Sich mehrende Stimmen in zwei Versionen

Man sagt mir immer nach, ich müsse es so schreiben, dass es auch ein „Kind“ versteht, was wiederum bedeuten würde, so manchen auch wie ein Kind behandeln zu müssen. Wer will sich schon wie ein Kind behandeln lassen? So versuche ich mich mal an zwei Versionen der Formulierung ein und desselben Themas. Ein Feedback dazu würde mir natürlich gefallen.

Die philosophische Version (Denn Umdenken fängt im Kopf an)
Gerade vor einer viertel Stunde, war das Thema wieder einmal „die Neue Zeit und der Wandel“. Und wie ebenfalls einige Kollegen das Gefühl nicht loswerden, mehren sich die Meinungen, dass es nicht alle packen werden, da noch zu viele einfach wegschauen und viele Dinge einfach nicht wahrhaben wollen. Es mag natürlich jedem seine Meinung dazu selbst überlassen sein. Wenn man jedoch etwas erkennt, sollte man nicht darüber schweigen. Denn am Ende soll niemand sagen können: „Ich hab’s nicht gewusst.“

Auf der anderen Seite gibt es auch jene „Experten“, die am Ende sagen: „Ich hab’s ja immer gewusst.“ „… aber nie was gesagt.“

An dieser Stelle fällt mir ein, dass die rote Matrix-Pille des Öfteren geschluckt werden muss. So ging es mir: Hinter der gewohnten „Ordnung“ (ohne Verantwortung, Betreuung) mit der Rechtsebene und allem, was sich davon ableitet, kam dann die Ebene mit Verantwortung (eines der Grundelemente der Neuen Weltordnung) und danach die „Ebene“ der Verhalten, Konditionierungen, Gewohnheiten und Konventionen und damit die schrittweise Infragestellung der alten Ordnung im Ganzen.

Die Gesellschaft schafft sich im Übrigen durch die Verdrängung von „Informationsträgern mit anderem Denkmustern“ ihre Eliten selbst.

„Die Wahrheit befindet sich jenseits dieser Welt – einer Welt, die wir uns einst schufen – um uns nicht mehr mit der Wahrheit selbst beschäftigen zu wollen. Wir können froh darüber sein, dass es nicht die Dinge sind, die uns beunruhigen, sondern nur die Art und Weise, wie wir die Dinge betrachten.“

Wie gut, dass Wandel sich stets nur auf Meinungen, Bedeutungen und Ansichten über die Wirklichkeit bezieht und nicht auf die Wirklichkeit selbst. So sprechen wir stets von Interpretationen und Weltanschauungen und nennen dies dann vollmundig „die Realität“.

Auf diese Weise erhält der Begriff „Weltanschauung“ einen nicht religiösen Charakter, dem man ihm sonst nachsagt.

Jene Annäherung an die Wirklichkeit ist der Prozess der Bewusstwerdung, der natürliche Lernprozess, den wir bisher gegen einen künstlichen, jedoch sich im Kreise drehenden Lernprozess ausgetauscht haben.

Denn daraus leiteten wir unsere künstlichen Konventionen ab. Jene, die uns irgendwann – weil wir daran festhalten zu glauben müssen – wieder Zeiten, wie diese erleben lassen. Geschichte wiederholt sich nur, weil die dahinter wirkenden Denk- und Verhaltensmuster verursachend die gleichen sind.

Konventionen sind gesellschaftlich vereinbarte Denk- und Verhaltensmuster und die Regeln eines Systems, was wir in uns tragen, es so erschaffen und eine Zeit lang erhalten.

Mit diesen Gedanken macht es wenig Sinn, sich mit Rechtssystemen und Staatstrukturen zu beschäftigen, wenn diese unter einem „neuen/uralten“ Denken an Bedeutung verlieren: Während eine Mehrheit noch eine Gerechtigkeit durch das Recht und seine Richter fordert, während übersehen wird, dass die eigentliche „Gerechtigkeit“ sich erst durch die Entwicklung der eigenen Vernunft in einem selbst zu erkennen gibt.

Ich schreibe das extra, da mit BRD, Völkerrecht, Deutsches Reich und Verfassungen usw., die Fahnenstange noch lange nicht zu Ende ist.

Die „Vertreibung aus dem Paradies“ (bildliche Metapher) hat nur stattgefunden, weil wir uns am „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“, dem Prinzip der Bedingung hingegeben haben. Jedoch existieren „Gut und Böse“ nur dann in der gewohnten Bedeutung,

  • wenn man sie nicht als die beiden Seiten der Medaille „Bewusstwerdung“ erkennt,
  • also die gewohnte Verdrängung (Projektion und Schuldzuweisung) praktiziert,
  • in der gesellschaftlich akzeptierten Unvernunft lebt,
  • damit verbundener Betreuung und fremdbestimmende Vorgesetze
  • und die Hierarchie als „Widersacher“ der natürlichen Ordnung akzeptiert,
  • in so der inneren Trennung lebt
  • und sich der gewohnten „Revolution“ (to revolve = im Kreise drehend) hingibt.

Wenn zum Beispiel das bedingungslose Grundeinkommen gefordert (Die willentliche Forderung ist bereits ein unnatürlicher Akt) wird, so macht es Sinn zu fragen, was denn die Bedingungslosigkeit in einem selbst ausmacht und man diese zunächst zu entwickeln und zu praktizieren hat.

„Am Tun werdet ihr sie erkennen.“ (Das ist das eigentliche Tun. Worum es geht, ist die Art und Weise wie es getan wird.)

Doch zunächst braucht es das Umdenken und danach ergibt es sich im Außen.

An dieser Stelle erinnernd: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Immanuel Kant

Der Mensch ist nicht ein Opfer seiner Umwelt oder „anderen Menschen und Personen“, sondern nur seiner eigenen konditionierten Denk- und Verhaltensmuster, die ihn diese Szenarien anziehen lassen. So ist klar erkennbar, dass er es jederzeit selbst in der Hand hat.
Und das mit dem Magneten, der nur durch die Farbe überlagert ist, muss dann wohl auch verkehrt sein.

Man kann seine Sicht- und Handlungsweisen zum Wahrgenommenen nicht ändern, wenn man die Denk- und Verhaltensmuster, auf der die Philosophie über die Art und Weise wie das Betrachtete wahrgenommen wird, nicht in Frage stellt werden.

Die alltäglich Version (Schon mal nachgedacht?)
Vor fünfzehn Minuten haben wir über die Neue Zeit geredet und dass da sich alles zunehmend auf den Kopf stellt, hat die Mehrheit einfach noch nicht begriffen.
Einige Kollegen haben mir auch schon gesagt, dass viele das nicht überleben werden, weil sie es offensichtlich nicht verstehen wollen. Da kann man sich echt „das Maul fusselig reden“ und irgendwann hat man „keinen Bock mehr“. Es gibt immer irgendeine Knalltüte, die am Schluss sagt: „Ich hab’ von nix gewusst.“

Und wenn das ganze Tamtam vorüber ist, kommen die ganz schlauen „Experten“ aus ihren Löchern und „besserwissern“ einem das Ohr voll, dass sie es „ja schon immer gewusst haben“. Das sind echte Pappenheimer, vor allem dann, wenn sie vorher die ganze Zeit die Arschbacken zusammengepetzt und das Maul nicht aufgemacht haben.

Und dann gibt es die ganz Schlauen, die meinen, einmal eine rote Pille geschluckt zu haben ist genug und dann den ganzen Tag nur was von Recht, Gesetz und Staat herumbreien zu müssen und damit der ganze „Drops schon gelutscht“ sei.

Wenn sich diese „Experten“ dann vor weitergehende Gedanken geistig abschirmen, schaffen sie sich selbst den Kopfknast, über den sie sich dann auch als beklagen.

Was die meisten nicht peilen: Dass sie mit dem gleichen Art und Weise zu denken, auch immer den gleichen Mist zurückbekommen. Denn Gleiches zieht Gleiches an. Und wer nur „Materie“ und den alten Mist kapiert, bekommt genug den Mist zurück, über den er sich gerade ärgert. Das ist wie beim Radio. Wenn du einen Hard Rock-Sender einstellst, bekommst du einfach keine Klassik. Da kannste Dich noch so auf’n Kopf stellen.

Realität hört in der mehrheitlichen Meinung bei Hab und Gut und der Möglichkeit keine Veränderung mitmachen zu müssen auf. Ein Kollege sagte mal: „Im Kern wollen alle nur ihre Ruhe.“ In der Szene ist die Denkerei nicht viel anders.

Was gar nicht gerafft wird, und für die meisten zu hoch sein soll, dass die ganze Sache jeden Einzeln mit seiner Denke betrifft und nix ist, was man eben mal schnell vom anderen abkupfern kann, ohne seine Birne selbst mal anzustrengen. Das hat nichts mit Lernen zu tun und ist nämlich Tinnef.

Die Leute haben sich gemeinsame Regel gemacht, die man Konventionen nennt. Und solange die sich daran festklammern, wird der Schmerz für die nur beschissener. Das scheint den meisten noch zu entgehen, weil sie andere dafür verantwortlich machen.

„Sie haben alles gelernt, nur nicht das, was wichtig ist.“

„Alte Verhaltensmuster ändern sich nie. Sie sterben einfach nur aus.“

Und wenn dann immer noch von Recht, Gesetz und Staat gesprochen wird, denn in der Soße bewegen sich schon einige ein paar Jahre, dann wird das so nichts und sind alles „Ehrenrunden“. Und der Kreisverkehr beginnt mit dem Satz: „Die anderen sind schuld.“ Das zieht immer, schafft Feinde und jeder hat irgendetwas zu tun – Hauptsache, der eigene Kopf bleibt unangetastet. Da kann man die meisten in einen Sack stecken.

Dann wird bedingungsloses Grundeinkommen „gefordert“. Noch nicht einmal nachgedacht, was bedingungslos für einen selbst eigentlich bedeutet, verweilt man lieber im Fordern und haben wollen.

„Ich will Kühe.“ „Hör‘ auf die Muddi!

Haben wollen alle und bleiben damit hübsch im Alten. Man müsste sich halt auch mal mit dem eigenen Verstand bemühen, aber das haben die meisten nicht drauf.

Dass die meisten an ihrer Situation selbst schuld sind, wollen die auch nicht hören. Denn man konnte noch nie die Verantwortung abgeben und sich „ungestraft die Taschen vollmachen“. Da stellen die sich lieber taub und stumm. Da hat man eher Erfolg, wenn man sich mit Ausserirdischen verständigen will.

Solange man mit der „alten Nummer“ im Kopf herumläuft, gibt das auch richtig Druck auf dem Kessel, den man mit reichlich „Facharbeiter“ erzeugt.
Wer sich freiwillig nicht anpasst, bekommt halt auch ordentlich Druck gemacht. Und dem Wandel ist das Wurst, wenn jemand dabei „unter die Räder kommt“. Und was ganz Üble ist, derjenige ist selber schuld, weil er einfach nur umdenken (also nicht einfach umkopieren) muss. Das ist auch schon das einzige Opfer.

Ich denke, dass sollte jetzt auch der letzte Itzig kapiert haben. Also meine Bitte: Nachdenken, Infragestellen und Umdenken.

P.S. „Was macht ihr denn da?“ „Wir beobachten, was passiert.“ „Und was wollt ihr tun?“ „Wir sind mit der Beobachtung noch nicht fertig.“ „Ich gehe jetzt in die Kantine, da könnt mich beim Essen beobachten.“

„Der Weg ist das Ziel. So ein Blödsinn! Ich dachte, es wären lumpige hundert Meter. Gestern erfahre ich, es ist ein Marathon mit anschließendem Iron Man.“

Die zweite Version ist zwar machbar, aber nicht mein Stil. Das versteht wohl jeder!

3DModell von Robert Petterson, neu gerendert in 3dsmax 7.5 mit Mental Ray

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.