Opfer

Im August 2014 hatte ich bereits einen Beitrag über das „Opferverhalten“  verfasst und aus der Sicht heutiger Erkenntnisse, wäre es an der Zeit, ihn entsprechend anzupassen, aber dann könnte man den Entwicklungsprozess zu heute nicht mehr erkennen, man benötigt also den Vergleich.

In einem System, was sich durch die Form der Organisation „Hierarchie“ zum Ausdruck bringt, herrscht darin auch ein Opfer/Täter-Verhältnis, was sich nach unten hin stets fortsetzt.

„Betreuer-Betreuter, Vorgesetzter-Untergebener, Herr-Sklave, Lehensgeber-Lehensnehmer, Täter-Opfer.“

Ursächlich beruhen diese „Dienstverhältnisse“ auf der kollektiv vereinbarten Unvernunft (das klassische Ego), die bei den Kindern einen natürlichen Ursprung findet – sowohl auf materieller wie auch auf geistiger Ebene.

Denn das, was als „Unvernunft“ wahrgenommen wird, was es ja zu kontrollieren, zu beaufsichtigen und zu betreuen gilt, lässt den Menschen (fortgeführt) in seiner inneren Unvollkommenheit verweilen – in einer tolerierten Fremdsteuerung. Bereits hier geschieht die unbewusste gesellschaftliche Gleichmacherei – eine Veropferung.

„Du bist nur dann gut, wenn mir das gefällt.“

Auf diese Art und Weise wird ein Mem-Virus von Generation zu Generation übertragen, ohne dass bisher näher darüber nachgedacht wurde.

„Es ist vernünftig, viel Geld auf dem Konto zu haben.“

Oft genug beschrieben, erzeugt die beibehaltene Fremdsteuerung in der Regel einen Menschen mit mehr oder weniger Selbstvertrauen, Selbstliebe, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Selbstvertrauen hat auch etwas mit Willensbildung und -stärke zu tun.

„Bist du nicht willig, so brauchst du Gehalt.“

Das „Selbst“ wird durch „Fremd“ ersetzt. Der Mensch selbst orientiert sich so in der belohnten Außenorientierung und damit verbundener Abhängigkeit einer sich überall tummelnden Obrigkeit.

„Der Mensch erzeugt selbst die Mechanismen der Manipulation aus Belohnung und Bestrafung.“

Durch die Außenorientierung findet sich für ihn auch dort stets ein Schuldiger, der für die eigenen Zustände zur Verantwortung zu ziehen ist – der verantwortliche Täter.

Dass der Mensch durch seine vordringliche Außenorientierung auch in einer Projektion lebt, die ihn unbewusst selbst von der Selbstreflektion (und damit verbundenem Entwicklungsprozess) abhält, bewegt er sich so in einer geistigen Schleife, schafft in seinem Kopf jenen berühmten Kopfknast, wie er im Film „Matrix“ im Dialog zwischen „Morpheus und Neo“ beschrieben ist.

Das ganze wird natürlich entsprechend „belohnt“. Auf diese Weise wird versucht, die Hinterfragung der Entstehungsmechanismen des Systems „gülden“ überlagern zu wollen.

Aus mangelndem Selbstvertrauen entsteht durch die (unbewusste) Projektion das allseits bewährte Misstrauen und damit verbunden, die geistige Abtrennung vom Ganzen. Gestreutes Misstrauen ist der Garant für eine manipulierfähige und „funktionierende“ Gesellschaft.

„Du bist ja ein Egoist“, mag hier der bewährte Warnschuss vor den Bug sein, damit die Gleichschaltung (der konditionierten Außenorientierung) auch weiterhin greift.

Ein Hinweis: Es nutzt wenig, an dieser Stelle nur einfach dagegen zu sein und Widerstand leisten zu wollen. Ein Weiterdenken ist gefordert.
Ein System, was im Kopf entsteht, kann man nur an dieser Stelle hinterfragen und das Außen ist dazu geeignet, eine Innenschau zu ermöglichen. Das Außen ist somit nur ein Hilfsmittel, um sich selbst zu entwickeln. Da hilft auch kein Verdrängungskonzept.

„Ja, aber nur, wenn ich einen persönlichen Vorteil davon habe… und die anderen müssen es erst auch machen.“

Man „muss“ – vereinfacht ausgedrückt – gewitzter sein, als der Rest der Systemangehörigen. Das hat nichts mit Überhebung zu tun, sondern geht es hier um den inneren Selbstvervollständigungsprozess zur Entfaltung der Vernunft.

„Vernunft ist der intuitiv getriggerte Prozess zwischen bedingungslosem Geben und bedingungslosem Empfangen. Darin findet sich auch die eigentliche und natürliche und selbstregulierenden Gerechtigkeit und Selbstdisziplin wieder.“

Im Außen wird die mangelnde Selbstdisziplin durch das Monopol der sogenannten „Staatsgewalt“ repräsentiert.

Mit der Entfaltung der Vernunft entsteht der dritte Weg der Gesellschaft und man überwindet dabei die gewohnte Frage: „Bist du für oder gegen uns, mit einem: Ich bin für mich.“ Es geht dabei stets um den eigenen, natürlichen Lernprozess.

Was allerdings auch eine andere Bedeutung hat, als so mancher jetzt zu vermuten glaubt. Die Bedeutung des Beobachteten in Frage zu stellen, darum geht. Denn alles hat seinen Sinn, gleich wie sehr man es verdrängen möchte.

„Gewalt ist Werkzeug, jener sich selbst in der Unwissenheit Haltenden.“

Apropos „Glauben“. Der wird gerne unterschätzt und bezieht sich nicht, wie gesellschaftlich gern mit dem Verdrängungsargument „Geglaubt wird nur in der Kirche“. Das sieht man ganz hübsch daran, wenn man mal nachfragt, auf welchem Staatsgebiet die Gesetze denn gültig sein sollen oder der Polizist: „Wir glauben daran, Herr Berg!“

Ich sage nur: Konventionen. Und wie kann man über einen Tellerrand schauen, wenn man nicht zu glauben bereit ist? Es sei denn, man mag sich nur wieder auf die Suppe stürzen wollen.

Während es immer noch so manchen gibt, der herumschreit: „Sie manipulieren uns alle“, stellt sich kaum jemand die Frage, was ihn manipulierfähig macht oder darin hält. Sicher geht dem Ganzen eine individuelle Entwicklung voraus und niemand kommt mit einer Gesamtkenntnis in diese Welt. Doch bestätigt dieser Gedanke auch, dass es immer am Individuum selbst liegt, dies zu hinterfragen.

„Ich habe es ja schon immer gewusst.“ „Stimmt, jedoch nie etwas gesagt.“

Und so existieren heute Strukturen, die sich zur gewohnten(!) Aufgabe gemacht haben, in diesem Kontext der Fremdbestimmung agieren und nach Möglichkeit so erhalten bleiben wollen. Und wenn irgendwo der Eindruck entsteht, dass nicht systemkonforme Denkmuster diese Gewohntheiten beeinträchtigen könnten und damit verbundene gesellschaftliche Stellungen, dann reagiert das System mit seinen geschaffenen Mechanismen.

Wie erkennbar ist, verfällt dieses System. Jedoch nur langsam, da man ihm mit gewohnter Polarisierung und Schuldzuweisung nur jene Aufmerksamkeit schenkt, die es wiederum am Leben erhalten lässt.

„Man bewirkt niemals eine Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, schafft man neue Dinge oder geht andere Wege, die das Alte überflüssig machen.“ Buckminster Fuller

„Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, daß aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, dass das System ihnen feindlich ist.“ Rothschild, 1863

Jetzt könnte man meinen, den Satan ein für alle Mal an die Wand genagelt zu haben. Tatsache ist, dass sich das System aus den Konditionierungen der Teilnehmer selbst erzeugt und sich daraus die klassischen Religionen, die Politik, das Rechts- und das Geldsystem entwickelt, bzw. aufgepfropft haben.

„Die Hierarchie ist der ‚Widersacher‘ der natürlichen Ordnung.“

Erst die Ignoranz  und das Gefühl als objektiver Teilnehmer keine Verantwortung tragen zu müssen (beides Verdrängungskonzepte) schaffen ein System, was seine Verfechter durch das Wahrgenommene langsam auszehren lässt.

Der Mensch schuf sich ein System, um sich selbst vom Lebensprozess abnabeln zu wollen.

Angst, dass dies nun zu Ende geht, haben nur jene, die sich weiter daran festzuklammern glauben und mit ungewaschenem Zeigefinger auf die angeblichen Schuldigen zeigen – und er sich auf diese Weise selbst zum Opfer macht.

Chaos entsteht nur, weil der Unvernünftige plötzlich gefordert ist, sich selbstdisziplinieren zu müssen und die Betreuer damit ihre Aufgabe davonschwimmen sehen.

Sich selbst… darum geht es.

Allen einen wundervollen Tag.

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