Symptomlaborator III – Final Execution

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http://tinyurl.com/35hhhmg (Handelsblatt)

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie gehen abends zu Bett. Zuvor holen Sie sich eine Leiter aus dem Keller, um die Glühlampen im Wohnzimmer auszudrehen, um so das Licht auszuschalten. Sicher werden Sie jetzt sagen, dass das Unsinn ist, was ich da erzähle. Dazu hat man doch den Lichtschalter neben der Tür.

Jetzt übertragen wir diese Geschichte auf das tägliche Handeln jedes einzelnen und denen, die mit ihrem täglichen Handeln in Verantwortung stehen. Sie zum Beispiel.

So fällt auf, dass man sich mehrheitlich jedoch nur mit Phänomenen und Symptomen beschäftigt, statt sich mit den Ursachen auseinanderzusetzen.

Jetzt werden Sie sagen: „Das ist ja auch alles viel zu komplex!“

„Das mag sein“, sage ich „jedoch nur, weil Sie es so gelernt haben. * Gerade weil der Mensch gelernt hat die Probleme überall dort lösen zu wollen, wo sie sicht- und fühlbar auftreten, schuf er sich ein Umfeld aus Ansammlungen von „Problem-Lösungen“. Und dies, weil er nicht gelernt hat in dynamischen Zusammenhängen zu denken, sondern alles als eine Ansammlung unabhängig voneinander existierender Probleme/Symptome wahrnimmt.

Das hat er gelernt.

Sichtlich beunruhigt und ohne zu wissen, vom eigenen Handeln betroffen, belastet das Erhalten derartig geschaffener Systemstrukturen den Einzelnen sowie alle daran Beteiligten; erblühen die Probleme in jeder Ecke.

Man beginnt nach Auswegen zu suchen, um die Probleme zu bekämpfen und meist mit gewohnt gelerntem Verhalten (siehe *). So führt das eigene Handel, dessen man sich  selten wirklich bewusst ist zu einem Teufelskreis, dem man mit dem vorhandenen Wissen nicht mehr entrinnen kann. Der Kreis verengt sich zunehmend nur die Frequenz der Aktionismen steigt weiter an. Die Funktionalität der eigenen Strukturen wird zunehmend von äußeren Faktoren abhängig. Mehr Wachstum ist gefordert, um die eigene liebgewonnene Umgebung erhalten zu wollen. Kollektiviert und konserviert wird das Ganze durch isomorphe Denkmuster und Übertragung eigener Emotionen auf das Umfeld. Was die betroffenen Akteure auf eine Ebene trimmt – unentrinnbar zusammenschweißt.

Das hat man gelernt.

Von der Situation übermannt – man selbst kann ja gar nicht der Verursacher sein – beginnt man mit dem zweiten gelernten Verhalten: Der Suche nach Schuldigen und Verantwortlichen, die dann kollektiv gesteinigt oder, wenn sie in die Verantwortung gewählt wurden, wieder entmachtet werden. Irgendwo muss es doch einen verdammten Schuldigen geben.

Das hat man gelernt.

Wenn man Geld mit Milch vergleicht, warum kümmert sich dann keiner um die Kuh, an deren Eutern mittlerweile die zwanzigste Pumpe angehängt wurde.

Das hat man gelernt.

Weil man sich mit Dingen und Gewohnheiten umgeben hat, das Geld plötzlich knapp wird, muss das Liebgewonnene mit allen Mitteln erhalten werden. Wie geschieht dies? Man sucht sich wieder einen Schuldigen, der dafür herhalten muss.

Das hat man gelernt.

Dies alles nur, weil die Mehrheit nicht gelernt hat wie dynamische Systeme funktionieren, Man gewohnt ist, dass sich Veränderung woanders vollzieht, woanders jemand abgestellt wird, der Probleme schon lösen wird: Verhalten No. 3 – die Problemverschiebung.

Jetzt beziehen mehrheitliches Handeln mit in die Betrachtung ein, werden sich dessen bewusst und stellen die Frage: Wenn dies jeder so macht, wohin wird dies führen?

Mit vorhandenem Wissen kann man die Probleme nicht lösen, aus denen sie ursächlich entstanden sind.

Möchten Sie etwas ändern?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wofür die Wirtschaft in ihrem eigentlichen Sinne da ist? Dann werden Sie erkennen, warum alle Flöhe im Bauch haben und das man nicht in der Erde graben muss um am Baum die Äpfel pflücken zu können.

Das ist doch Unsinn.