Nicht ohne dein Bewusstsein

Wer dem Begriff „Bewusstsein“ einen eher esoterischen Anstrich verpasst, tut sich keinen wirklichen Gefallen, da er ohne Bewusstsein, noch nicht einmal wissen würde, dass er existiert. Soviel zum Thema. Wem es also genügt, damit seine tägliche Arbeit zu bewerkstelligen, ist dies im Kern kein Nachteil.
Sollte er sich jedoch an einem Punkt befinden, wo bei ihm plötzlich ein Klagen, Jammern und sich beschweren aufkommt, ist dies ein Zeichen, dass sich eine Veränderung auf den Weg gemacht hat, während er jedoch – besser sein „Ich“ (sein Jakob, sein Fersenhalter) sich lieber an den Gewohnheiten festzuklammern versucht.

So etwas wie einen Idealweg – wenn es um die eigene Entwicklung geht – den man eben mal schnell kopieren und nachahmen kann, gibt es nicht. Schließlich mag ja jeder individuell sein. Was jedoch ein trefflicher Einstieg ist, ist alles ums Recht und seiner sich präsentierenden Fragwürdigkeit, rund um das, was als „Staat“ bezeichnet.

Es war wohl in 2008/9/10, als ein pensionierter Polizeibediensteter auf mich zu kam und mir vom fehlenden Friedensvertrag und dem gestrichenen Artkiel 23 des Grundgesetzes erzählte. Ich lauschte den Ausführung, musste am Schluss jedoch erst mal zugeben, dass ich damit zunächst nichts anfangen konnte. Wer den Blog durchforstet, wird erkennen, dass sich das offiziell Anfang 2012 änderte, inoffiziell begann es bereits 2010.

Die Tage sendete eine liebe Bekannte einige Kopien aus einem Buch der „Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit“, wo man recht nett erkennen kann, dass der Artikel 23 des Grundgesetzes durch den Art. 4 Nr. des Einigungsvertrages aufgehoben wurde. Vorher galt (Vergangenheitsform von ‚gilt‘) es in den Bundesländern (westlich) und Berlin-West. Das ist mittlerweile so um die 28 Jahre her.

Man kann jetzt darüber lamentieren, ob das Grundgesetz noch geltend ist oder nicht. Tatsache ist: Es reicht um es zu hinterfragen, um damit weiterzudenken, als nur darin lesen zu können, um dann das Vermisste herbeibeten zu wollen. Tatsache ist auch: Papier ist geduldig.

„Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.“ Artikel 1 GG, Abs. 2

Dazu:

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.“ Artikel 1 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

In diesem Zusammenhang darf man sich nicht wundern, wenn den meisten keine Menschenrechte zugeordnet werden können, weil sie bereits den Wesentlichen und einzig für den Menschen selbst bedeutenden Artikel durch die gewohnte Erziehung zur Obrigkeitshörigkeit unterwandern.

Das soll hier auch keine Rechtsherleitung sein, da das Thema – je weiter man sich in der „neuen Zeit“ bewegt, also das Alte, das Gewohnte zunehmend verlässt – mehr und mehr an Bedeutung verliert.

Der Verlust der Bedeutungshoheit bisheriger Strukturen und ihrer Verfechter, ist der wesentlichen Aspekte, während man den Wandel beobachtet. Man sieht es ganz hübsch an den letzten 100 bis 120 Jahren, wo staatliche Strukturen in ihrer rechtlichen, funktionellen Wirksamkeit wie auch allgemeinen Glaubwürdigkeit zunehmend erodiert sind. Wer recherchiert, wird sie heute eingetragen in Unternehmensportalen wiederfinden. Und was passiert mit wertschöpfungsfreien Strukturen, die auf Augenhöhe wertschöpfender agieren? Genau…

Was die Nummer mit dem System in ihrem Wesen ausmacht, sind die geschaffenen Überlagerungen, mit denen dem gewohnten (Neu)Akteur eine vorgefertigte Welt präsentiert wird, wo ihm in der Regel die Entscheidung bleibt, ob er für oder gegen etwas ist – nicht selten mit entsprechenden Angeboten und versprochenen Privilegien verbunden ist. Also im Grunde genommen nur ein Kaufen der Stimme. Das liegt daran, dass eine weitere gesellschaftlich vereinbarte Regel besteht, dass Mehrheiten für Richtigkeiten, wo im Zentrum nicht selten der erkorene Gegner (das Feindbild) steht und das Gestern alles besser war und auch weiter sein soll.

„Früher war alles besser…“

„Ja, aber immer zweimal mehr, als du…“

Aus innersystemischer Sicht mag es sogar Sinn machen, weil das Prinzip, sich durch Mehrheiten über andere Erheben zu können so legalisiert, ja sogar legitimiert wird.

Leider erkennen die Akteure („Mehrheit“ und „Minderheit“) nicht, dass sie sich beide gewohnt vom Leben selbst abwenden, während sie an künstlichen, ihr eigenes Handeln rechtfertigenden und von ihnen selbst gemachten Gesetzen orientieren.

Aus diesem Grund, ist der Glaube an eine Alternative für Deutschland genauso irrig, wie der Glauben an die Vorstellung, dass eine andere Partei endlich das gesellschaftlich selbst geschaffene Dilemma lösen kann. Da ist es auch vollkommen gleich, wer von welcher Partei ein Profiling vornimmt.

Klassische Politik, die sich zur Aufgabe macht, so etwas wie „Deutschland“ was nur der Glaube an ein künstlich geschaffene Illusion ist) erhalten zu wollen, ist lediglich dazu gedacht, die gewohnten Denk- und Verhaltensweisen am Laufen zu halten. Das wiederum zeigt, dass mehrheitlich Konzepte – sowohl die in der „Reichsbürger-Szene“ wie auch in der sogenannten Szene der BRD-Gläubigen, einen gemeinsamen Hintergrund haben: Das Festhalten am Bisherigen – also der üblichen, rückwärts gewandten Lebenseinstellung. Jetzt wissen Sie, wo ich stehe.

Der stattfindende Wandel ist jedoch so tiefgreifend, dass die üblichen Gestern-Konzepte alle über den Haufen geworfen werden. So einfach ist das. Und für alle, die sich an diesem Punkt aufgefordert fühlen, gegen diese Gedanken eine Gegenpol zu erzeugen, sei gesagt, dass Widerstand, Ignorieren, Aus- und Abgrenzen derartiger Gedanken nur ein Verdrängungsverhalten darstellt, was typisch für konservative Orientierungen ist. Weil es auch so schön einfach ist: Man kann nämlich hübsch an seinen gewohnten Denk- und Verhaltensweisen festhalten.

Doch gerade diese sind für die allseits wahrgenommenen Probleme – die im Kern nur Phänomene/Symptome des Systems sind – verantwortlich. Plumps.

Erst die Tage kam „Die Anstalt“, welche sich in ihrem Erscheinen, erstaunlich und gleichzeitig vorsichtig der im Internet ausbreitenden „Realsatire“ näherte. Ich hoffe, das Publikum hat nicht nur darüber vorgedacht, sich gewohnt nur die „Bösen“ der gezeigten Spektakel herauszupicken.

So mag ich jeden, der das Gefühl hat, dass irgendetwas nicht stimmt, darauf hinweisen, dass es nicht einfach genügt, recht schnell „Schuldige“ für die heutigen Debakel ausfindig zu machen, darauf zu hoffen, dass sie bestraft werden und damit habe sich der geistige Vorfall als erledigt erwiesen.

Wir bewegen uns global-gesellschaftlich in eine Neue Ära und vielen ist dies nicht bewusst, auf der anderen Seite entziehen sich so manche ihrem eigenen Entwicklungsprozess, da sie sich heute – wie vor Jahren – noch in der erkannten Aufzählung von Unsäglichkeiten bewegen. Die Frage, die da nicht gestellt wird: Welche Verhalten veranlassen die Betroffen sich nur mit der Aufzählung von Unsäglichkeiten zufrieden zu geben?

Gerade weil sich kaum jemand mit diesen Fragestellungen auseinandersetzt, erleben die meisten ja den Wandel so, wie sie ihn erleben, in der Vorstellung, „sowieso nichts tun zu können“.

Ich kann mir nach diesen Gedanken offen gesagt nicht mehr vorstellen, dass dies nicht verstanden wird.

Auf der anderen Seite ist es für jemanden, wie in einem heutigen Telefonat, der ein massives Problem hat, schier unmöglich, dass er sich von seinem Problem gedanklich löst – vor allem dann, wenn das „Problem“ zwar bei ihm auftritt, jedoch weitestgehend aus seiner gewohnten Sicht fremdbestimmt ist und eine schnelle „Lösung“ erwartet – ohne dass man selbst den gesamten Vorgang kennt. Auf der anderen Seite sind mir bisher nur Fälle begegnet, wo sich die Betroffenen stets selbst aus der Problemstellung herausdividiert haben.

In einem Fall kam später heraus, dass der „Betroffene“ der Urheber des Problems selbst war, während er vorher seine Beteiligung nicht erwähnt hat. Das was gesät, wird also stets auch geerntet. Der Urheber des Problems ist in der Regel derjenige selbst, der sich dann zu wehren versucht.

An diesem Punkt – es war so in 2013/14 – entschied ich mich eine Großzahl an Fällen nicht mehr zu bearbeiten, weil mir klar wurde, dass es jedermanns eigene Entwicklung ist, sich mit den Dinge auseinanderzusetzen – schließlich handelt es sich um einen Entwicklungsprozess und dazu sind die Unsäglichkeiten als Herausforderungen, um über sich selbst hinauszuwachsen gedacht.

Denn erst auf diese Weise erkennt man, welche Nummer wirklich läuft, die sich nicht einfach durch „da ist das Problem“, dort „die Schuldigen“ und „die müssen weg“, geregelt ist. Dies ist eine Sichtweise, die man der Mehrheit sozusagen in die Wiege gelegt hat, die dafür sorgt, dass sie sich selbst nicht entwickeln kann oder will.

Vor allem, wenn man erkennt, dass die dahinter liegenden Prinzipien, jenes System verkörpern, was sich a) durch seine dem Leben abgewandte Haltung, zum Ausdruck bringt – im Allgemeinen als „unmenschlich“ erkannt wird (jedoch grundsätzlich dem Leben abgewandt ist), b) dessen sicht- und spürbare Phänomene in der Regel herumlaboriert, -behandelt, -bekämpft und -beklagt, c) Schuldige und Verantwortliche gesucht, die dann bestraft werden sollen (was nur die übliche Verdrängung ist), um d) inhaltlich „Unangenehmes“ gegen „Angenehmes“ austauschen zu wollen.

Bspw. „ungerechte“ gegen „gerechte“ Vorgesetzte, während das Prinzip des Vorhandenseins von „Vorgesetzten“ unhinterfragt bleibt.

Und genau darum geht es dieses Mal… nicht.

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