Rechtsstaat, ade? Nicht nur!

So manchem Akteur fällt die Tage der abhanden gekommene „Rechtsstaat“ auf. Wie aufmerksam.
Ein Umstand, der vor Kurzem noch als „Reichsverkaufsvorteil“ galt: „Die BRD ist kein Rechtsstaat“, verkommt zum Ladenhüter.

Jeder, der diesen Satz drei Mal fehlerfrei hintereinander aufsagen konnte, gelangte zu hohem Ansehen und es winkte ihm das Amt des Reichskanzlers. Ob dieselben wohl unter Alzheimer leiden?

Noch vor geraumer Zeit erklangen die Fanfaren der Verkünder, dass das Wahlgesetz von 1956 ja unheilbar und nicht „verfassungskonform“ sei (Ich bitte evtl. Schlaubergereien zum Begriff „Verfassung“ zu unterlassen.).
Und was passierte im September 2017? Die einstigen Kritiker und Rechtssachverständigen gingen artig zur Bundestagswahl. Aha! So, so!

Gut, dass selbst die gewählte Politik keine Lust mehr hat, so wie sich das alles hinzieht.

Das „Sahnehäubchen deutschen Tamtams“ („Brimborium“ ist gerade aus.), ist jedoch das Streben nach Souveränität (Selbstbestimmung), die dann im aberwitzigen Wahlakt mit der Urne zusammen gleich wieder begraben wurde.
Der Wähler trägt am Ende doch wieder jenes Kreuz, was er mit der Wahl (politisches Verdrängungskonzept) abzugeben gemeint, geglaubt, gedacht haben hätte – auch ohne Rechtsgrundlagen. Oder so.

Kaum jemand macht sich inhaltlich Gedanken darüber, was nur allzu gern mit Selbstbestimmung oberflächlich etikettiert wird, denn die Beschäftigung mit dieser Thematik, ist seit jeher von den mehrheitlichen Konditionierungen als Tabu ausgewiesen.

„Du böser Mensch, du“, sagt sein „Ich“ zu ihm. „Du willst dich doch nicht gegen mich auflehnen und mit so etwas wie „Selbstbestimmung“ in Frage stellen wollen? Soll ich dir mal ein paar „Feinde“ schicken oder von dir selbst „den Teufel der Neuen Zeit an die Wand malen“ lassen?“

„Esau-Segen? Jakob, Esau? Klingeling?“

„Wo fahren Sie dieses in den Urlaub?“ „Äh…, äh… Ägypten.“

Von Selbstbestimmung kann also gar keine Rede mehr sein. Ich bin echt froh einer der wenigen zu sein. Dafür bin ich halt ausgegrenzt. Und was üblicherweise unter Selbstbestimmung verstanden und propagiert wird, so handelt es sich lediglich um ein Zerrbild, um mit dieser verliehenen Eigenschaft weiter „die alte Nummer abziehen“ zu wollen.

„Ist eure Mutter gewahr, dass ihr mit Vorhängen spielet?“ Iron Man, Avengers

Was hätten die Ahnen wohl dazu gesagt?
Den Führer kann ich in diesem Fall nicht zu Rate ziehen. Der ist ja das ultimative Sinnbild für diabolische Fremdsteuerung – ob mit oder ohne Autobahnen und Flugscheiben.

„Seil Hig!“

Schaue ich mir das Dilemma an, so hat der Deutsche in der Tat nichts dazu gelernt. Er musste sich ja wieder seinen Gewohnheiten ergeben und die anderen machen deshalb weiter wie bisher: „Man muss ja Geld verdienen und kann sowieso nichts machen.“

„Der Deutsche windet sich in Absichtserklärungen und Willensbekundungen. Er lehnt sich auf, er begehrt auf, er widersteht er… er… gestern war alles einfach viel besser.“ „Nein, vorgestern.“

Es geht hier her wie in 33. Und warum? Weil die individuell gesellschaftlichen Denk- und Verhaltensmuster die gleichen sind. Deshalb funktioniert(!) auch so eine Nummer!!! Da steht nicht: „Muddu nur gelben Schein tun.“

Es genügt also nicht, sich auf Rußtag (Das sagt der Schornsteinfeger immer so: Wenn Sie einen Gelben Schein haben, dann gibt’s bei Ihnen auch Rußtag.) 1913 zurück zu besinnen. Volkszugehörigkeit erkennt man an der gesprochenen Sprache und nicht an einem Rechtsetikett. Wer lässt sich denn so was noch andrehen?

„Ich bin jetzt Deutscher, und das hat nur 25 Euro gekostet.“

„Die Theorie besagt, dass die Sprache, die man spricht, das Denken prägt.“ Arrival, 2016

Wohl hofft man noch auf ein Stück Papier mit dem Namen „Friedensvertrag“, was „die Verfechter der Wahrheit“ in den Bann schlägt. Auch Frieden ist etwas ganz anderes, als was gerne wunschgehofft wird.

Und jetzt? Jetzt, wo sich „was“ ändert, wird gleich wieder „Zeter und Mordio“ geschrien. Jetzt brennt die Hütte. Okay. Man kokelt ein bisschen am Türgriff herum, statt den Schlüssel (aus verdreht gelerntem Umgang mit der Angst) kraftvoll umzudrehen und den ersten Schritt in die Neue Zeit zu tun.

Und was passiert? Wer hätte denn jemals geahnt, dass gleich die gesamte alte Ordnung verlassen wird? Mein Gott, ich wollte mich noch ein wenig auf dem Komfortsofa am warmen Feuer räkeln.

Würden Sie mir zustimmen, dass es so nicht mehr weitergehen kann?

Wenn man also ein verhaltenseingefleischtes Volk, wie das deutsche, in die Neue Zeit „überführen“ wollte, wie würde man das anstellen?
Zart und sanft bei der Hand nehmend? So nach Motto: „Schau, jetzt sind wir gemeinsam einige Meter gelaufen und jetzt bist du souverän.“ „Sicher nicht, die muss man ordentlich in den Hinter treten.“

„Ich will einen souveränen Staat!!!“ „Ja, fick dich.“

Erst neulich bin ich mit einem Juden, einem Muslimen und einem Afrikaner auf dem Gehsteig gestanden. Und was soll ich sagen? Die sind auch der Meinung, dass das alles so nicht funktioniert.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie in diesen Worten insgesamt keine Ernsthaftigkeit abgewinnen können. Ich kann sie beunruhigen: Ich nämlich auch nicht.

Mir war nur gerade danach. Um Sie nun endgültig zu verunsichern: Die Neue Zeit wird und ist klasse – vermutlich auch ohne die Deutschen.

Oder wie sehen Sie das? Was wären Sie bereit für die Neue Zeit zu tun?

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