Reichlich Gewohntes

Gerade halte ich eine Zeitung in der Hand, die ihren Standpunkt in der Frage „AfD, Pegida & Co.“ klar zum Ausdruck bringt und dies in gewohnt politischer Art und Weise in Anbindung an die Leserschaft.

Sicher mag der Leser nun davon ausgehen, es handle sich um eines der gewohnten Blätter mit wohlklingendem Namen. Doch in der Tat ist es ein evangelisches Blatt aus der Region Gelsenkirchen: „UK – die Zeitung mit den guten Nachrichten“

Man erkennt merklich, dass auch die klassischen Kirchen dem Wandel unterliegen und beginnen Stellung zu beziehen.

Wobei der Standpunkt „gegen“ „AfD, Pegida und Co.“ im eigentlichen Sinne auch nur die klassische Form der Polarisation widerspiegelt – also die Kirchen selbst nur im Kontext der Trennung und der Hierarchie ihr Dasein fristen, um ihre „Schäfchen“ für sich gewinnen zu wollen, indem sie andere „stigmatisieren“ und in ihnen Schuldige für das Ganze suchen zu wollen.

„Wie war das mit dem Splitter im Auge?“

Man sieht, dass es mittlerweile keinen Unterschied mehr macht, welcher Institution man sich anschließt, wenn die „herrschenden Prinzipien“ (Konventionen) die gleichen sind.

„Egal was passiert: Es ist Deine Schuld.“

„Wir haben schon mal den nächsten Scheiterhaufentermin angefragt.“

Innerhalb der Wahrnehmung gibt es kein sich herausnehmen aus dem Ganzen. So etwas wie Objektivität existiert nicht. Sie ist nur eine Erfindung des Menschen, um sich aus der Verantworterrolle für das Wahrgenommene und damit verbundener möglicher Teilhabe am Geschehen herausrechnen zu wollen.

„Ich habe das Todesurteil lediglich ‚im Auftrag’ unterschrieben.“

Es gibt den (handelnden) Beobachter und der trägt stets für sein Handeln Verantwortung – auch für das Unterlassene.

„Wir sind alle eins – solange es opportun erscheint.“

Dieser Beitrag zielt auch nicht darauf ab, jemanden an die Wand stellen zu wollen oder gewohnt mit dem Finger darauf zu zeigen. Das wäre mir zu billig.

Denn wir haben es lediglich mit einem Phänomen des Wandels zu tun und die Akteure handeln im Sinne ihrer „gewohnten“ Verhaltensmuster. Jeder kann nur wie er kann. Jedoch hat JEDER die Möglichkeit, jederzeit das „Gewohnte“ selbst in Frage zu stellen.

„Ja, aber die anderen…“ „Genau…“

Man sieht, wie sehr mehrheitlich unbetrachtete Konditionierungen (wie die Projektion durch Schuldzuweisung, Stigmatisierung, Verdrängung, Ausgrenzung &c.) auch den gewohnten Glauben wie einen Virus unterwandert haben – was im eigentlichen Sinn ja schon immer so war.

„Sei brav, sonst kommst du in die Hölle.“

„Meine Fresse!“

„Wenn sich Ihre Kinder nicht benehmen, dann muss ich sie exkommunizieren.“

Erlebtes.

„Egal wo Du hinrennst. Überall findest Du das System und es existiert solange, es in seinem Wesen nicht hinterfragt wird.“

Wie hieß es neulich? Man denke über eine Weltreligion nach. Vorstellbar wird dieser Gedanke, wenn man diesen auf der Prinzipebene zu entdecken ersucht.

So mancher wird wohl seine als „die Auserwählte“ mit dem entsprechenden Etikett zu erhoffen sehen – unterschiedliche Etiketten desselben Weines.

„Eine Herausforderung…“

Nicht jedoch, wenn man sich an gewohnte „Leerinhalte“ klammert, die lediglich zu Teilung und Trennung des Ganzen führen und die Menschen kollektiv in eine Unsäglichkeit werfen. Ob sie daran glauben mögen oder auch nicht.

Das Gelesene allein reicht jedenfalls nicht aus und auch nicht die Vorstellung, es gehe einen ja sowieso keines Kleinsten an.

„Die Hierarchie ist der Widersacher der natürlichen Ordnung. Ob da schon mal jemand geschaut hat, was das auf Hebräisch heißt?“

„Menschen brauchen Führung.“ „Wie wäre es, wenn Du ihnen einfach nur erzählst, worum es wirklich geht?“ „Sie werden es nicht glauben.“ „Darum geht es.“

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