Ob da was dran ist?

So ab und zu klingt es – und ich mag es mittlerweile nicht mehr hören – dass die Gesellschaft sowieso nichts machen kann und wenn, drückt sie ihr Ungemach in Demonstrationen, wehklagendem Beobachten, Wegschauen, Zeichnen von Endzeitstimmung und Gewalt(Bereitschaft) oder beschäftigender Ablenkung aus (Es gibt jedoch auch andere.).

Und da auf der „anderen“ Seite das Gedankengut auch nur genauso weit reicht, trifft man sich zum gemeinsamen „Schlag- und Frustabtausch“ um die Ecke. Was den einen recht, ist den anderen billig. Im Kern hält sich die Gesellschaft selbst in und an ihrem Denken fest – Gewohnheiten – verteidigend.

„Gewalt ist das Werkzeug selbst geschaffener Unwissenheit – ursächlich aus dem Verhalten heraus, dass nur gewohntes Wissen in der Familie belohnt und Ungewohntes bestraft wurde.“

Wieder einmal erkennbar, wie sehr zurückliegende, implementierte Denk- und Verhaltensmuster aktuell die Köpfe beherrschen und die Masse sich gegenseitig manipulierwillig hält – das „Bruder sein“-Phänomen.

Andere versuchen durch „Recht kriegen“, einen finanziellen oder rechtsstaatlich legitimen Ausweg aus der Misere zu finden. Dabei ist das Recht nur ein Machtinstrument, ohne das jene über einen Machtapparat verfügen (Der ebenso, wie das Denken daran, auch nur das Alte verkörpern würde.).

Erkennbar, dass „Gewohntes“ weiter greift, als man es nur auf hundert und ein paar Jahre aus politischem Irgendwas zu reduzieren versucht. Und so existieren die Befürworter klassischen Denkens und Handelns mehrheitlich in allen Lagern, getriggert durch Kriegen, Festhalten und Verteidigen am Liebgewonnenen – von Polarisation durchtränkte Köpfe. Weiterdenken? Ja, bitte!

„Rette sich, wer kann!“

An anderer Stelle werden die Geheimnisse des „Gegners“ großzügig veröffentlicht – gegenseitiges Umwerfen von Bauklötzchen – frotzelnd. Im Kern ein notwendiger Schritt: Offenbarung.

Das Verständnis, „das Neue“ jedoch nur mit gewohnten Mitteln erreichen zu wollen, ist erstaunlich tiefgreifend verankert. Die Akteure blättern aber langsam weg und gehen den Aufgaben nach, die sie im eigentlichen Sinne wirklich beherrschen.
Und kaum jemand fragt, warum diese Verankerung so ist und bewegt sich gewohnt und oberflächlich in der „Ich muss ja…“-Argumentation, „es steht uns zu“ oder „die anderen sind ja auch nicht besser“ usw. „Es“ hat sich weder heute, noch gestern bewährt.

Und was nicht in die Wolke kollektiven Denkens passt, wird einfach wegignoriert oder schlichtweg einfach nicht wahrgenommen: Der „Inhaftierte“ den Schlüssel in der einen und dabei den Daumen der anderen Hand auf das Schlüsseloch haltend.

Gewalt ist lediglich der Ausdruck, am Gewohnten „mit allen Mitteln“ festhalten zu wollen – dabei sich pauschal wehrend – und man weiter auf Ruhe hofft. Gewalt äußert sich auch durch psychische Handlungsmuster.

Das weiß auch die andere Seite, die ihre Betreuungsfelle davonschwimmen sieht und deshalb die manipulierwillige Masse in Situationen bringt, die sie mit dem „Ich muss mich ja verteidigen und kämpfen“ konkludent zu beantworten weiß.

Mit jenen mit „Kampf im Kopf“ kann man nichts anfangen, denn sie sind auf Krawall gebürstet. Ebenso wenig geht es mit jenen, die sich auf die euphorisch-spirituelle Ebene zurückgezogen haben und der „Illusionsabtuung“ frönen, ebenso wenig mit klassischen Strukturen. Eine zusammengefasste Liste aus 2009 zeigt, dass trotz „Es muss sich etwas ändern“, die Bereitschaft bisher tendenziell gegen Null ging:

Politik(33), Hessenagentur(3), Ministerien(2), Zeitungen(Off- und Online) (49), BVMW (6), MIT (5), B.U.N.D. (2), Wirtschaftskriminalisten (2), Geheime Wirtschaftsbünde (7), Nachrichtensender (20), Wirtschaftsinstitute (6), Autoren und Verlage (1), Persönliche Gespräche (16), Unternehmensberatungen (Geschäftsführer oder Vorstände) (84), MBA-School. (6), Unternehmen (54), Wirtschaftsförderungen (15), Bildungseinrichtungen (13), Ansprache bei Veranstaltungen (25), Banken (32), Öffentliche Einrichtungen (2), IHKs (14), Twitter-Folger: (26), Wirtschaftsjunioren (27), Private Personen (5), Xing (63), Bekannte Persönlichkeiten (23), Konsulate und Botschaften (3), Organisationen, Institute, Stiftungen, Verbände und Vereine (55), AHKs (3)

Alles was aktuell stattfindet – egal wie es aussieht – führt in jedem Fall in die richtige Richtung. Die Frage lautet: Ist das so gewünscht?

Da wird von „Bürgerkrieg“ und „Krisenvorsorge“ gesprochen. Zwar will und keiner einen Bürgerkrieg, aber das Wort ist in vieler Munde. Erkennend, dass man lieber kollektiv als Opfer dasteht, als sich über Lösungen Gedanken zu machen. Wobei hier das nächste „Gewohnte“ lauert: Die Art und Weise, wie man über Probleme nachdenkt, sie wahrnimmt und zu „behandeln“ versucht, was die Akteure mit den „Gegengruppen“ in einer wechselseitigen Selbsthaltung belässt – ohne Aussicht auf eine Lösung – Sackgasse.

„Er kommt, ich will keinen, aber trotzdem…“

Aber wer weiß? Ist Panikmache am Ende doch nur ein beliebtes Mittel, um daraus nur wieder ein Angstgeschäft machen zu wollen und auf der anderen Seite das Gefühl entsteht, sich nicht so allein zu fühlen.

In den vielen persönlichen Gesprächen und Beobachtungen über die letzten Jahre ist mir klar geworden, dass so manche Aktivistengruppe sich nicht viel anders verhält, als das System selbst, was sie zu bekämpfen versucht. Doch gibt es auch Ausnahmen – wenige.

„Wir müssen doch was tun!“ „Was ist ‚wir’, was ist ‚müssen’ und was ist ‚tun’?

Eines ist gewiss: „Konventionelle Urschleimdiskussionen“ haben keinen Erfolg. Über das Unkonventionelle mag man sich gemeinsam austauschen.