen Sichtweise begann, das Spektakel erfassen zu wollen, wo auch er hineingeboren wurde. So am Rande.

Wenn lediglich der Glaube, das irgendetwas wert sei, das Ganze ausmacht, ist alles was geschaffen wurde – klassisch ausgedrückt – auch nichts wert. Wenn man mit Geld Gold „kaufen“ kann, so denke ich dabei an „El Dorado“ und das Gold nur ein Metall ist – wie jedes andere. Es sind lediglich die Denk- und Verhaltensweisen, die einen Wert zu erkennen meinen, was auf den „Jakob-Segen“ verweist, wobei „Jakob“ das „Ich“ des Menschen verkörpert, dem der Mensch unterworfen ist – solange der Mensch, sein „Ich“, seine Denk- und Verhaltensweisen nicht hinterfragt und – von wesentlicher Natur – auch in Frage stellt.

Das was bei der Wertschöpfung „glänzt“, ist lediglich dass Ergebnis eines Wertschöpfungsprozesses, der im Grunde nur ein Zwischenergebnis einer Entwicklung ist – etwas Geschaffenes, was lediglich dazu dient, das Gelernte in eine Form zu speichern. Darum geht es im Kern… im Wesentlichen… um die eigene Entwicklung. (Anmerkung: Ich mag den Begriff „Gesellschaft“ nicht mehr so oft verwenden, da es auch nur der Name einer Institution ist, hinter der sich der Einzelne zu verbergen versucht, bzw. von ihr überlagert wird.)

Der Akt der Entwicklung wird durch den Schein überlagert, der in der Regel von der Mehrheit nur wahrgenommen wird, weil auch ein öffentliches, tiefer gehendes Verständnis nicht gewünscht ist, da so die kollektive Märchenstunde offenbart wird. Was bedeutet, dass eine große Mehrheit, doch nicht so schlau war, wofür sie sich hielt, weil sie einer Täuschung erlegen ist. Eine, die ihre Ursache in der „besten“ Täuschung hat: Dass der Mensch denkt, er sei sein „Ich“.

Was als „Produkt“ oder „Dienstleistung“ erfasst wird, wo auf der einen Seite der Wert hoch und auf der anderen Seite möglichst niedrig gehalten wird – während auf beiden Seiten eine anerzogene Märchenstunde im Kopf herrscht.

„Goethe sagte: „Man muss das Wahre immer wiederholen.“ Der Kaufmann sagt: Man muss die Ware immer wieder holen.“ Erkennen Sie den Unterschied?

Man lässt sich vom Schein blenden, während das Wahre übersehen wird. Wer ab und zu – ich bin ja staatenlos – meine „Wie-halte ich-ich-das-Finanzamt-auf-Trab“-Webseite (Medienkommunikation) besucht, findet unter dem Punkt „Energie“ die Aussage, dass der (Mensch in der Rolle als) Kunde den Preis selbst bestimmen kann.
Denn so würde er nur zum Ausdruck bringen, was er sich letztlich selbst „wirklich“ wert ist, während – klassisch – sein Gegenüber versucht einen hohen Wert vorzutäuschen – während sich beide selbst täuschen.

Marketing-technisch ist das natürlich ein „No-Go“. Doch wer sagt, dass es mir darum geht, mich im Markt anzupreisen? Soviel mal zu „all jenen“ – die meinen nicht nur zu denken und auch meinen machen zu müssen.

Hinter meinem Handel gibt es nur eine Absicht.

* In der Natur gibt es keine Zahlen.

„Die IBBC ist eine Bank. Deren Ziel ist es nicht den Konflikt zu kontrollieren. Die wollen die Schulden kontrollieren, die der Konflikt verursacht. Wissen Sie, der eigentliche Wert eines Konflikts, der wahre Wert, liegt in den Schulden, die er verursacht. Wer die kontrolliert, kontrolliert schlichtweg alles. Sie finden das beunruhigend, ja? Aber darin liegt das wahre Wesen des Bankgewerbes. Man will uns – egal ob als Länder oder Individuen – zu Sklaven der Schulden machen.“ „Umberto Calvini“, The International, 2009