Ode an die Ökonomie – Teil 3: Das Ding mit dem Marketing

Ein Bereich, in dem ich mich seit sehr langer Zeit selbst bewege und irgendwann erkannte, dass Kommunikation authentisch zu sein hat, damit sie wirksam ist.

Ein Unternehmen lebt bereits von seiner Begeisterung zu sich selbst – aus sich selbst heraus – und nicht nur dann zum Leben erweckt zu werden, wenn der nächste Auftrag winkt – vereinfacht ausgedrückt. Das hat natürlich auch etwas mit Organisation zu tun.

Ich erinnere mich an eine Geschichte aus der Werbebranche, als eine Agentur einem Kunden vorschlug, eine Anzeige in der Samstagsausgabe der Bildzeitung zu schalten. Am Montag kamen so viele Anfragen rein, dass die Kommunikation des Unternehmens zusammenbrach. Das ging dann wohl nach hinten los.

In einem eigenen, naheliegenden Fall rief ein Kunde an, er benötige eine neue Webseite. Ich fragte ihn, warum er eine neue wolle. Er sagte: „Weil die Konkurrenz auch eine neue Webseite hat.“

„Dafür mache ich Ihnen keine neue Seite. Für mich wäre das zwar prima, denn die Seite bringt mir einen entsprechenden Umsatz. Es macht jedoch mehr Sinn, neue und interessante Kundenpotentiale im Netz zu recherchieren und persönlich anzusprechen.“

Irgendwann in 2008 erkannte ich, dass ich die Sachen nicht mehr im klassischen Sinne von „Auftrag & Geld“ machen konnte und vor allem auch nicht mehr wollte.

Authentizität zu kommunizieren, erfordert das jeweilige Unternehmen kennen zu lernen und so darzustellen, wie es ist.

Wenn das Unternehmen von innen heraus „leuchtet“ – besser: lebt, weil auch die Abläufe stimmig sind und der Mensch nicht in seinem selbstgeschaffenen Hamsterrad unterwegs ist. Wenn man es nach außen hin so kommuniziert wie es ist, dann ist auch der Aufwand für „Marketing“ auf Dauer geringer. Und nur etwas anderes zu haben, weil es andere haben, macht wenig Sinn.
Zudem sind die Gesichter viel entspannter. Denn nichts ist teuerer, als Aufrechterhaltung des Scheins, um mehr darzustellen, als man ist oder hinter etwas herzurennen, was man nicht ist.

Es geht darum, das Wesen des Unternehmens zu erfassen, also über ein tolles Logo oder einen Werbetext hinaus. Es kommt einem Bewusstwerdungsprozess gleich.

„Wir wussten überhaupt nicht, dass wir das sind.“ Unternehmer

Mit ca. vierzig DINA4-Seiten Unternehmenstext „bewaffnet“, sollte eine neue Webseite „befüllt“ werden. Der Texte wurde zunächst auf ca. sechs Seiten „eingedampft“.

Nebenbei fiel auf, dass das neu gegründete Unternehmen im Energiebereich weder über Produkte noch klar erkennbare Dienstleistungen verfügte und legte dem Kunden dar, dass es Sinn mache, die Produkte der Teilhaber mit zu integrieren. Das war wohl bei aller Unternehmung nicht aufgefallen.

Es ist also nicht damit getan, einfach nur Webseiten oder Broschüren mit „weiß glänzenden Zähnen“ und fremden Menschen oder gestellten Szenen abzuliefern, wenn der Kunde meint, was zu tun sei, weil er ja auch das Geld dafür auf den Tisch blättert. Es geht jedoch um mehr, als nur um „Sichteinlagen gegen Leistung“.

Unternehmen geben für Werbung und Marketing eine Menge Geldmittel aus, während die Gewinne bei den eigenen Produkten und Dienstleistungen schrumpfen während die Kosten zur Aufrechterhaltung der Organisation (Gesamtheit aller im Unternehmen ineinander wirkenden Prozesse, Informationen, Menschen und Betriebsmittel im Sinne der Erfüllung einer Aufgabe) zunehmen.

Eines zeigt sich: Ein Mehr des Selben ist nicht unbedingt besser, schon gar nicht in der Organisation, schon gar nicht, wenn es eine Hierarchie ist, die an ihrer Überorganisation erstickt, während der „freundliche Dienstleister von nebenan“ es doch nur gut meint oder wieder einmal eine neue Revolution (engl. to revolve = im Kreise drehen) vom Stapel gelassen wird, die am Ende nur einseitige und kurzfristige Erfolge verspricht.

Kommunikation und Organisation sind keine getrennten Bereiche, sondern stehen durch ihre Wechselwirkung in Beziehung.

„Erlebend, erliebend.“

Menschen. Unternehmen. Authentizität.

„Der Mensch (Gesellschaft) gewährt durch arbeitsteilige Wertschöpfung (Ökonomie) seine Lebensgrundlagen, bei sinn- und vernunftvollem Umgang (Ökologie) mit den natürlichen Ressourcen (Natur).“

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