Neuorientierung gesellschaftlicher Grundstrukturen – Von Softwarearchitekten und Usern

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum es Betriebssysteme gibt?

Betriebssysteme gewährleisten in der Regel die Kommunikation zwischen den Komponenten eines Computers, wie auch dem Anwender, um für und mit ihm bestimmte Aufgaben zu erfüllen und den Umgang mit Informationen und anderen Systemen zu erleichtern.

Und wenn man sich umschaut, besteht sogar die Möglichkeit ein komplett anderes Betriebssystem aufzuspielen und der Computer erfüllt wiederum seine Aufgaben für den Anwender.

In der Regel arbeiten die Komponenten nahezu lautlos miteinander und stehen in einer sauberen Kommunikation, also Wechselwirkung zu einander. Eine tolle Idee.

An einem 3D-Computerspiel lässt sich das besonders gut erkennen, wenn man es mit sogenannten „Flaschenhälsen“ zu tun hat. Das sind Schnittstellen ob soft- oder hardwareseitig, wo bspw. der besten Grafikkarte die Luft ausgeht, wenn der Datenbus also die Breite parallel zu transferierender Daten zu klein ist oder die Anzahl der Texel (texturierte Pixel) oder der Polygonen zur Darstellung der Oberflächen in der Szene die Leistungsgrenzen des Grafikprozessors schlichtweg überschreiten oder der Grafikspeicher dafür zu gering ist, so dass Daten auf den normalen Arbeitsspeicher über den zentralen Datenbus ausgelagert werden müssen usw. Es kommt zu Verzögerungen.

In der Regel gilt es, das Handling der Szenenkomplexität, bei gegebener Leistungsfähigkeit der Hardware, im Sinne der obersten Überschrift des Anwenders zu erfüllen: Begeisterung am Spielen.

Flaschenhälse wirken hier also kontraproduktiv.

Wie steht es mit unseren Systemen aus?

Scheinbar gehören Flaschenhälse zum Alltag. Je mehr, desto besser. Haben alle was zu tun. Denn von denen profitieren jene, die den Satz gewohnt sind: „Da suchen Sie sich einfach eine Marktlücke und bieten dafür eine Lösung.“

Jene, die sich nun dazu berufen fühlen, sehen sie darin natürlich die Möglichkeit, ein Geschäftsmodell etablieren zu wollen. Es erfolgt die Unterteilung der Unterteilung.

Ich spreche von sogenannten klassischen „Problemlösungskonzepten“, die sich nachrangig als Systemverkomplizierungen enttarnen, zwar augenscheinlich die festgestellten Probleme zu lösen scheinen, jedoch nach dem Motto der Problemverschiebung oder Problemkaschierung arbeiten und dem „vom Problem befreiten System“ auf Dauer nur Energie entziehen.

Schlimmer ist, dass durch jene Kaschierungen über die zeitliche Verzögerung zwischen Ursache (Implementierung der Lösung) und Wirkung stets weitere große und kleine Schauplätze, die sogenannten Nebenwirkungen entstehen. Die bis dato erleichterten Systemteilnehmer gehen aus Mangel an Verständnis für Zusammenhänge und Wechselwirkungen in komplexen System stets von neuen Problemen aus, die es wiederum zu „lösen“ gilt. Und der Kreislauf beginnt von vorne. Es ist jedoch kein Kreislauf, sondern eine langsame Vergiftung durch zunehmende Komplexität, bei einhergehendem Verfall.

Von Wertschöpfern und Beschäftigten

Denn dies führt dazu, dass das System immer mehr an Struktur und Verwaltung jener zunimmt, die dann anschließend von den Systemteilnehmern (Gesellschaft) mit zusätzlichem Energieeinsatz (Ressourcen, Energie, Arbeitseinsatz und Geldmittel und allen damit verbundenen gesellschaftlich-ökonomisch-ökologischen Auswirkungen) wieder aufrecht erhalten werden wollen. Das System transformiert lautlos von einst für die Gesellschaft symbiotisch wirksam und wendet sich nun zunehmend gegen die Gesellschaft und mutiert zum Parasiten.

Und weil das alle so fleißig mitmachen, weil es nie anders gelernt wurde – woher auch – schafft sich die Gesellschaft selbst ihre Umfelder, die mit zunehmender Komplexität immer insuffizienter werden (Systemfunktion und dazu notwendiger Energieaufwand zu Erfüllung er Funktion und stehen zunehmend in keinem gesunden Verhältnis mehr, dass System erkrankt.) und zu altersschwachen Pflegefällen degenerieren. Der damit einhergehende Kampf ums „Überleben“ beginnt bereits sehr früh, wird dann  sichtbar, wenn immer mehr Systemteilnehmer aus scheinbar unerfindlichen Gründen „auserkoren“ sind, keine mehr sein zu dürfen, weil andere ihre erheischten Plätzchen zunehmend gefährdet sehen.
Oh, da ist es ja, das „Gegeneinander“ und mancher dreht dann sein Hamsterrad einfach schneller, im Glauben, es regle sich für ihn schon. Die Vernachlässigung des eigenen Körpers und sich selbst zunehmend außer acht lassend. Ich erkenne das bei mir und es ist mir heute klar, dass ich für meine Gesundheit entschieden habe und nun langsam auf den richtigen Weg zurückkehre. Ich würde heute nicht mehr leben, wenn ich so weitergemacht hätte. Familie hin oder her. Habe ja an einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe mitzuwirken. Damals war mir das nicht klar, als ich mir sagte, dass ich nur noch für mich und mein Handeln Verantwortung tragen kann und will.

Ich hoffe, jeder hat nun erkannt dass die Nummer in der wir alle unterwegs sind, erst zu Ende sein würde, wenn alles in sich zusammenfällt und man von vorne beginnt – zumindest nach den jahrtausende alten mehrheitlichen Denkmustern, um dann wieder den selben Unfug von vorne beginnen zu können.

Das jetzige beschleunigt sich dadurch, dass die Nehmerqualität zunimmt, also die Summe aller ins Trockene gebrachten Schäfchen rasch und rascher ansteigt. „Es fällt ja auch gar nicht auf, wenn ich dass mal für mich mache.“

Bloß mit dem Unterschied, dass man gelernt hat nicht mehr ehrlich zu kommunizieren und gute Miene zum bösen Spiel zeigt. „Der Stärkere gewinnt ja.“

Der dazu notwendig Impulse kommt aus der Prämisse seine Lebensgrundlagen gewährleisten zu wollen, die sich im Aufrechterhalten von bestehenden und erreichten Besitztümern manifestiert. Dem entgegen wirkt der exponentiell verlaufende Zinseszins im Geldsystem und die zunehmende Komplexität. Die Spannung wird für die Systemteilnehmer langsam unerträglich. Der von Menschhand ausgelöste Ausleseprozess auf der sinkenden Titanic findet heimlich statt. Der Irrglaube nur fünf Minuten länger mit dem Kapitän beim Dinner sitzen zu können, lässt den Kreis vermeintlicher Überlebender immer weiter schrumpfen. Hinzukommt das Problem, dass das Wissen zur vermeintlichen Lösungserreichung zunehmend unwirksam wird. Und – in unserem System gibt es keine Gewinner. Es ist ein Nullsummenspiel.

Dies in einem Umfeld wo die Entropie (Das Maß für die Ordnung eines Systems) permanent und exponentiell zunimmt, was man auch wunderbar an den mittlerweile vorhandenen Informationen, um die Welt an ihrer Anzahl begreifen zu wollen. An dieser Stelle wird ersichtlich, dass das System zu von Menschen gemachter Absurdität eskaliert ist. Und ein Tipp: Es macht wenig Sinn sich mit den Informationen zu beschäftigen, wenn man das System aus denen die Informationen entstehen nicht begriffen ist oder lediglich durch plastische Polarisierung und Oberflächlichkeiten beschrieben wird – u. a. durch Schuldzuweisung.

Direkt ausgedrückt zeigt es nur die kollektive Hilflosigkeit, die sich in der Anreihung von Unzulänglichkeiten und Gegeneinander ein Stelldichein geben. Würden Sie einen Computer kaufen, der davon lebt immer schwerfälliger werden zu wollen und die „eigentliche Aufgabe“ zur Nebensachen degradiert und Sie nur noch mit den Pflege beschäftigt wären? Wohl kaum. Nun Gut. Auch das Soft- und Hardwaregeschäft arbeitet nach dem Prinzip, damit immer schön gekauft wird. Nein, damit weiter gelebt wird.

Zunehmende Komplexität ist die Kerneigenschaft der von uns geschaffenen Systeme. Wir leben (noch) im mechanistischen Zeitalter und finden für jedes Problem eine Lösung. Nur die „eigentlichen“ Ursachen, die können wir aus Mangel am Verständnis über Zusammenhänge und Wechselwirkungen nicht mehr erkennen. Denn die Schuldzuweisung trifft ja nur wieder andere, die wiederum mit dem Finger auf andere zeigen. Das betrifft im Übrigen 99% der Menschen weltweit. Sichtlich komisch wirkt dann die handvoll „Anderer“, die die Zusammenhänge erkannt haben.

Vom Bewusstsein her haben wir uns die letzten 2.500 nicht weiterentwickelt und durch die ständige Ursache, der Verantwortungs- und Problemverschiebung selbst an den zivilisatorischen Abgrund verfrachtet. SELBST ist hier der treffende Begriff. Es gibt keine Anderen, nur uns. Das sieht man immer schön daran, wenn jemand immer noch vollmundig „Der Stärkere gewinnt!“ von sich gibt. Sehet, ein Hohlkopf.

„Leicht gelabert, Herr Berg. Wie stehen Sie denn dazu? Und außer Texte in den Blog klimpern, hat sich wirklich noch nichts getan.“

„Das stimmt. Hingegen mehrheitlicher Vorstellung, man müsse nur kräftig genug sich ins Zeug legen, um etwas zu erreichen (bei einem System, welches von der Verschiebung der Verantwortung lebt, verpufft die Energie wirkungslos, außer dass ein Haufen Leute vor die Hunde gehen), ist eine Eigenschaft des Neuen Denkens zum einen die Gelassenheit (Danke, liebe Liane, für den Begriff) und das Erkennen des rechten Momentes, um das Richtige zu tun. Denn das alte Denken arbeitet nach dem Prinzip „Vom mehr des Selben“, was stets in Eskalation, Überfrachtung und Verfall endet. Man nennt dies auch „das Prinzip des Kronos“. Des rechten Momentes gelassen harrend hingegen nennt man „das Prinzip des Kairos“. Ersteres schafft unnötige Komplexität, verbunden mit dem fehlenden Vermögen, das entstehende Feedback, also die Auswirkungen nachher überhaupt handeln zu können.

Hören Sie einfach auf, sich mit Details von Nebenschauplätzen zu beschäftigen, die ihnen andere, die gerne wollen, dass alles so bleibt, ständig vor die Füße werfen. Wenn man sein Leben natürlich nur im Außen gelebt hat und Reichtümer angesammelt, dann ist das selbst konditioniertes Pech – denn – es gibt keine anderen, die Schuld sind. Es ist ja Ihre eigene Wahrnehmung. Es sei denn, Sie ignorieren jetzt, was ich gerade gesagt habe und dann gehören Sie zur glorreichen Mehrheit, die sowohl unter einer ausgeprägten Neurose wie auch Psychose in diesem Fall leidet.

Beleidigt? Das dürfen Sie gerne sein. Die Wahrheit tut immer weh, wenn man die ganze Zeit weggeschaut hat, als es was zum Lernen und nicht nur Haben gab. Wissen Sie, ich kann das auch nur erkennen, weil ich im speziellen Fall selbst darunter litt. Und wenn man das mal erkannt hat und die Ursache: die verschobene Verantwortung, dann wird es Zeit sich auf den Weg des erkennen wollen zu machen.“

Was hat das alles mit Software zu tun? Ganz einfach. Die Software wird durch die gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensmuster dargestellt und damit auch die Erkenntnis, dass das System im Kopf stattfindet und konditioniert wurde und weil man es nicht anders kennt. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille.

Denn aus der gesellschaftlichen Denke sind Strukturen entstanden, die sich nicht so einfach wieder für den Menschen umrempeln lassen – zumindest nicht mit dem mehrheitlich vorhandenen Denken. Denn hieraus sind ja die Probleme (zunehmende Komplexität, Insuffizienz, menschliche Entfremdung, Selbstausbeutung und damit verbunden, zunehmende Einschränkung bei der Gewährleistung der Lebensgrundlagen.) erst entstanden. Es ist in der Tat nur dadurch nicht genug da, da Ressourcen, Energie, Geldmittel und Lebenskraft mehr und mehr zur Erhaltung der gesellschaftlichen Strukturen verwendet werden, statt für die eigentliche Aufgabe: Gewährleistung der Lebensgrundlagen der Menschen.

„Macht ist Herrschaft über Strukturen, an den Menschen gebunden sind.“

Nun wird auch verständlich, warum Stress- und Burnout so zugenommen haben? Die Aufrechterhaltung zerrt zunehmend an der Lebensenergie – und die Mehrheit ist außerstande das zu lösen, als mit den klassischen Mitteln der Auslese, also Problem- und Verantwortungsverschiebung, Schuldzuweisung und Stigmatisierung.

Über das Lösungsmuster spreche ich in meinem Vortrag.

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